30. April 2020 / 00:22 Uhr

Ex-Wolfsburg-Kapitän: "Warum sollte man als Fußballer weiterspielen dürfen?"

Ex-Wolfsburg-Kapitän: "Warum sollte man als Fußballer weiterspielen dürfen?"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Von 2004 bis 2007 beim VfL Wolfsburg: Kevin Hofland.
Von 2004 bis 2007 beim VfL Wolfsburg: Kevin Hofland.
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Kevin Hofland war auf dem Platz ein Siegertyp, spielte drei Jahre für den VfL Wolfsburg, war Kapitän. Jetzt wird der 40-Jährige Cheftrainer beim seinem Heimatklub Fortuna Sittard - in einem Land, in dem die Liga mit der Corona-Krise anders umgeht als die Bundesliga.

Sehen die Fans des VfL Wolfsburg ihre Lieblinge in dieser Saison noch mal auf dem Platz? Mitte/Ende Mai könnte die Fußball-Bundesliga wieder spielen,n, in den Niederlanden wiederum rollt in dieser Spielzeit kein Ball mehr. Nachdem die niederländische Regierung Großveranstaltungen bis zum 1. September verboten hatte, wurde die Saison wegen der Corona-Pandemie abgebrochen – VfL-Ex-Kapitän Kevin Hofland zeigt Verständnis dafür: „Für den Moment war das die beste Entscheidung.“ Hofland kann sich jetzt ganz in Ruhe auf seinen neuen Job als Cheftrainer von Fortuna Sittard vorbereiten.

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So läuft beim VfL das Training mit Abstand

Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. Zur Galerie
Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. ©

Gerade erst hat der Klub den 40-Jährigen zum neuen Chef an der Seitenlinie ernannt, aber sein Amt wird er noch länger nicht ausüben können. Seine Trainerkollegen – etwa in Deutschland – dürfen das möglicherweise bald wieder. Obwohl es Kritik an der Wiederaufnahme des Spielbetriebs unter anderem aus der Politik und der Fanszene gibt.

„In Spanien etwa dürfen die Menschen wegen des grassierenden Virus gerade nur mal kurz aus dem Haus, um spazieren zu gehen. Wir Fußballer sind auch normale Leute – da muss man sich schon die Frage stellen: Warum sollte man als Fußballer weiterspielen dürfen?“, so Hofland. „Wenn etwas passiert, ein Spieler sich infiziert, wer ist dann dafür verantwortlich? Die Liga?“ Er selbst findet es gut, wie in den Niederlanden entschieden worden ist. „Wir haben einige Spieler, die gesagt haben: ’Ich möchte nicht mehr spielen, weil es in meiner Familie Menschen gibt, die zur Corona-Risikogruppe gehören’“, erzählt Hofland, der von 2004 bis 2007 beim VfL aktiv war.

Casteels' Vorgänger: Die Kapitäne des VfL Wolfsburg seit dem Bundesliga-Aufstieg 1997:

Josuha Guilavogui (ab 2018) Zur Galerie
Josuha Guilavogui (ab 2018) ©

26 Spiele wurden in dieser Saison in der Eredivisie gemacht, nach dem Abbruch gibt es weder einen Meister noch Auf- und Absteiger. Der Königliche Niederländische Fußballbund (KNVB) vergibt die Plätze für die Champions League (Ajax und Alkmaar) und die Europa League (Feyenoord Rotterdam, PSV Eindhoven, Willem II Tilburg) nach der aktuellen Tabelle, Hofland stand beim Abbruch des Spielbetriebs mit Sittard auf dem Relegationsplatz. Er geht davon aus, dass er mit Fortuna auch in der neuen Saison erstklassig ist. „Es gibt zwar noch einige Gespräche, aber zu 98, 99 Prozent wird das so sein, dass wir drinbleiben“, so der Ex-Wolfsburger, der sich auf seine erste Saison als Cheftrainer eines Erstligisten freut. Bei seinem Heimatklub: „Hier bin ich als Spieler groß geworden. Und jetzt bekomme ich die Chance als Cheftrainer.“

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Bei einem Verein, der jungen Spielern die Möglichkeit geben möchte, im Profifußball zu landen. So wie einst er selbst oder wie Ex-Bayern-Star Mark van Bommel, der ebenfalls in Sittard seine Profikarriere hatte starten dürfen. Im Februar 2018 war Hofland als Co-Trainer nach Sittard zurückgekehrt, „14 Spiele später sind wir in die erste Liga aufgestiegen. Wir haben einiges aufgebaut – und das wollen wir fortführen“. Mit ihm an der Spitze.

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