30. Juli 2021 / 16:52 Uhr

„Extrem schade“: Göttinger Dreispringerin Eckhardt-Noack verpasst Olympia-Finale knapp

„Extrem schade“: Göttinger Dreispringerin Eckhardt-Noack verpasst Olympia-Finale knapp

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Zwei Zentimeter fehlen: Neele Eckhardt-Noack beim Wettkampf in Tokio.
Zwei Zentimeter fehlen: Neele Eckhardt-Noack beim Wettkampf in Tokio. © Michael Kappeler
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Als „extrem schade“ bezeichnet Frank Reinhardt, Trainer der Göttinger Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack, die Tatsache, dass ein Schützling bei den Olympischen Spielen in Tokio die Finalteilnahme um gerade einmal zwei Zentimeter verpasst hat. Mit 14,30 Metern belegte die 29-Jährige in der Qualifikation den 13. Platz.

Ganze zwei Zentimeter haben Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen bei den Olympischen Spielen in Tokio gefehlt, um sich für das Finale der besten zwölf Springerinnen zu qualifizieren: Mit 14,20 Metern im dritten und letzten Versuch belegte die 29-Jährige in der Qualifikation unter 35 Springerinnen den undankbaren 13. Platz.

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30.07.2021, Japan, Tokio: Leichtathletik: Olympia, Dreisprung, Frauen, Nele Eckhardt-Noack aus Deutschland. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Neele Eckhardt-Noack in Tokio beim Anlauf. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Besonders ärgerlich für die LGGerin war, dass sie in ihrem besten Versuch einiges am Brett verschenkte, und zwar satte 18,6 Zentimeter. So kam die Finnin Kristiina Mäkelä mit gesprungenen 14,21 Metern weiter. Eckhardt-Noack wäre nur an ihr vorbeigezogen, wenn sie ihre Konkurrentin, die in der Gruppe B sprang, im letzten Versuch um einen Zentimeter übertrumpft hätte, weil bei gleicher Weite der bessere zweite Versuch den Ausschlag gibt – und den hatte die Finnin mit 14,08 Metern.

Neele Eckhardt, of Germany,competes in the qualification rounds of the women's triple jump at the 2020 Summer Olympics, Friday, July 30, 2021, in Tokyo. (AP Photo/David J. Phillip)
Die Göttingerin bei der Landung - ganz knapp reicht es nicht für die Finalteilnahme. © Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

Eckhardt Noack war mit einem Sprung auf 13,88 Meter in die Qualifikationskonkurrenz der Gruppe A gestartet und hatte dabei bereits 14,6 Zentimeter am Brett verschenkt. Der zweite Versuch glückte ihr besser – zehn Zentimeter am Brett waren zu verschmerzen, allerdings ging es für die LGGerin nicht weiter als auf 13,92 Meter. Im letzten Versuch folgte dann die Steigerung, allerdings mit einem unglücklichen und enttäuschenden Ausgang für Eckhardt-Noack.

Reinhardt: „Es hat nicht sollen sein“

„Es ist extrem schade, dass sie ausgeschieden ist, zumal sie viel am Brett liegen gelassen hat. 18 Zentimeter sind ganz schön viel“, sagte Eckhardt-Noacks Heimtrainer Frank Reinhardt am Freitagnachmittag in einer ersten Reaktion. „Aber es hat nicht sollen sein, das ist nun mal so.“

Zu diesem Zeitpunkt hatte Reinhardt, der den Wettkampf, ohne eingreifen zu können, zu Hause am Livestream verfolgt hatte, noch nicht mit seinem Schützling gesprochen. Aus seiner Sicht seien die ersten beiden Sprünge aber „technisch nicht versiert“ gewesen, der Fehler habe bei den ersten beiden Versuchen im Übergang vom ersten zum zweiten Sprung gelegen. „Der dritte Versuch war dann technisch auf dem Niveau der letzten Trainingseinheiten. Vor dem Wettkampf hatte ich mir gedacht: Wenn sie so einsteigt, ist das Ding safe.“

Allerdings müsse sich Eckhardt-Noack mit 14,20 Metern nicht verstecken. „Das ist eine tolle Leistung, die Neele nicht jeden Tag springt, und überhaupt kann man auf die Olympia-Teilnahme absolut stolz sein“, sagte Reinhardt. „Bei großen Wettkämpfen wünscht man sich natürlich immer, das eigene Leistungsvermögen noch zu toppen. Andererseits ist es Olympia und nicht die EM, und das muss man erst mal meistern.“


Gierisch verzichtet auf dritten Versuch

Die zweite deutsche Starterin Kristin Gierisch (Bayer Leverkusen) hatte sich beim zweiten Versuch verletzt und deshalb auf den dritten Versuch verzichtet. Für sie standen am Ende beim einzigen gültigen Versuch enttäuschende 13,02 Meter zu Buche. „Neele und sie hatten sich gut verstanden, und es ist für sie natürlich nicht schön, so aus dem Wettkampf zu gehen“, sagte Reinhardt.

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Ihrer Favoritenrolle gerecht wurde die Venezuelanerin Rojas Yulimar, die gleich im ersten Versuch locker und leicht auf 14,77 Meter sprang und damit die größte Weite des Qualifikation erzielte. Yulimar kratzt momentan am Weltrekord, der bei 15,50 Metern liegt und ist in diesem Jahr bereits 15,43 Meter weit gesprungen. Alles andere als ein Sieg der Venezuelanerin im Endkampf am Sonntag ab 13.15 Uhr wäre eine Überraschung.