04. Mai 2020 / 18:27 Uhr

Nach Facebook-Video: Hertha BSC reagiert und suspendiert Salomon Kalou

Nach Facebook-Video: Hertha BSC reagiert und suspendiert Salomon Kalou

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Profi Salomon Kalo hat mit einem Facebook-Live-Video für Aufsehen gesorgt.
Hertha-Profi Salomon Kalo hat mit einem Facebook-Live-Video für Aufsehen gesorgt. © imago images/Metodi Popow/Screenshot/Montage
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Salomon Kalou sorgte am Montag mit einem Live-Video bei Facebook für Aufsehen. Es war unter anderem zu sehen, wie er seine Mitspieler abklatschte und sich wohl über die Gehaltskürzung im Zuge der Coronavirus-Pandemie unterhält. Nun hat sein Verein Hertha BSC reagiert.

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Die Aufregung war groß am Montag! Der Profi-Spieler Salomon Kalou von Hertha BSC sorgte mit einem Live-Video bei Facebook für mächtig Wirbel, indem er sich selbst filmte, wie er mit seinen Mitspielern abklatschte und wohl über Gehaltskürzungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie spricht. Von Abstandsregeln, wie sie im Konzept der Deutschen Fußball-Liga vorgeschrieben sind, war dabei nicht zu sehen. Nun äußerte sich Hertha BSC zu dem Vorfall - und suspendierte den Spieler vom Trainings- und Spielbertrieb. "Salomon Kalou hat mit dem Video aus der Kabine gegen teaminterne grundlegende Regeln verstoßen und ein Verhalten gezeigt, welches weder der Situation angemessen ist noch den Verhaltensregeln des Vereins entspricht", hieß es vom Verein.

SPORTBUZZER-Schalte zur Kalou-Suspendierung: Hertha BSC hatte keine andere Wahl

Laut Hertha-Manager Michael Preetz hatte der Vereine keine andere Wahl. "Hertha BSC bedauert das Verhalten von Salomon Kalou zutiefst. Zumal es sich um einen gleichermaßen verdienten wie erfahrenen Spieler handelt. Das Ausmaß des Fehlverhaltens erfordert jedoch konsequentes Handeln", sagte er laut Vereinsmitteilung. "Salomon Kalou hat mit seinem Video nicht nur Hertha BSC einen großen Schaden zugefügt, sondern vor allem in der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs und die Rolle des Profifußballs den Eindruck erweckt, dass einzelne Spieler das Thema Corona nicht ernst nehmen. Ich möchte aber ausdrücklich betonen, dass wir alle Beteiligten intensiv auf die Hygiene- und Abstandsregeln hingewiesen haben und auf deren konsequente Einhaltung achten. Wir orientieren uns klar an den Maßgaben der für uns zuständigen Gesundheitsbehörde und den Empfehlungen des RKI."

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Zudem äußerte sich Hertha in einer Mitteilung auch über die Geschehnisse. "Salomon Kalou hat mit seinem Video den Eindruck vermittelt, dass die Spieler von Hertha BSC die vorgegebenen Abstands- und Hygieneregeln seitens der Gesundheitsbehörden nicht ernst nehmen. Hertha BSC möchte festhalten, dass dies die Verfehlung eines einzelnen Spielers war", teilte Hertha BSC in einer Stellungnahme am Montagabend mit. "Die Tatsache, dass andere Teammitglieder ihn nicht auf diese Verfehlung aufmerksam gemacht haben und stattdessen den Gruß per Handschlag erwidert haben, verdeutlicht, dass die regelmäßigen Hinweise auf die Abstands- und Hygieneregeln noch intensiver ausfallen müssen."

Hertha erklärte zudem, dass die Mannschaft in kleinen Gruppen trainiere und entsprechend auch in kleines Gruppen Räumlichkeiten zum Umziehen benutzt. "Salomon Kalou hat sich durch die negativen Testergebnisse dazu verleiten lassen, seine Teamkollegen in seiner Kabine entgegen der klaren Ansagen durch den Hygienebeauftragten teilweise mit Handschlag zu begrüßen.

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Kalou entschuldigt sich für Video

Kalou selbst entschuldigte sich laut Mitteilung des Vereins. "Es tut mir leid, wenn ich mit meinem Verhalten den Eindruck erweckt habe, dass ich Corona nicht ernst nehme. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Das Gegenteil ist der Fall, denn ich mache mir vor allem auch über die Menschen in Afrika große Sorgen, denn dort ist die medizinische Versorgung bei weitem nicht so gut wie in Deutschland. Ich habe nicht wirklich nachgedacht und mich darüber gefreut, dass unsere Tests alle negativ waren. Zudem möchte ich mich auch bei den im Video Gezeigten entschuldigen, die nicht wussten, dass ich live sende und die ich nicht in eine solche Situation bringen wollte", teilte er mit. Zuvor hatte bereits die DFL ihn scharf kritisiert.

Was war geschehen? Kalou filmt sich rund eine halbe Stunde selbst - zunächst auf der Autofahrt, bei der er Beifahrer ist, auf dem Weg zum Trainingszentrum. Dort angekommen begrüßt er zunächst den Athletik-Trainer per Handschlag, bevor er in der Kabine fünf seiner Teammitglieder ebenfalls mit Körperkontakt begrüßt. Damit führten die Spieler von Hertha BSC die Abstandsregeln und das Hygiene-Konzept der DFL ad absurdum.

Doch damit nicht genug. Kalou filmt selbst in der Kabine weiter, als er und seine Mannschaftskollegen sich über die neuesten Gehaltschecks unterhalten. Kalou nimmt aus seinem Spind einen Brief, hält ihn in die Kamera und erzählt, dass es die Gehaltsabrechnung ist. Elf Prozent weniger hätte er bekommen. Ein anderer Spieler im Raum spricht sogar von 15 Prozent. „Ich verstehe es nicht. Das ist verrückt, Bro. Ich verstehe nicht, warum sie das machen. Ich werde ihn fragen: Verarscht ihr uns? Wenn sie das mit jedem Spieler machen, verdienen sie eine Menge Geld“, sagt Vedad Ibisevic, der wohl nicht weiß, dass Kalou live streamt.

Hertha BSC verteidigt Gehaltskürzungen: Waren abgestimmt

Hierzu teilte Hertha BSC mit: "Die Diskussion zum Thema Teilgehaltsverzichts der Lizenzspieler bei Hertha BSC ist durch fehlerhafte Abrechnungen entstanden. Diese wurden mittlerweile korrigiert. Die grundsätzliche Maßnahme war in offen geführten Abstimmungsgesprächen mit allen besprochen und von allen Spielern unterstützt worden. Es gab dort keine kritischen Stimmen. Im Gegenteil, alle haben diese Maßnahme begrüßt."