13. September 2018 / 14:50 Uhr

Schalkes Ex-Manager packt aus: Darum feuerte er Ralf Rangnick und Mirko Slomka

Schalkes Ex-Manager packt aus: Darum feuerte er Ralf Rangnick und Mirko Slomka

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Doppelkopf: Ende 2005 entließ Schalkes Manager Andreas Müller den Trainer Ralf Ralf Rangnick.
Doppelkopf: Ende 2005 entließ Schalkes Manager Andreas Müller den Trainer Ralf Ralf Rangnick. © dpa
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Andreas Müller (55) hat in seiner Manager-Zeit bei Schalke 04 Ralf Rangnick (60) und Mirko Slomka (49) als Trainer geholt und auch gefeuert. Beim NP-Anstoß klärte Müller die Hintergründe über die Vorfälle zwischen 2005 und 2008 auf. Der Streit mit Slomka habe "Narben hinterlassen".

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Den Saisonstart mit Leipzig mit nur einem Punkt aus zwei Duellen hat sich Ralf Rangnick natürlich in Leipzig anders vorgestellt. Aber der 60-Jährige hat natürlich als Trainer bei RB nichts zu befürchten. Der Sportchef beim Fußball-Finanzriesen könnte sich nur selbst feuern.

Davon ist aktuell natürlich keine Rede vor dem Duell am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen seinen Ex-Club Hannover 96, wo sie ihn immer noch als Aufstiegstrainer feiern. Aber auf Schalke ließen sich Rangnick und später auch der 96-Europatrainer Mirko Slomka ein wenig zu viel feiern. Sagte zumindest Andreas Müller, der beide früheren Hannover-Trainer in Schalke holte und später selbst rauswarf.

Bilder vom NP-Anstoß mit Andreas Müller und Jan Baßler

Der NP-Anstoß in der Nordkurve vom 12. September in Bildern. Zur Galerie
Der NP-Anstoß in der Nordkurve vom 12. September in Bildern. ©

Müller bezeichnete sich beim NP-Anstoß in der Nordkurve selbst als „unbequemen Typ“. Dann packte er aus: So war das damals mit Rangnick und Slomka in Schalke. „Der Ralf hat damals seine Ehrenrunde gedreht“, erinnert sich Müller die Szenen vor dem 1:0 der Schalker gegen Mainz. „Der Ralf hat immer wieder Druck gemacht und gefragt: Was ist jetzt mit meinem Vertrag? Ein halbes Jahr später lief er aus. Da hab ich gesagt: Ralf, mach dir doch keine Gedanken. Ralf hat mir dann mit der Ehrenrunde die Hände gebunden. Ich habe gesehen, wie die Mannschaft in die Kabine kam, als er sich draußen hat feiern lassen. Er weiß selbst, das war ein großer Fehler.“ Rangnick musste gehen.

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​"Die Post ging ab, als er Frank Rost aus dem Tor genommen hat."

Als Nachfolger hatte Müller Matthias Sammer im Visier. „Aber Sammer ging zum DFB und ich habe über Nacht Mirko Slomka zum Cheftrainer gemacht. Ich habe ihm gesagt, dass ich von ihm überzeugt bin. Die Post ging ab, als er Frank Rost aus dem Tor genommen hat.“ 2006 war das. Müller verriet auch, woran es lag: „Rost und Bordon konnten sich irgendwie nicht riechen. Ich habe Mirko animiert, Manuel Neuer ins Tor zu stellen, weil die Mannschaft für so einen jungen Kerl einfach durchs Feuer geht.“

Erfolgsduo: Mirko Slomka und Andreas Müller liegen sich in den Armen. Schalke war im Frühling 2007 sogar nah dran an der Meisterschaft.
Erfolgsduo: Mirko Slomka und Andreas Müller liegen sich in den Armen. Schalke war im Frühling 2007 sogar nah dran an der Meisterschaft. © dpa
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Schalke hatte irgendwann sieben Punkte Vorsprung auf den späteren Meister Stuttgart. „Dann kamen Stimmen aus der Mannschaft, ich müsste den Trainer mal wieder ein bisschen auf den Boden kriegen, weil die Beine sind ein bisschen höher geflogen.“ Die Beziehung zwischen Müller und Slomka war „auseinandergedriftet“.

​"Irgendwann war es nicht mehr so, dass man sich vertraut hat."

Stuttgart holte Schalke im Mai 2007 ein, Slomka machte bis 2008 weiter, „aber irgendwann war es nicht mehr so, dass man sich vertraut hat, deswegen habe ich später die Entscheidung getroffen, ihn sechs Spieltage vor Schluss auf Platz drei zu beurlauben“.

Vertrauen verloren: Mirko Slomka und Andreas Müller hatten sich irgendwann nicht mehr viel zu sagen.
Vertrauen verloren: Mirko Slomka und Andreas Müller hatten sich irgendwann nicht mehr viel zu sagen. © dpa

Und wie ist die Beziehung zwischen Slomka und Müller heute? „Wenn er heute reinkommt, grinst er, ich grinse auch und wir begrüßen uns freundlich. Er hat nicht alles falsch gemacht und ich nicht alles richtig. Vielleicht hat ihm ein Stück weit die Erfahrung gefehlt, wie man mit bestimmten Situationen umgeht. Aber so etwas hinterlässt natürlich Narben.“