08. Juni 2021 / 15:20 Uhr

Falsche Identität bei VfB-Profi Silas Wamangituka: Das sagen Mislintat und Hitzlsperger

Falsche Identität bei VfB-Profi Silas Wamangituka: Das sagen Mislintat und Hitzlsperger

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sven Mislintat und Thomas Hitzlsperger äußerten sich zur Personalie Silas Wamangituka.
Sven Mislintat und Thomas Hitzlsperger äußerten sich zur Personalie Silas Wamangituka. © IMAGO/Sven Simon/Sportfoto Rudel/Poolfoto (Montage)
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Der Fall um Silas Wamangituka sorgt beim VfB Stuttgart für Unruhe. Nachdem offengelegt wurde, dass der Angreifer der Schwaben seit zwei Jahren mit mutmaßlich falscher Identität für den VfB spielte, haben sich die Verantwortlichen um Sportdirektor Sven Mislintat und Vorstandsboss Hitzlsperger geäußert.

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Im Fall der mutmaßlich falschen Identität von Silas Wamangituka sieht Sportdirektor Sven Mislintat den Stürmer des VfB Stuttgart als Opfer. "Wenn man es mit der Überschrift Menschenhandel beschreibt, dann kommen wir dem Thema schon sehr nah", sagte Mislintat am Dienstag. "Wenn er nichts gesagt hätte, hätte er seine Karriere, ohne dass irgendetwas passiert wäre, sehr einfach fortsetzen können, völlig problemlos." Trotzdem habe Silas sich dazu entschlossen, "die Wahrheit zu erzählen".

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Zuvor hatte der Bundesligist öffentlich gemacht, dass der Angreifer bisher offenbar unter falscher Identität gespielt hat. Sein korrekter Name ist demnach Silas Katompa Mvumpa. Auch das Geburtsdatum des Flügelstürmers war wohl falsch. Laut VfB-Angaben wurde Silas am 6. Oktober 1998 in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo geboren und ist somit heute 22 und damit genau ein Jahr älter als ursprünglich angenommen. Der Kongolese habe dem VfB kürzlich offenbart, dass er "Opfer von Machenschaften seines ehemaligen Spielervermittlers" geworden sei.

Mislintat: Wamangituka "kein Einzelfall"

"Wir glauben, dass Silas kein Einzelfall ist in Europa. Er übernimmt damit auch gewissermaßen ein Stück Verantwortung für das, was im weltweiten Fußball so stattfindet", sagte Mislintat. Der 48-Jährige sprach von "erschreckenden Dimensionen". Ob Silas nun eine Sperre durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) droht, weiß der VfB nicht. "Ich kann nicht sagen, ob es eine Strafe geben wird", sagte VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und richtete versöhnliche Worte an die verantwortlichen Institutionen. "Ich möchte mich sehr herzlich bei allen beteiligten Mitarbeitern, bei den Behörden, bei der DFL und beim DFB bedanken, die sich des Themas absolut gewissenhaft, professionell und diskret angenommen haben." Der DFB-Kontrollausschuss hat eine Überprüfung des Falls angekündigt.