29. April 2022 / 13:45 Uhr

Nach Fan-Attacke auf ARD-Reporter: UEFA verzichtet auf Ermittlungen – Tätern droht dennoch harte Strafe

Nach Fan-Attacke auf ARD-Reporter: UEFA verzichtet auf Ermittlungen – Tätern droht dennoch harte Strafe

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Während des Spiels zwischen West Ham United und Eintracht Frankfurt sind zwei Reporter der ARD angegriffen worden.
Während des Spiels zwischen West Ham United und Eintracht Frankfurt sind zwei Reporter der ARD angegriffen worden. © IMAGO/Jan Huebner
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Die Fan-Attacke auf zwei Reporter der ARD während des Europa-League-Spiels zwischen West Ham United und Eintracht Frankfurt schlägt hohe Wellen. Ein Ermittlungsverfahren der UEFA wird es dennoch nicht geben. Der "Hessische Rundfunk" übte derweil heftige Kritik am englischen Klub und fordert Konsequenzen.

Nach der Attacke auf zwei Rundfunkreporter der ARD beim Europa-League-Halbfinale von Eintracht Frankfurt bei West Ham United (2:1) wird die Europäische Fußball-Union UEFA kein Disziplinarverfahren eröffnen. Dies teilte der Verband am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Der Klub hat schnell reagiert und wird den Vorfall nun untersuchen, um die Schuldigen zu ermitteln und zu sperren", hieß es von der UEFA. Die ARD sei mit dem Vorgehen einverstanden und hatte demnach keine weiteren Beschwerden.

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Der Hessische Rundfunk hat derweil heftige Kritik am englischen Klub geübt und den tätlichen Angriff scharf verurteilt. "Ein Fußballstadion ist kein rechtsfreier Raum", sagte Programmdirektorin Gabriele Holzner am Freitag in einer Mitteilung des Senders. Man erwarte "vom veranstaltenden Verein, dass er Bedingungen auch für Reporter der Gastmannschaft schafft, so dass diese ihren Job ohne Angst vor Übergriffen machen können", fügte Holzner an. Schläge und körperliche Gewalt seien in keinem Fall tolerierbar.

Den betroffenen Rundfunkreportern Tim Brockmeier und Philipp Hofmeister geht es nach eigenen Angaben gut. Ihren Schilderungen zufolge erhielten sie am Donnerstagabend während des Halbfinal-Hinspiels im Londoner Olympiastadion "mehrfach Faustschläge an den Hinterkopf, in den Nacken, in den Rücken". Das sei wohl nicht "die feine englische Art", schrieb Brockmeier bei Twitter. Er bedankte sich bei den Medienmitarbeitern des hessischen Fußball-Bundesligisten, aber auch des gastgebenden Premier-League-Klubs, "die uns in der Pause regelrecht in Sicherheit gebracht haben, bringen mussten".

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West Ham United verurteilte das Geschehen ebenfalls. "Wir werden daran arbeiten, die Täter ausfindig zu machen", wurde ein Klub-Sprecher am Freitag vom Kicker zitiert. "Sie werden eine unbefristete Sperre erhalten und weder das London Stadium betreten noch mit dem Klub reisen dürfen. Es gibt keinen Platz für ein solches Verhalten."

Zu den Angriffen war es kurz nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von West Ham in der 21. Minute gekommen. "Wir werden hier attackiert", berichtete Hofmeister während der Live-Übertragung. In den Sekunden davor waren Tumulte hörbar gewesen. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Brockmeier, dem das Headset vom Kopf gerissen worden war: "Wir sind geschockt." In der Pause wechselten die beiden Reporter des Hessischen Rundfunks die Plätze und kommentierten von dort weiter. "Mental war das danach schwierig", sagte Hofmeister.