28. Januar 2022 / 18:26 Uhr

Ex-Loitzer Max Beneke greift ganz oben an

Ex-Loitzer Max Beneke greift ganz oben an

Marten Vorwerk
Ostsee-Zeitung
Der ehemalige Loitzer Max Beneke kämpft mit der Reserve der Füchse Berlin um den Klassenverbleib in der 3. Liga, stand aber auch schon zwei Etagen höher auf der Platte.
Der ehemalige Loitzer Max Beneke kämpft mit der Reserve der Füchse Berlin um den Klassenverbleib in der 3. Liga, stand aber auch schon zwei Etagen höher auf der Platte. © Sylvia Göres
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Der ehemalige Handball-Jugendspieler aus Vorpommern hat im vergangenen Jahr sein Profi-Debüt gegeben. Nun steht er zur Wahl zum Aufsteiger des Jahres.

Ein sportlich grandioses Jahr hat der 18-jährige Max Christoph Beneke hinter sich. Der in Greifswald geborene und in Loitz aufgewachsene 1,98-Meter-Riese ist 2021 so richtig im Zirkus der Großen des Handballsports angekommen. Beneke wurde nicht nur Deutscher A-Jugend-Meister und Schulweltmeister mit den Füchsen Berlin, sondern feierte auch sein Profi-Debüt in der Bundesliga-Mannschaft der Hauptstädter und kam in der Europa League zum Einsatz.

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Dort erzielte er in seinem zweiten Spiel im slowakischen Presov gleich mal vier Tore. „Das war ein sehr schönes Gefühl. Mit mir waren noch ein paar weitere junge Spieler dabei, weil einige etablierte Akteure verletzt waren. Die Jungs wissen, wo meine Stärken liegen und haben mich perfekt eingesetzt“, schwärmt Beneke und ergänzt: „Das gibt noch mal extra Motivation, wenn es gut läuft und der Weg in den Profi-Handball nicht mehr weit ist.“

Der Weg von Max Beneke umfasst trotz seines jungen Alters schon einige Stationen. Mit fünf Jahren begann er beim HSV Peenetal Loitz das Handballspielen. Später wurde er von einem Nachwuchstrainer des 1. VFL Potsdam bei einem Trainingslager in Lindow (Brandenburg) gesichtet und wechselte mit zwölf Jahren in die siebte Klasse der Sportschule Potsdam. Erstmals weit weg von den Eltern. „Mit Heimweh hatte ich nie Probleme. Ich habe in dem Internat schnell Freunde gefunden. Am Wochenende habe ich häufig bei meinen Großeltern in der Nähe von Gransee geschlafen.“ Etwas über zwei Stunden dauerte der Weg damals zu Max’ Oma und Opa. Max Benekes Vater, Jens-Peter Beneke, meint: „Max’ Großeltern sind sehr wichtig für ihn. Sie haben sich viel um ihn gekümmert und ihm familiären Rückhalt gegeben“. Sehr stolz ist Papa Beneke auf seinen Sohn. „Er hat sehr hart und viel trainiert.“

Als Max 15 war, wurde das Schul- und Leistungssportzentrum in Berlin auf den talentierten Handballer aufmerksam. „Ich habe nach ihrem Angebot nicht lange gezögert. In Berlin ist alles noch einmal größer und die Ausbildung professioneller“, so Beneke, der fortan für die Jugend der Füchse Berlin spielte.

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Der Tag beginnt für den Youngster seitdem um 7.30 Uhr mit Frühtraining. Danach geht es bis 16 Uhr in die Schule, bis die nächste Trainingseinheit ansteht. „Dann werden noch Hausaufgaben gemacht und gelernt. Um 22 Uhr falle ich kaputt ins Bett“, berichtet Beneke.

Seinen ersten großen Erfolg feierte er im Juni 2021. Mit der A-Jugend der Füchse Berlin wurde er Deutscher Meister und spielte zu dieser Zeit auch schon bei den 2. Herren der Hauptstädter. Am 16. November gab er in Plock (Polen) sein Profi-Debüt in der Europa League, danach gelang ihm mit den Füchsen unter der Regie von Bob Hanning auch der Gewinn der Schulweltmeisterschaft.

An das Datum seines ersten Treffers in der Handball Bundesliga erinnert sich Beneke sofort und wird diesen auch sicher so schnell nicht vergessen. „Das war am 23. Dezember gegen Balingen. Außerdem hatte ich in der ersten Liga Einsätze in Stuttgart, gegen Hamburg und Melsungen“, erzählt Beneke, der trotz seiner Leistungen sehr bescheiden wirkt. „Zu den etablierten Spielern im Profi-Handball fehlt mir noch einiges. Nicht nur Erfahrung, sondern auch die Körperlichkeit“, sagt er.

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Kurzfristig geht es für den Loitzer nun darum, seine Ziele mit der 2. Herren (Klassenverbleib in der 3. Liga) und der A-Jugend (Titelverteidigung) der Füchse zu meistern. „Langfristig möchte ich in der Bundesliga spielen. Erst einmal wird es aber wichtig sein, nach der A-Jugend den Anschluss zu finden“, blickt Max Beneke voraus. Parallel wird er sein Abitur ablegen und möchte im Herbst ein Studium auf Lehramt beginnen.

Der 18-Jährige könnte demnächst noch eine weitere Trophäe abräumen. Er ist für den in diesem Winter erstmals verliehenen „German Handball Award“ in der Kategorie „Aufsteiger des Jahres“ nominiert. Zu ihm gesellen sich namhafte Mitanwärter, wie zum Beispiel der deutsche Nationalspieler Julian Köster, der bei der Handball-Europameisterschaft auf sich aufmerksam machte.

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