29. Juni 2020 / 14:18 Uhr

Ex-Schalke-Angreifer Asamoah über Rassismus-Eklat um Tönnies: "Wie kann man sowas raushauen?"

Ex-Schalke-Angreifer Asamoah über Rassismus-Eklat um Tönnies: "Wie kann man sowas raushauen?"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Gerald Asamoah war nach den rassistischen Äußerungen von Clemens Tönnies sauer auf den Aufsichtsratsvorsitzenden.
Gerald Asamoah war nach den rassistischen Äußerungen von Clemens Tönnies sauer auf den Aufsichtsratsvorsitzenden. © imago images/Kirchner-Media/Montage
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Der Rassismus-Eklat um Schalkes Vorstandsvorsitzenden Clemens Tönnies hat auch bei Gerald Asamoah seine Spuren hinterlassen. Der 41-Jährige gibt in einem Podcast mit Linda Zervakis Einblicke in seine Gefühlswelt nach den Aussagen des S04-Bosses.

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Der ehemalige Schalker Angreifer Gerald Asamoah war während seiner aktiven Spieler-Karriere nicht selten mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert. Umso mehr trafen den 41-Jährigen, der insgesamt 43-mal für die deutsche Nationalmannschaft auflief, die Aussagen von Clemens Tönnies im Vorjahr. Bei einer Festveranstaltung in Paderborn empfahl der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika - und vergriff sich bei seinen Ausführungen heftig in der Wortwahl: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte Tönnies und sorgte damit für einen handfesten Eklat, in dessen Folge er sein Amt für drei Monate ruhen ließ.

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"Das hat mich sehr, sehr überrascht und sehr wütend gemacht, weil ich den Clemens sehr, sehr lange kenne und wir sehr viel zusammen erlebt haben", zeigte sich Asamoah im Podcast Gute Deutsche mit Tagesschau-Moderatorin Linda Zervakis enttäuscht von den rassistisch konnotierten Aussagen des S04-Bosses. Statt dem Fleischunternehmer in der Folge aus dem Weg zu gehen, konfrontierte Asamoah ihn laut eigenen Aussagen jedoch. "Ich habe ihm klar gesagt, was ich davon halte. Ich war wütend. Wie kann man sowas raushauen?", so der heutige U23-Manager der Schalker.

Für Asamoah sei die Sache inzwischen jedoch geklärt, da sich Tönnies im Nachgang einsichtig zeigte. "Er sollte merken, dass er was Falsches getan hat", erklärte der einstige Schalker Publikumsliebling. "Das hat er mir dann bestätigt." Die aktuelle Situation in Deutschland bewertet Asamoah dagegen ungleich kritischer. "Wenn wir 2020 noch hier sitzen und über Rassismus reden, merkt man, dass wir zurückgeblieben sind und nichts verstanden haben."

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Rücktritt von Trainer David Wagner ausgeschlossen

Rein sportlich lief die Saison - allen voran die Rückserie - für den FC Schalke 04 nur bedingt zufriedenstellend. Die Schalker haben die schwächste Rückrunde ihrer Vereinsgeschichte hinter sich und die Spielzeit mit einer Serie von 16 Partien ohne Sieg beendet. Am Montag will der Verein zu möglichen Konsequenzen Stellung nehmen. Seinen Job von sich aus aufzugeben, schloss Schalke-Trainer David Wagner nach dem 0:4 beim SC Freiburg zum Saisonabschluss in der Bundesliga aber aus. "Einen Rücktritt wird es nicht geben", sagte der Coach am Samstag. Das sei außerhalb jeglicher Vorstellungskraft für ihn, ergänzte der 48-Jährige.