07. Januar 2021 / 16:29 Uhr

Fahrplan steht: Hannovers Topschwimmer Angelina Köhler und Sven Schwarz wollen nach Olympia

Fahrplan steht: Hannovers Topschwimmer Angelina Köhler und Sven Schwarz wollen nach Olympia

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Volle Kraft voraus: Schwimmerin Angelina Köhler von Hannover 96 will sich für Olympia in Tokio qualifizieren.
Volle Kraft voraus: Schwimmerin Angelina Köhler von Hannover 96 will sich für Olympia in Tokio qualifizieren. © imago images / Eibner
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Im Sommer sollen die verschobenen Olympischen Spiele in Tokio stattfinden. Sie sind das große Ziel von Angelina Köhler und Sven Schwarz. Doch dafür müssen sie ab sofort richtig Gas geben.

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Nach den Feiertagen fahren die Schwimmer langsam wieder ihr Pensum hoch. Diese Woche ist das Kachelzählen im Sportleistungszentrum noch übersichtlich, aber ab Montag stehen „zehn bis elf Trainingseinheiten pro Woche an“, sagt Sven Schwarz. Umfang und Intensität der Schufterei im Wasser nehmen zu – für die Topschwimmer der Trainingsgruppe im SLZ wie Schwarz (W98 Hannover) und Angelina Köhler (Hannover 96) gibt es 2021 vorrangig ein Ziel: Olympia!

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Pro Einzeldisziplin zwei Startplätze

Die aus dem Vorjahr verschobenen Sommerspiele sollen in Tokio nun vom 23. Juli bis 8. August 2021 stattfinden. Jetzt hat der Deutsche Schwimmverband die Qualifikationskriterien und den entsprechenden Fahrplan festgezurrt. Die geforderten Normzeiten bleiben gegenüber 2020 wie erwartet unverändert. Im April können die Schwimmer die Zeiten bei Wettkämpfen an den ersten drei Wochenenden erfüllen. Pro Einzeldisziplin (14 je Männer und Frauen) vergibt der DSV zwei Startplätze.

Acht deutsche Topathleten haben ihr Tokio-Ticket aber jetzt schon sicher. Der DSV hat sie für die Olympischen Spiele gesetzt. Doppelweltmeister Florian Wellbrock sowie Sarah Köhler, Franziska Hentke und Philip Heintz hatten bereits bei der WM 2019 die Normzeit unterboten und eine Top-4-Platzierung erreicht. Ebenso qualifiziert sind Marco Koch, Laura Riedemann, Marius Kusch und Jacob Heidtmann. Das Quartett hatte die Norm Anfang 2020 geschafft. Es hätte noch von anderen Schwimmern verdrängt werden können. Das ist jetzt nicht mehr möglich.

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„Wir haben die Kriterien für eine Olympianominierung so angelegt, dass unsere zuletzt stärksten Schwimmer sich in dieser schwierigen Zeit möglichst langfristig in ihren Trainingsprozessen auf Olympia fokussieren können“, erklärte Bundestrainer Bernd Berkhahn.


Sein Kollege Hannes Vitense wies auf die guten Möglichkeiten zum Formaufbau hin. „Andere Nationen wie Italien oder die Niederlande fahren auch gut damit, frühzeitige Qualifikationslösungen anzubieten.“ Zudem gebe es bei Bedarf auch die Möglichkeit, Schwimmer noch zur EM im Mai nach Budapest zu schicken.

Olympia als ralistisches Ziel

Hannovers Toptalente Schwarz (18) und Angelina Köhler (20) müssen also ab sofort richtig Gas geben, um sich ihren frühen Traum von Olympia zu erfüllen. Wobei Schwarz die Angelegenheit gelassen angeht. „Ich gebe mein Bestes, dass es klappt. Und wenn nicht, bin ich eben bei den nächsten Spielen dabei. Ich habe Zeit, aber keinen Druck“, sagt Schwarz, der am 31. Januar erst 19 Jahre alt wird. Der Freistilschwimmer konzentriert sich auf die Strecken 800 Meter und 1500 Meter. Auf der langen Distanz gibt es allerdings nur noch einen Platz, den anderen blockiert Wellbrock. Die Nominierungszeit über 1500 Meter liegt bei 14:59,00 Minuten. Bestzeit von Schwarz aus dem Sommer 2019: 15:09. Über 800 Meter muss er die 7:50,30 Minuten knacken. Seine Bestzeit, ebenfalls aus dem Sommer 2019: 7:53.

„Die Zeiten sind möglich. Auf jeden Fall“, ist Schwarz optimistisch. Olympia ist und bleibt also ein realistisches Ziel – auch schon in diesem Jahr.

Köhler: "Ich bin sehr optimistisch, dass das klappt.“

Gleiches gilt für Angelina Köhler. Die 20-Jährige ist spezialisiert auf die Schmetterlingsstrecken, rechnet sich aber auch über 50 Meter Freistil etwas aus. Der Fokus von Niedersachsens Sportlerin des Jahres 2019 liegt auf den 100 Meter Schmetterling, „für die 200 Meter habe ich noch zu wenig Ausdauer“. 57,90 Sekunden sind die Normzeit. 2019 in Stockholm konnte Köhler diese Zeit schon mit 57,85 knacken. Für die DSV-Oberen zählt diese Zeit jedoch nicht. Köhler muss sie erneut liefern. Norm, Olympiateilnahme – „ich bin sehr optimistisch, dass das klappt“, sagt Köhler. Für die 50 Meter Freistil liegt die Messlatte bei 24,75 Sekunden. Diese Strecke „ist oft eine Glückssache. Wenn es gut läuft, kann ich auch da unter 25 Sekunden kommen“, glaubt Köhler.

Bei aller Zuversicht: Den Athleten fehlen die Wettbewerbe. „Man weiß einfach nicht, wo man gerade steht“, sagt Köhler stellvertretend für alle. Spätestens im April gibt es Klarheit.,

Für die Staffeln werden zur Olympianominierung ausschließlich die erbrachten Zeiten bei den Wettkampfterminen im April berücksichtigt.