19. September 2018 / 16:03 Uhr

Ex-Rostocker aus der 6. Liga in die Champions League

Ex-Rostocker aus der 6. Liga in die Champions League

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
Garry Rodrigues damals im Trikot des Rostocker FC. Heute spielt er für Galatasaray.
Garry Rodrigues damals im Trikot des Rostocker FC. Heute spielt er für Galatasaray. © Daniel Heidmann
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Garry Rodrigues traf am Dienstag für Galatasaray Istanbul in der Königsklasse, kickte vor sieben Jahren aber noch für den Rostocker FC.

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Vielen Champions-League-Zuschauern stand am Dienstagabend wohl ein Fragezeichen auf der Stirn, als Sky-Fußball-Kommentator Jörg Dahlmann den Torschützen zum 1:0 für Galatasaray Istanbul gegen Lok Moskau als Ex-Rostocker bezeichnete. Zwar spielte Garry Mendes Rodrigues nie für den von Dahlmann erfundenen FC Rostock, doch der gebürtige Rotterdamer stand in der Saison 2010/11 ein halbes Jahr lang im Kader des Verbandsligisten Rostocker FC. Der damalige Trainer des RFC, Christopher Stoll, hatte den Kicker als 20-Jährigen aus der Niederlande an die Ostsee gelotst.

„Der Kontakt entstand über einen Freund. Wir hatten damals beim RFC immer mal wieder internationale Spieler zu uns eingeladen. Ich weiß noch, wie sein erstes Training bei uns lief. Garry war schnell und gut im Eins-gegen-Eins“, erinnert sich Stoll.

So wie heute hatte Garry damals aber noch nicht gespielt

Am Dienstag katapultierte sich Rodrigues nun von der mecklenburgischen Fußballprovinz ins Rampenlicht der Königsklasse. Der vorläufige Höhepunkt einer ungewöhnlichen Karriere. „So wie heute hatte Garry damals aber noch nicht gespielt“, lacht Stoll.

In der Jugend des holländischen Traditionsklub Feyenoord Rotterdam ausgebildet, wechselte Rodrigues über Queluz (Portugal) zum Amateurklub Xerxes DZB aus der holländischen Hafenstadt. Dann kam der Wechsel nach Rostock. Im Januar 2011 stellte Stoll Rodrigues bei den Amateuren von Hansa Rostock vor. Doch der Kapverdier konnte Trainer Axel Rietentiet nicht überzeugen.

Karrieresprung: Aus MV in die CL

So ging die Odyssee für Rodrigues durch den europäischen Fußball weiter. Sieben weitere Stationen in den Niederlanden, Bulgarien, Spanien und Griechenland folgten. Nie hielt es Rodrigues länger als ein Jahr bei einem Klub. Bis ihm vor zwei Jahren bei Paok Thessaloniki der Durchbruch gelang, Galatasary auf ihn aufmerksam wurde und 3,5 Millionen Euro für den Kapverdier ins Nachbarland überwies. Heute wird sein Marktwert auf acht Millionen Euro taxiert.

„Ich freue mich für Garry. An solchen Geschichten sieht man, dass auch Spätentwickler eine Chance im Profifußball haben. Diese unvorhersehbaren Talententwicklungen machen den Reiz des Sports aus“, findet Stoll.

Rodrigues ist nicht der einzige Ex-Schützling des Sportmanagers, der über den „Umweg“ MV im Profigeschäft durchstartet. Im Juli wechselte Jamiro Monteiro, der einst für Oberligist Anker Wismar kickte, für drei Millionen Euro von Heracles Almelo (Niederlande) zum FC Metz (Frankreich).

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