04. Juni 2018 / 19:07 Uhr

Ex-Schönberger Rainer Müller mit Schalke in China

Ex-Schönberger Rainer Müller mit Schalke in China

Clemens Behr
Rainer Müller trainiert im Auftrag des FC Schalke 04 ein chinesisches Jugendteam.
Rainer Müller trainiert im Auftrag des FC Schalke 04 ein chinesisches Jugendteam. © Privat
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Der 32-Jährige trainiert ein Jahr ein Jugendteam von Hebei China Fortune FC

Ende April 2018 verkündet der FC Schalke 04, dass man eine fünfjährige Partnerschaft mit dem chinesischen Top-Klub Hebei China Fortune FC eingegangen sei. Der Plan: für zehn Nachwuchsteams sollen eigene lizenzierte S04-Trainer zur Verfügung gestellt werden, um dem chinesischen Verein aus der Stadt Qinhuangdao bei der Ausbildung der jungen Kicker zu helfen. Einer der Trainer, die am "China-Abenteuer" teilnehmen, ist Rainer Müller. Der ehemalige Kapitän vom FC Schönberg kickte von 2013 bis 2016 an der Maurine. Wir haben uns mit ihm kurz vor dem Abflug nach China unterhalten...

Rainer, du bist als Jugendtrainer für den FC Schalke in China aktiv. Das klingt verrückt. Wie ist das zustande gekommen?

Ich habe an der Sporthochschule in Köln meinen Master in Spielanalyse gemacht. Dort habe ich mit dem Chefscout vom FC Schalke studiert. Da ich auch schon in Russland gearbeitet habe, hat er mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. So habe ich mich dann beworben. Ich war bereits vier Wochen in China und bin nun für ein paar Tage für eine Hochzeit nach Deutschland gekommen. Jetzt geht's wieder zurück.

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Das Projekt ist vorerst auf fünf Jahre ausgelegt. Wie lange wirst du in China sein?

Das wird man noch sehen. Erstmal wurden alle Trainer mit Einjahresverträgen ausgestattet. Es hängt natürlich davon ab, wie es mir dort dauerhaft gefällt.

Ihr sollt dort den chinesischen Kickern die Ausbildungsphilosophie der Schalker "Knappenschmiede" näherbringen. Inwiefern wurdest du darauf vorbereitet?


Es gab im Vorfeld mehrere Treffen und wir stehen in enger Kooperation mit einigen Verantwortlichen des Vereins. Klar ist natürlich, dass die Gegebenheiten dort ganz anders sind und man nicht alles eins zu eins übertragen kann. Wir haben Spielraum in der Gestaltung der Trainingsarbeit. Die Mentalität der Spieler ist hier zum Beispiel eine ganz andere.

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Die größte Herausforderung dürfte wohl die Sprachbarriere sein? Wie läuft das Training ab?

Das ist grundsätzlich nicht so einfach. Die Spieler können ein bisschen Englisch und wollen das auch lernen. Wir arbeiten im Training jedoch mit Dolmetschern zusammen, denen wir vor den Einheiten allerdings auch erklären müssen was wir wollen. Das Wort "Gegenpressing" gibt es auf chinesisch nun mal nicht und jeder Dolmetscher übersetzt gewisse Dinge anders. Wir haben einen Kommandokatalog erarbeitet, das erleichtert die Trainingsarbeit. Wörtlich übersetzt heißt Eigentor auf chinesisch "Fluch des schwarzen Drachen" und langer Ball bedeutet "dicker Fuß".

Du hast 2016 eine Karriere bei der TSG Neustrelitz beendet und warst dann als Athletiktrainer beim russischen Erstligisten Terek Grozny aktiv. Was hast du da gemacht?

Ich war fester Teil des Trainerteams. Man kann sagen, dass die ersten 50 Minuten des Trainings mir gehörten, habe mich aber auf Grund meiner Ausbildung auch an der Spielanalyse beteiligt.

Rainer Müller mit seinem chinesischen Trainerteam.
Rainer Müller mit seinem chinesischen Trainerteam. © Privat

Das Reisen solltest du aus Russland ja gewohnt sein. Was war deine längste Auswärtsfahrt?

Oh ich glaube das war nach Tomsk. Mit dem Flugzeug über fünf Stunden.

Da bist du ja mit dem FC Schönberg in der Regionalliga Nordost teilweise länger zu den Spielen angereist? Hast du noch manchmal Kontakt zum Verein?

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(Lacht). Ja und da hatten wir ja leider kein Flugzeug... Zu aktuellen Spielern nicht mehr. Zu Willi Rohloff und seiner Frau hatte ich noch Kontakt und auch mit Sven Wittfot habe ich vor kurzem noch geschrieben.