14. Januar 2021 / 09:07 Uhr

Mit Extraschichten und Ernährung: So arbeitet Muslija für seine nächste 96-Chance 

Mit Extraschichten und Ernährung: So arbeitet Muslija für seine nächste 96-Chance 

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Schiebt Sonderschichten: 96-Talent Florent Muslija kämpft um seine nächste Chance bei den Roten.
Schiebt Sonderschichten: 96-Talent Florent Muslija kämpft um seine nächste Chance bei den Roten. © Florian Petrow
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Er hat großes Talent und ist ein Trainingsweltmeister: Florent Muslija. Bei Hannover 96 bringt er seine Qualitäten in Pflichtspielen aber zu selten auf den Rasen. Jetzt legt Mittelfeldspieler noch Extra-Schichten ein, hat vor Monaten auch seine Ernährung umgestellt.  

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Wer sich mal bei 96 durchfragt, be­kommt fast immer die eine Antwort: Der talentierteste Fußballer im Team? Florent Muslija. Den Schritt zum Stamm- oder sogar Unterschiedsspieler hat der 22-Jährige trotzdem noch nicht geschafft. Seine Karriere ist ein Auf und Ab, jetzt nimmt das Pro­blem­ta­lent den nächsten Anlauf zum Durchbruch, und der erscheint vielversprechend.

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Private Veränderungen bei Muslija

Muslija will den einst wechselhaften Le­bens­wan­del hinter sich lassen – Ehe, Extraschichten, Engagement. Anfang Dezember gab es die guten Nachrichten im Doppelpack: Der 22-Jäh­ri­ge und seine Sojka hatten sich das Jawort ge­ge­ben und verkündeten per Instagram, dass Nachwuchs anstehe. Muslija, dem es als jungem Profi auch mal an professioneller Einstellung gefehlt haben soll, wird erwachsen. Die Einstellung passt. Die fürs Profidasein optimierungsbedürftige Ernährung hat er vor Monaten schon angepasst. Und Muslija wirkt glücklich mit der neuen Rolle.

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Im Training stark, in Spielen schwach

Der Zauberfuß hat jetzt noch mehr Energie. Als Trainingsweltmeister gilt er ohnehin, bekam das Ta­lent aber in den Pflichtspielen zu selten auf den Platz. „Bei ihm hatten wir die Problematik, dass wir die Performance im Training nicht auf eine konstante Art in die Spiele rübertransportieren konnten“, bestätigt Kenan Ko­cak.

Die Extraschichten, die Muslija jetzt einlegt, sind allerdings neu. Am Montag, als die Kollegen freihatten, ging Muslija freiwillig joggen. Am Dienstag ackerte er dann ebenfalls per Sonderschicht für ei­nen zielgenauen Freistoß. Der neue, große Einsatz bleibt Kocak nicht verborgen, der Muslija ob dessen Einstellung in der Vergangenheit immer wieder mal angezählt hatte.

Mit dem „neuen“ Muslija ist er zufrieden: „Sehr! Er ist sehr fleißig und arbeitet an sich“, lobt der Cheftrainer, „er ist ein junger Spieler, muss sich noch entwickeln – das ist auch ein Projekt für ihn persönlich. Aber er ist auf einem richtig guten Weg. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass er noch sehr, sehr wichtig für uns sein wird.“ In dieser Saison hat Muslija allerdings erst 199 Minuten gespielt, er blieb in sieben Spielen komplett auf der Bank.

"Wird seinen Weg gehen"

Gegen Darmstadt brachte Kocak ihn in der 82. Minute für Marvin Ducksch. Und Muslija haute sich rein wie zuletzt beim Training. Mit der ersten Aktion legte er Hendrik Weydandt eine Riesenchance vor, brachte obendrein 86 Prozent seiner Zuspiele zu den Mitspielern und lief in den letzten zehn Minuten fast zwei Kilometer. Jetzt muss Muslija seine Power nur mal nachhaltig auf den Platz bringen, das ist der entscheidende Teil bei der Entwicklung, die er nehmen muss.

Das weiß auch Kocak: „Er hat ja schon sehr gute Spiele hier abgeliefert, das darf man nicht vergessen. Nur brauchen wir Kontinuität und Konstanz. Da­ran arbeiten wir mit ihm. Das ist ein Prozess für ihn, daran muss er erst mal wachsen. Aber ich bin sicher, dass der Junge seinen Weg gehen wird!“ Die Vorzeichen stimmen jedenfalls bei Muslija.