03. Dezember 2020 / 17:10 Uhr

Ex-Wolfsburg-Torjäger Juskowiak: "Weghorst ist Wahnsinn"

Ex-Wolfsburg-Torjäger Juskowiak: "Weghorst ist Wahnsinn"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gleichauf: Mit seinem 39 Treffer ist Wout Weghorst (l.) in der Bundesliga-Torjägerliste des VfL Wolfsburg mit Andrzej Juskowiak gleichgezogen.
Gleichauf: Mit seinem 39 Treffer ist Wout Weghorst (l.) in der Bundesliga-Torjägerliste des VfL Wolfsburg mit Andrzej Juskowiak gleichgezogen. © DPA/Imago
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Wout Weghorst hat einen Super-Lauf - darüber freut sich auch Ex-VfL-Torjäger Andrzej Juskowiak, der nun nicht mehr alleiniger Vierter in der Bundesliga-Torjägerliste des VfL Wolfsburg ist...

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Sechs Tore in den vergangenen sechs Spielen in der Fußball-Bundesliga – aber Wout Weghorst will mehr, er bleibt ehrgeizig. Das war in diesen Tagen beim Training des VfL Wolfsburg deutlich zu sehen, als der Top-Torjäger bei einem Trainingsspiel mal kurz mit einer Entscheidung von Trainer Oliver Glasner nicht einverstanden war… 39 Tore in 75 Erstliga-Spielen hat Weghorst für den VfL schon erzielt. Mit seinem Doppelpack beim 5:3-Spektakel gegen Werder Bremen ist er in der Bundesliga-Torjägerliste des Klubs mit Ex-VfL-Torjäger Andrzej Juskowiak gleichgezogen, der nach Edin Dzeko (111 Spiele/66 Tore), Grafite (107/59) und Diego Klimowicz (149/57) viertbester Torschütze in der Wolfsburger Erstliga-Historie ist.

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„Das ist Wahnsinn, wie er trifft“, lobt der ehemalige polnische Nationalspieler und fügt hinzu: „Er macht fast in jedem zweiten Spiel seine Tore – und das schon seit zwei Jahren.“ Weghorst war im Sommer 2018 vom AZ Alkmaar nach Wolfsburg gewechselt und vom Start weg gesetzt. Schon in seinen ersten beiden Bundesliga-Spielzeiten war er der erfolgreichste Torschütze des Klubs gewesen (17 Tore 2018/19, 16 in 2019/20). „Wenn man 39 Tore in der Bundesliga für den VfL schießt, ist man eben ein richtiger Torjäger, weil ich das auch geschafft habe...“, sagt Juskowiak grinsend.

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Der Pole, der heute TV-Experte bei einem Pay-TV-Sender ist, war einer der ersten Stars, die der VfL in seiner Bundesliga-Geschichte hatte, 1998 hatten die Wolfsburger ihn von Borussia Mönchengladbach geholt, bis 2002 blieb der heute 50-Jährige in Wolfsburg. Wie Weghorst trug er das Trikot mit der Rückennummer 9. 131 Pflichtspiele hat Juskowiak für den VfL bestritten, 108 waren es in der Bundesliga, Weghorst hat jetzt 75 in der ersten Liga für die Wolfsburger bestritten.

Was macht Weghorst aus? „Er steht im Strafraum immer an der richtigen Stelle, er setzt seinen Körper ein und wenn er den Ball dann bekommt, wird‘s für die Gegenspieler sehr schwer“, beschreibt Jusko. „Er hat einfach das Feeling, er ist keiner, der steht und auf den Ball wartet, sondern er hat fast immer das richtige Näschen.“


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Einsatz, Mentalität, Torriecher - von einem wie Weghorst können junge Spieler profitieren, sagt Juskowiak und denkt an seinen Landsmann Bartosz Bialek, der gegen Bremen sein erstes Bundesliga-Tor geschossen hat. „Bei Weghorst sieht man immer, wie ehrgeizig er ist, er will immer Tore machen. Bialek kann von Weghorst lernen“, sagt der Ex-Wolfsburger – unter anderem seine Handlungsschnelligkeit und sein Durchsetzungsvermögen. Manchmal verliere der 19-jährige Neuzugang, dessen Weg Juskowiak schon in der polnischen Extraklasa verfolgt hatte, den Ball noch zu schnell. „Weghorst dagegen ist da komplett anders – er wehrt sich.“ So wie es auch Juskowiak in seiner aktiven Zeit gemacht hatte.

Übrigens: Sauer ist der Pole keineswegs, dass er in der VfL-Rekordtorjäger-Liste in der Bundesliga nun nicht mehr alleiniger Vierter ist: „Ich bin nicht sauer, sondern freue mich für Weghorst. Er soll weiter Tore schießen – so wie in den vergangenen zwei Jahren.“