23. August 2018 / 18:43 Uhr

Fabian Böhm über die neue Recken-Saison: „Für uns ist einiges möglich“

Fabian Böhm über die neue Recken-Saison: „Für uns ist einiges möglich“

Robin Schwitzer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Blickt mit Zuversicht auf die neue Saison: Fabian Böhm.
Blickt mit Zuversicht auf die neue Saison: Fabian Böhm. © Sielski
Anzeige

Am Sonntag starten die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf gegen den VfL Gummersbach in die neue Bundesliga-Saison. "Der Überraschungseffekt ist vorbei", warnt Fabian Böhm. Dennoch hat sich der Rückraum-Recke viel für die neue Spielzeit vorgenommen. Seine Familie gibt ihm abseits des Handballs Kraft und Ruhe.

Anzeige
Anzeige

Bei der Japan-Tour mit dem Nationalteam hat Recke Fabian Böhm ge­wissermaßen eine Anspielstation vermisst. Mitten in Tokio wusste er partout nicht, wohin er seinen Abfall werfen sollte. „Es gibt keine Mülleimer. Die Leute nehmen alles mit nach Hause und entsorgen es dort. Sie sind nicht nur total freundlich, sondern auch sehr diszipliniert“, be­richtet der Rückraumspieler beeindruckt.

Dass er einmal bei der TSV Hannover-Burgdorf keinen Abnehmer für einen Pass fände, dürfte kaum passieren. „Jeder weiß genau, was der Nebenmann tut. Es gibt klare Regeln“, unterstreicht Böhm. Auch bei den Recken ist der Erfolg eben eine Frage der Disziplin.

"Der Überraschungseffekt ist vorbei, die Gegner stellen sich auf uns ein"

Am Sonntag um 16 Uhr starten die Hannoveraner beim VfL Gummersbach in die 1. Bundesliga. Die gute vergangene Saison zu bestätigen, wird schwer, ist der 29-Jährige überzeugt: „Der Überraschungseffekt ist vorbei, die Gegner stellen sich auf uns ein.“

Wichtig sei, dass sich nicht wieder ein wichtiger Mann verletze wie Domagoj Srsen, der fürs Abwehrzentrum geholt worden war. Srsen fehlte wochenlang in der Vorbereitung. Die vielen Wiederholungen der Abläufe in den Trainingseinheiten zahlen sich aus, so Böhm: „Da ist es schlecht, wenn einer lange nicht dabei ist.“

Der 1,98 Meter große Mann mit der Nummer 20 geht aber grundsätzlich optimistisch in die neue Spielzeit. Das aggressive Verteidigen, die kompromisslose Abwehrarbeit unter Trainer Carlos Ortega, sieht Böhm als großen Trumpf der Recken: „Für uns ist einiges möglich, wenn wir so zusammenbleiben und es keine Ausfälle gibt.“

Das sind die Bilder vom öffentlichen Training der TSV Hannover-Burgdorf in Burgdorf.

Martin Ziemer und Kai Häffner klatschen sich ab. Zur Galerie
Martin Ziemer und Kai Häffner klatschen sich ab. ©

Von Rang drei bis acht ist alles möglich

In der oberen Tabellenhälfte sei es aber sehr eng, die Mannschaften sieht der elfmalige Nationalspieler (13 Tore) auf einem ähnlichen Niveau. Auch wie sich die Doppelbelastung durch den internationalen Wettbewerb auf die Recken auswirkt, bleibe noch abzuwarten. Um die Ränge drei bis acht streiten sie nach seiner Einschätzung: „Aber da verlierst du womöglich mehrere Partien mit einem Tor, bist am Ende auf einmal Achter – und hast trotzdem eine gute Saison gespielt.“

Als zwei Kontrahenten, die sich zuletzt unter Wert verkauft haben, hat Böhm Göppingen und MT Melsungen ausgemacht: „Beide haben erneut viel in ihre Teams investiert. Aber was das dann wirklich bringt, man kann das nur sehr schwer einschätzen.“

Mehr zu den Recken

TSV Hannover-Burgdorf: Bilder der Saison 2017/18:

Nach dem Einzug ins Pokalfinale: Die Recken machen Kabinenparty. Zur Galerie
Nach dem Einzug ins Pokalfinale: Die Recken machen Kabinenparty. ©

Sein eigenes Leistungsvermögen vermag Böhm, der im Zoo-Viertel wohnt und gern in der Eilenriede unterwegs ist, besser einzuordnen. In der Nationalmannschaft sieht er sich mit fünf weiteren Spielern im Kreis je­ner, die für seine Position im linken Rückraum infrage kommen. „Es ist mein An­spruch, da zu spielen“, sagt Böhm klipp und klar. 

Die Familie gibt Böhm Kraft

Zum Kader der DHB-Auswahl zu gehören, sei „ein gutes Gefühl“. Was Fabian Böhm Kraft und eine Ruhe gibt, die er bisher in seiner Zeit als Profi nicht erlebt hat, ist seine Familie. „Man beschäftigt sich ja sonst immer irgendwie mit Handball“, sagt er.

Vor neun Monaten kam Söhnchen Otto auf die Welt, mit Ehefrau Katharina (Ärztin im Krankenhaus Siloah) ist der Recke sehr glücklich: „Vater zu sein ist das Schönste, was mir bisher passiert ist. Ich komme nun nach Hause und kann den Kopf mal total abschalten.“

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt