13. Mai 2021 / 17:05 Uhr

Ex-Wolfsburg-Kapitän: Kann das Verhalten von Glasner nicht nachvollziehen

Ex-Wolfsburg-Kapitän: Kann das Verhalten von Glasner nicht nachvollziehen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ex-VfL-Kapitän Stefan Schnoor sieht die Diskussion um Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner kritisch.
Ex-VfL-Kapitän Stefan Schnoor sieht die Diskussion um Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner kritisch. © Boris Baschin
Anzeige

Im Podcast "Wölferadio" hat sich Stefan Schnoor, Ex-Kapitän des VfL Wolfsburg, kritisch zur Trainerdiskussion bei seinem ehemaligen Verein geäußert. Er könne das Verhalten von Oliver Glasner "nicht nachvollziehen".

Stefan Schnoor, Ex-Fußball-Profi und ehemaliger Kapitän des VfL Wolfsburg, sieht die aktuelle Trainer-Diskussion bei seinem Ex-Klub kritisch. Im Podcast „Wölferadio“ sagte er: „Was ich nicht nachvollziehen kann, ist das Verhalten von Herrn Glasner. Ich hätte mir gewünscht, dass er sagt, dass er geht oder bleibt. Was will man mehr erreichen, als dass man mit dem VfL Wolfsburg in der nächsten Saison in der Champions League spielt?“

Anzeige

Seit bekannt wurde, dass Trainer Oliver Glasner eine Ausstiegsklausel aus seinem bis 2022 laufenden Vertrag hat, ranken sich viele Gerüchte um die Zukunft des Österreichers. Eine klare Aussage zu seinen Plänen verweigerte Glasner immer wieder, beim VfL geht man intern nicht mehr davon aus, dass er über das Saisonende hinaus bleibt und dass eine Trennung entweder per Ausstiegsklausel (die bis Samstag gezogen werden muss), Rausschmiss oder einvernehmlicher Vertragsauflösung erfolgt.

Mehr zum VfL Wolfsburg

„Jeder, der für einen Verein arbeitet, egal ob VfL, HSV, Bayern oder Chelsea“, so der 50-Jährige weiter, müsse „doch wissen: Es geht um den Verein, es geht um den VfL Wolfsburg, es geht nicht um persönliche Schicksale. Oder glaubt Herr Glasner wirklich, dass beim VfL kein Fußball mehr gespielt wird, wenn er morgen sagt, ich verlasse den Verein?“ Dann nämlich „freut sich ein neuer Trainer, dass er die Mannschaft übernehmen und mit ihr Champions League spielen kann.“

Dass das gestörte Verhältnis zu Manager Jörg Schmadtke Grund für eine Trennung sein kann, hält Schnoor nur begrenzt für nachvollziehbar. „Es ist doch klar, dass man nicht immer einer Meinung sein kann“, so der ehemalige Sportdirektor des VfB Lübeck. „Die beiden müssen auch nicht jeden Tag zusammen essen gehen oder Kaffee oder Rotwein trinken. Die sollen konstruktiv zusammenarbeiten im Namen des VfL und das machen sie perfekt.“ Im Herbst vergangenen Jahren waren sich Glasner und Schmadtke in Sachen Transfers uneinig, mittlerweile reden beide gar nicht mehr miteinander. Schnoor: „Da gibt es halt mal unterschiedliche Meinungen und dass der Trainer mal etwas anders will.“ Aber wenn der sportliche Vorgesetzte „dann sagt: ,Tut mir leid, geht nicht, weil wir kein Geld haben‘ oder sonst irgendwas, dann muss der Trainer das akzeptieren - oder sagen: Ich suche mir einen anderen Verein.“

Dass trotz alledem der VfL vorm Einzug in die Champions League steht, ist nach Schnoors Auffassung ein Riesenerfolg, den sich das Team nicht mehr nehmen lassen wird. „Die Jungs haben ein gesundes Selbstbewusstsein. Und sie haben sich 32 Spieltage lang eine Situation erarbeitet, aus der heraus sie am Ende was erreichen können.“ Steigt nun der Druck? Nicht für Schnoor: „Den hast du, wenn du aus den letzten beiden Spielen noch vier Punkte brauchst, um nicht abzusteigen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung in Wolfsburg...“