14. Januar 2022 / 12:59 Uhr

Fairness-Cup: Ummern vorn, Reislingen und Osloß landesweit auf den letzten Plätzen

Fairness-Cup: Ummern vorn, Reislingen und Osloß landesweit auf den letzten Plätzen

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ein bisschen zu lieb und ein bisschen zu rabiat: Der VfL Germania Ummern (l.) ist in den heimischen Kreisen das fairste Team, der SV Reislingen/Neuhaus (M.) und der SV Osloß belegen sogar landesweit die letzten beiden Plätze.
Ein bisschen zu lieb und ein bisschen zu rabiat: Der VfL Germania Ummern (l.) ist in den heimischen Kreisen das fairste Team, der SV Reislingen/Neuhaus (M.) und der SV Osloß belegen sogar landesweit die letzten beiden Plätze. © Michael Franke / Roland Hermstein
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Der NFV hat den Zwischenstand im VGH-Fairness-Cup bekannt gegeben: Bezirksligist Germania Ummern ist vielleicht ein bisschen zu lieb. Und der SV Reislingen/Neuhaus sowie der SV Osloß belegen nicht nur in den heimischen Kreisen die letzten beiden Plätze.

Die Fußball-Saison pausiert, Zeit für einen Zwischenstand im VGH-Fairness-Cup - dem Wettbewerb, in dem der NFV in jedem Jahr die fairsten niedersächsischen Teams von Bundes- bis Kreisliga kürt. Und wo sich die unfairsten Mannschaften unabhängig von ihren sportlichen Leistungen ganz unten in der Tabelle wiederfinden. Das Ganze geschieht auch in diesem Jahr wieder mit einem Fairness-Quotienten. Während der von Bezirksligist Germania Ummern in den heimischen Fußball-Kreisen Gifhorn und Wolfsburg am niedrigsten ist, ist Kreisligist SV Osloß sogar NFV-weit das Schlusslicht.

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So setzt sich der Quotient zusammen: Gelbe Karten werden mit je einem, Gelb-Rote Karten mit je drei und Rote Karten mit je fünf Strafpunkten geahndet. Zusätzlich schlagen Sportgerichtsurteile oder auch das Nichtantreten von Mannschaften mit zehn Zählern zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Saisonspiele ergibt den Fairness-Quotienten. Wichtig: In den jeweiligen Ligen wurden - falls vorhanden - nur die Spiele der Qualifikationsrunden berücksichtigt, eventuelle Duelle in Meister- oder Abstiegsrunden fanden noch keinen Einfluss in die Wertung. Außerdem fehlt beispielsweise beim FC Brome noch das Sportgerichtsurteil gegen den Trainer, das erst vor wenigen Tagen gefällt wurde. Das wird dann in der Endabrechnung auftauchen.

VGH-Fairness-Cup: Die fairsten und unfairsten Teams in Wolfsburg und Gifhorn

Platz 8: VfL Germania Ummern (Quotient 0,8). Zur Galerie
Platz 8: VfL Germania Ummern (Quotient 0,8). ©

Das fairste heimische Team ist Ummern. Mit einem Quotienten von 0,8 belegt die Mannschaft von Trainer Hartmut Müller landesweit sogar Rang acht und kam in zehn Spielen ohne Platzverweis aus, kassierte nur acht Gelbe Karten. "Einerseits nehmen wir das gern mit, andererseits sind wir da vielleicht auch manchmal ein bisschen zu lieb, das hilft uns in unserer Situation nicht so richtig", sagt Müller mit einem Schmunzeln. Sein Team belegt mit drei Niederlagen aus drei Spielen den letzten Platz in der Bezirksliga-Abstiegsrunde. "Ich will natürlich nicht, dass sich jemand verletzt, keine groben Fouls, aber vielleicht mal ein taktisches Foul mehr, um einen Konter zu unterbinden. Das würde uns sicherlich helfen."


Ebenfalls stark: Bezirksligist SV Gifhorn (Platz 16, Quotient 1). Das beste Wolfsburger Team kommt ebenfalls aus der Bezirksliga, der VfB Fallersleben rangiert mit einem Wert von 1,1 auf Rang 26. Beeindruckend: Die Mannschaft von Trainer Lars Ebeling ist zudem auch sportlich top, qualifizierte sich mit dem ersten Platz in Staffel A für die Meisterrunde.

Doch wo Teams mit wenigen Karten und Platzverweisen sind, gibt's auch diejenigen, die davon schon so einige gesammelt haben. Nicht nur in den heimischen Fußball-Kreisen, sondern auch im gesamten NFV-Gebiet sind da Bezirksligist SV Reislingen/Neuhaus (Platz 993, Quotient 5,9) und Kreisligist SV Osloß (Platz 994, Quotient 6) auf den letzten beiden Plätzen. Der Vorletzte der Kreisliga-Staffel A kassierte in sieben Spielen satte 26 Gelbe Karten, zwei Gelb-Rote und zwei Rote.

Osloß' Team-Verantwortlichen Pino Epifani ist das natürlich ein Dorn im Auge. Weil er auch selbst Statistik führt, hat er schon damit gerechnet, dass sein Team in der Fairplay-Wertung nicht ganz so gut abschneiden wird. Dass es aber landesweit auf dem letzten Platz liegt, überrascht ihn: "Das geht nicht, das werden wir aufarbeiten müssen. Ich habe mir schon vorgenommen, mit den Spielern Gespräche zu führen." Doch zunächst stand noch nach dem Rücktritt von Dominique Dolata die Trainersuche im Fokus, dort will der Klub zeitnah Vollzug melden. "Das ist mir ein ganz großes Anliegen, dass wir uns in der Fairplay-Wertung bessern, das werde ich auch mit dem neuen Trainer besprechen. Man kann sich ja mal ärgern, aber wir hatten da ein paar Aussetzer, die dürfen so nicht passieren."

Ebenfalls interessant: Wie fair sind die Kreise? Auch darüber führt der NFV Buch, hat alle Teams nach ihrem jeweiligen Fußball-Kreis zusammengerechnet. Gifhorn liegt auf Rang 19 im unteren Mittelfeld. Bei den Wolfsburger Teams geht's hingegen etwas ruppiger zu, der Kreis Wolfsburg belegt den 31. und damit den vorletzten Platz. Schlusslicht ist der Heidekreis, am fairsten sind die Mannschaften in Rotenburg.