18. Februar 2019 / 16:06 Uhr

Trainerlegende Fabio Capello kritisiert den FC Bayern: "Sie haben Qualität verloren"

Trainerlegende Fabio Capello kritisiert den FC Bayern: "Sie haben Qualität verloren"

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kritisiert den FC Bayern scharf: Trainer-Legende Fabio Capello
Kritisiert den FC Bayern scharf: Trainer-Legende Fabio Capello © 2019 Getty Images
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Fabio Capello gewann als Trainer die Champions League und diverse nationale Titel. Er kann daher wohl einschätzen, wie gut eine Mannschaft wirklich ist. Nun kritisiert er den FC Bayern und auch Borussia Dortmund scharf - und fordert ein neues Talente-System.

Trainerlegende Fabio Capello richtet deutliche Worte in Richtung des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München. Der Italiener, der unter anderem bei Juventus Turin und Real Madrid im Amt war, sagte am Montag im Rahmen des Laureus World Sports Award im Fürstentum Monaco über das Team von Trainer Niko Kovac: "Sie spielen langsam, sie haben Qualität verloren. Das ist ein anderes Bayern München. Die Mentalität ist eine andere als die, die ich kenne." Die Münchner zeigten auf dem Platz nicht mehr die Agressivität, die sie in den vergangenen Jahren ausgezeichnet habe, so Capello.

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Entsprechend mahnt der 72-Jährige den deutschen Meister auch zu einem defensiven Auftreten im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales am Dienstag (21 Uhr) beim FC Liverpool. "Bayern muss auswärts vorsichtig sein. Zu Hause können sie dann mehr wagen", sagte er.

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Scharfe Kritik an Borussia Dortmund

Kaum ein gutes Haar ließ der Coach, der Juve 1994 zum Titel in der Königsklasse führte, auch an Borussia Dortmund unter Trainer Lucien Favre. "Sie spielen immer nur einen Stil", sagte Capello. "Wenn sie dann keinen guten Tag haben, bekommen sie Probleme." Aktuelles Beispiel für den italienischen Meistertrainer: die heftige 0:3-Pleite des BVB in der vergangenen Woche im Champions-League-Achtelfinale bei Tottenham Hotspur. "Ich habe nicht verstanden, was da in der zweiten Hälfte passiert ist", so Capello.

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Derweil sieht er die Schere selbst im internationalen Topfußball aufgrund der ungleichen Geldverteilung bedenklich auseinanderklaffen. Die italienischen und deutschen Mannschaften hätten seiner Meinung nach schon einen gehörigen Rückstand gegenüber den englischen Klubs, Paris Saint-Germain aus Frankreich sowie Real Madrid und FC Barcelona aus Spanien. Grund: Die Spieler der Topklubs seien durch die Vielzahl der Wettbewerbe derart hohen Belastungen ausgesetzt, dass nur noch Mannschaften mit mehr als 15, 16 Topspielern Aussicht auf den ganz großen Erfolg hätten. Deswegen tippt Capello in dieser Saison auch auf einen Sieg Manchester Citys in der Champions League. "Sie haben eben nicht nur 15,16 Spieler. Sie können jede Verletzung auffangen", sagte der Italiener über das Team des früheren Bayern-Coaches Pep Guardiola.

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Ein Vorschlag, wie der Fußball wieder gerechter werden könnte: "Man müsste über ein System wie in der NBA nachdenken", so Capello. Das hieße: Die schlechtesten Klubs dürften sich als erstes die besten Talente sichern, die bisher ausufernden Gehaltszahlungen würden durch eine Obergrenze, ein sogenanntes Salary Cap, gedeckelt.