09. Juni 2020 / 11:12 Uhr

Exklusiv: Schalke, Köln und Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen bewirbt sich um Europa-League-Finalturnier

Exklusiv: Schalke, Köln und Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen bewirbt sich um Europa-League-Finalturnier

Heiko Ostendorp und Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Drei Stadien in Nordrhein-Westfalen sollen die Bühne für die Finalspiele der Europa League bilden. Unter anderem soll auf Schalke und in Düsseldorf gespielt werden.
Drei Stadien in Nordrhein-Westfalen sollen die Bühne für die Finalspiele der Europa League bilden. Unter anderem soll auf Schalke und in Düsseldorf gespielt werden. © imago images/Montage
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Wo finden die Endspiele der Champions League und der Europa League statt? Während Lissabon in der Königsklasse als Favorit gilt, soll es aus Deutschland nach SPORTBUZZER-Informationen eine gemeinsame Bewerbung aus Nordrhein-Westfalen für die Finalpartien der Europa League geben.

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Das Finalturnier der Europa League soll in Deutschland stattfinden – so lautet zumindest der Plan des DFB. Der Verband wird sich nicht nur mit der Stadt Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet als Austragungsort bei der UEFA bewerben, sondern zusätzlich auch mit Nordrhein-Westfalen. Nach SPORTBUZZER-Informationen sollen die Partien in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Köln ausgetragen werden. Die Bild berichtet außerdem von Duisburg als vierter Option. Mönchengladbach und Dortmund haben die DFB-Anfrage nach unseren Informationen hingegen abgelehnt.

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Der BVB bestätigte auf Nachfrage: "Es stimmt, dass wir für uns entschieden haben, als Spielort nicht zur Verfügung zu stehen." Der finanzielle Ertrag wäre für die Ausrichter überschaubar – bei Borussia Mönchengladbach hätte der Klub seine Profimannschaft sogar für die Dauer des Turniers „ausquartieren“ müssen, da sich der komplette Kabinentrakt im Stadion befindet und sich die Spieler auch für ihre Trainingseinheiten dort umziehen.

Der Wettbewerb war wie die Champions League Mitte März wegen der sich ausbreitenden Corona-Pandemie mitten im Achtelfinale unterbrochen worden. Die restlichen Spiele sollen wie in der Königsklasse als Blitzturnier an einem Standort zwischen Mitte und Ende August ausgerichtet werden, dementsprechend würden auch die noch ausstehenden Achtefinal-Rückspiele in NRW stattfinden. Die Entscheidung über die Ausrichtung der Finalturniere beider Wettbewerbe trifft das Exekutivkommitee der UEFA bei seiner Sitzung am 17. und 18. Juni.

Nordrhein-Westfalen hat Vorteile gegenüber Rhein-Main-Gebiet

Laut Bild war eine Anfrage von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin bei DFB-Boss Fritz Keller ausschlaggebend für die Bewerbung. Beim europäischen Verband ist man offenbar schwer beeindruckt vom Hygienekonzept der DFL und des DFB, welches gerade in der Bundesliga umgesetzt wird. Ob Deutschland dagegen die von der UEFA geforderten Steuervergünstigungen bieten kann, muss sich zeigen. Offenbar hat Keller dazu schon mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) telefoniert, der vorsichtig Unterstützung signalisiert haben soll.

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Im ersten Finale der neuen UEFA Europa League am 12. Mai 2010 in Hamburg gewann Atlético Madrid nach Verlängerung 2:1 gegen den FC Fulham. Zur Galerie
Im ersten Finale der neuen UEFA Europa League am 12. Mai 2010 in Hamburg gewann Atlético Madrid nach Verlängerung 2:1 gegen den FC Fulham. ©

Wie der SPORTBUZZER erfuhr, sieht der Plan sieht vor, dass die teilnehmenden Mannschaften an einem Ort wohnen, die Begegnungen in verschiedenen Stadien der Umgebung ausgetragen werden sollen. Der Vorteil gegenüber einer Bewerbung des Rhein-Main-Gebiets: Alle Austragungsorte befinden sich in einem Bundesland, während in Frankfurt (Hessen), Sinsheim (Baden-Württemberg) und Mainz (Rheinland-Pfalz) durch das Föderalismus-System unterschiedliche Hygieneregeln gelten.