01. November 2019 / 17:09 Uhr

Ex-Nationalspieler Felix Fischer schlägt jetzt für die SG Prieros/KW auf

Ex-Nationalspieler Felix Fischer schlägt jetzt für die SG Prieros/KW auf

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Dem unermüdlichen Einsatz vom scheidenden Prieros-Coach Björn Langner (r.) ist es zu verdanken, dass Ex-Nationalspieler Felix Fischer ab sofort das SG-Trikot trägt. Der Vertrag wurde per Handschlag besiegelt. 
Dem unermüdlichen Einsatz vom scheidenden Prieros-Coach Björn Langner (r.) ist es zu verdanken, dass Ex-Nationalspieler Felix Fischer ab sofort das SG-Trikot trägt. Der Vertrag wurde per Handschlag besiegelt. © Oliver Schwandt
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Volleyball Regionalliga: Felix Fischer, der viele Jahre zu den absoluten Leistungsträgern bei den BR Volleys gehörte, spielt jetzt im Dahmeland.

Mitten in der Saison lässt Volleyball-Regionalligist SG Prieros/KW mit einer spektakulären Transfermeldung aufhorchen: ab sofort trägt Ex-Nationalspieler Felix Fischer, der 39 Mal für die Deutsche Nationalmannschaft aufgelaufen ist, das Trikot des derzeitigen Tabellenzweiten der Nord-Ost-Staffel. Der 36-jährige ehemalige Weltklasse-Mittelblocker beendete 2017 mit dem Gewinn seiner fünften Meisterschaft mit den BR Volleys seine Profi-Karriere. Dem unermüdlichen Einsatz von Prieros-Coach Björn Langner, der nur noch bis zum Jahresende an der Seite stehen wird, ist es zu verdanken, dass so eine prominenter Volleyballer jetzt für die Dahmeländer spielt.

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„Ich musste Felix über ein Jahr lang überzeugen, doch wieder mit den Punktspielen anzufangen, denn mittrainiert hat er schon regelmäßig bei uns“, berichtet Langner, der sich einem ganz besonderen Schachzug bediente, um Fischer zu ködern. „Ich habe ihn seine geliebte Nummer sechs versprochen, die schon auf ihn bei uns im Koffer wartet.“ Mit einem Einsatz am kommenden Sonntag, den 3. November, um 15 Uhr in der OSZ-Halle gegen den SV Lindow-Gransee II wird es beim ehemaligen BR-Spieler noch nichts. „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, da ich nicht mehr der jüngste Akteur auf dem Parkett bin. Wenn ich auflaufe, dann nur, wenn ich auch drei Sätze oder mehr durchhalten kann. Verläuft für mich alles optimal, dann werde ich Ende November das erste Mal für meinen neuen Verein aufschlagen“, kündigt der Zernsdorfer an.

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Nach seinem Karriereende 2017 fasste Fischer fast 18 Monate keinen Ball mehr an. „Ich legte mein Hauptaufgabenmerk auf meine Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung in der Senziger Firma Frey, bei der ich im kommenden Jahr am 22. April auch meine Abschlussprüfung ablegen werde“, sagt der 36-Jährige, der zusammen mit seiner Freundin Jennifer Dossow und den gemeinsamen zwei Kindern seit dem 1. Juni 2018 in Zernsdorf ein neues Zuhause gefunden hat. „Unsere Dreiraumwohnung in Berlin war nach der Geburt unseres zweiten Kindes zu klein geworden, deshalb haben wir uns für den Kauf eines Einfamilienhauses entschieden“, berichtet Fischer weiter.

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Als so langsam das Kribbeln in seinen Händen anfing, wieder etwas mit dem Ball zu machen, sorgte sein Chef bei der Firma Frey, Lars Wiechmann, der bei den zweiten Männern in Prieros als Zuspieler aktiv ist, für die erste Kontaktaufnahme mit Björn Langner. Dieser lud im September 2018 den Ex-BR-Volleys-Spieler umgehend zum Training. „Ich wurde super vom Team aufgenommen. Nach den ersten Einheiten war ich fix und alle, ich war ja nicht einmal in der Lage, am Netz hochzuspringen“, erinnert sich Fischer an seine ersten Schritte zurück in den Volleyballsport.

Felix Fischer wird mit seinem Markenzeichen spielen

Die Spieler der SG Prieros/KW profitieren jedenfalls stark davon, so einen erfahrenen Routinier in ihren Reihen zu wissen. „Ich bin nicht der Typ, der sich in den Vordergrund drängt, aber wenn mein Rat gefragt ist, bin ich schon ein guter Ansprechpartnern für die Jungs. Erst letztens habe ich den Mittelblockern ein paar Tipps gegeben, da diese beim Hochspringen zu früh gezuckt haben“, erzählt der ehemalige Weltklasse-Mittelblocker, „diese Position habe ich über 15 Jahre gespielt, das reicht. Bei Prieros werde ich im Angriff agieren, wahrscheinlich über die Außen.“ Dann auch wieder mit seinem Markenzeichen auf dem Kopf, einem weißen Stirnband, das Fischer europaweit berühmt gemacht hat. „Das werde ich auch bei der SG tragen, da ich bei den Spielen sehr schwitze und es verhindert, dass mir der Schweiß in die Augen läuft.“

In Bildern: Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20.

Die Brandenburger Helden der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20. ©

Angefangen mit dem Volleyball hat er als 15-jähriger Junge bei Post Telekom Berlin. Über die weiteren Stationen SG Eintracht Innova und Berliner TSC landete er beim VC Olympia. Als Junioren-Nationalspieler freute sich Fischer 2003 über den dritten Platz bei den Europameisterschaften. Als der damalige SCC Berlin-Coach Mirko Culic das Talent des Mittelblockers erkannte, holte er ihn in sein Team. „Ich glaube, der wahre Grund war, dass er nur elf Mann beim Training hatte“, erzählt Fischer lächelnd. Culic konnte aber mit seiner Entscheidung nicht so falsch gelegen haben, denn bis nach der Saison 2008/2009 gehörte Fischer zu den Leistungsträgern im Team. Für ein Jahr wechselte er dann nach Paris, „ich wollte mal etwas Neues ausprobieren“, um nach zwölf Monaten wieder bei den Hauptstädtern anzuheuern, die in BR Volleys umbenannt waren. Mit dem Team holte er 2016 unter anderem das Triple von Meisterschaft, DVV-Pokal und CEV-Pokal.