24. März 2020 / 09:07 Uhr

Positive Nachrichten für Böhm und Kastening: Corona-Test der Recken fällt negativ aus

Positive Nachrichten für Böhm und Kastening: Corona-Test der Recken fällt negativ aus

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fabian Böhm (links) und Timo Kastening (rechts) von den Recken haben sich beim DHB-Lehrgang nicht bei Jannik Kohlbacher mit Covid-19 angesteckt.
Fabian Böhm (links) und Timo Kastening (rechts) von den Recken haben sich beim DHB-Lehrgang nicht bei Jannik Kohlbacher mit Covid-19 angesteckt. © imago images/wolf-sportfoto
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Weil sie beim Lehrgang der Nationalmannschaft Kontakt mit dem mit Covid-19 infizierten Jannik Kohlbacher hatten, mussten sich die Recken Fabian Böhm und Timo Kastening ebenfalls einem Test unterziehen. Jetzt ist klar: Das Duo der TSV Hannover-Burgdorf hat sich nicht angesteckt.

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Am Montag um 11 Uhr bimmelte das Handy von Timo Kastening. Im Display die Nummer von Recken-Hausarzt Dirk Stach aus Wettbergen. Der Moment der Wahrheit für Kastening – Corona-Test negativ oder positiv? Kurzes Rattern im Kopf, dann die Erleichterung. Stach hatte positive Nachrichten: Der Test ist negativ ausgefallen. „Darüber bin ich natürlich überglücklich“, sagte Kastening. Ebenso sein Recken-Kollege Fabian Böhm. Auch er erhielt die Nachricht, dass sein Test negativ ist. Kein Corona.

Kontakt bei der Nationalmannschaft

Die beiden Nationalspieler hatten sich vergangenen Donnerstagabend auf dem Messegelände testen lassen müssen, weil sie in der Woche zuvor beim DHB-Lehrgang in Aschersleben Kontakt mit Jannik Kohlbacher hatten. Der Kreisläufer der Rhein-Neckar Löwen war Anfang vergangener Woche positiv getestet worden.

Die komplette Nationalmannschaft inklusive Bundestrainer Alfred Gislason war daraufhin in Quarantäne geschickt worden. Bei den Löwen waren neben Kohlbacher auch Patrick Groetzki, Mads Mensah Larsen, Gedeón Guardiola und Trainer Martin Schwalb an Corona erkrankt.

Das sind die zehn besten Torschützen der TSV Hannover-Burgdorf in der Saison 2019/20 (Stand: 14.03.2020)

Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) Zur Galerie
Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) ©
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„Wir sind sehr froh, dass sich Fabian und Timo nicht mit dem Virus angesteckt haben. Gleichwohl gilt weiterhin für alle Spieler und Mitarbeiter der Recken, sich an die aufgestellten Regeln und Schutzmaßnahmen der Behörden zu halten“, sagte Sportchef Sven-Sören Christophersen. An ein gemeinsames Teamtraining ist nicht zu denken. „Unsere Spieler werden sich weiterhin an ihre individuellen Trainingsempfehlungen halten. Und dann müssen wir einfach abwarten, ab wann wir wieder einen einigermaßen geregelten Trainingsbetrieb aufnehmen können“, erklärt Christophersen.

Spielbetrieb ruht mindestens bis zum 22. April

Wenn es nach HBL-Präsident Uwe Schwenker geht, kann das noch lange dauern. „Ich glaube nicht, dass in dieser Saison noch gespielt wird“, sagte der Ligachef den „Kieler Nachrichten“. Entschieden ist aber noch lange nichts. Derzeit ruht der Spielbetrieb bis zum 22. April. In der HBL gibt es eine Arbeitsgruppe, die eine Lösung für den gesamten deutschen Handball finden will. „Wir werden jetzt ruhig und besonnen mit der Situation umgehen“, so Schwenker. Er gehe davon aus, „dass wir zwei Spielzeiten brauchen werden, um uns wieder zu stabilisieren“.

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Der wirtschaftliche Schaden für die Klubs ist enorm. Ligageschäftsführer Frank Bohmann bezifferte die Verluste auf 25 Millionen Euro. Schwenker verwies darauf, dass im Vergleich zum Fußball der Anteil der Erlöse der Vereine aus den Zuschauereinnahmen und von Sponsoren wesentlich höher ist. Bei einem Abbruch der Saison seien diese Einnahmen endgültig verloren.

„Die Partner der Vereine müssen sich zuerst um Wohl und Wehe ihrer eigenen Mitarbeiter kümmern, bevor sie im Sportsponsoring investieren“, meinte er. Die Klubs seien gut beraten, „eine Planung vorzunehmen, die erhebliche Einnahmeverluste berücksichtigt“. Auch die Spieler wüssten, „was auf dem Spiel steht. Die Bandbreite der Gehälter ist groß, da sind Augenmaß und Fingerspitzengefühl gefragt.“

TSV Hannover-Burgdorf: Das ist der Recken-Kader der Saison 2019/20 in Bildern:

Die Handball-Bundesligamannschaft des TSV Hannover-Burgdorf. Zur Galerie
Die Handball-Bundesligamannschaft des TSV Hannover-Burgdorf. ©

Auch Löwen-Spielmacher Andy Schmid glaubt nicht, dass die Spielzeit fortgesetzt wird und schlägt bei einem Abbruch eine Annullierung der Saison vor. „Sie sollte in den Geschichtsbüchern die Saison sein, die nie gespielt wurde. Es wäre die einzig nachvollziehbare Entscheidung“, sagte er dem „Mannheimer Morgen“.

Saisonabbruch in Polen

Es sei „grenzwertig, diese Saison irgendwie zu werten: Es gibt Mannschaften mit 26 Spielen, andere haben 27. Und wenn wir ehrlich sind: Nach 26 Spielen kann man keinen Meister küren und keinen Klub zum Absteiger erklären.“ Kommt es so, wären die Recken gekniffen. Sie stehen nach einer bisherigen Traumsaison aktuell auf EHF-Cup-Platz vier und zudem im Pokal-Final-Four mit der Chance auf einen Titel.

Das Nachbarland Polen handelt anders. Der Ligaverband entschied am Montag, die Saison vorzeitig abzubrechen und mit dem Tabellenstand vom 12. März zu werten. Bedeutet: Nationaltorhüter Andreas Wolff ist mit seinem Verein PGE Vive Kielce polnischer Meister.

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