27. Dezember 2018 / 23:35 Uhr

Trauer in Italien: Fan stirbt nach Ausschreitungen in Mailand – Inter nach Krawallen bestraft

Trauer in Italien: Fan stirbt nach Ausschreitungen in Mailand – Inter nach Krawallen bestraft

Redaktion Sportbuzzer
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Nach Krawallen rund um das Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand, bei denen ein Fan starb, muss Inter zukünftig zwei Geisterspiele austragen. Zudem muss ein Spiel ohne Zuschauer in der Nordkurve auskommen. Neapel-Profi Kalidou Koulibaly wurde von Inter-Anhängern außerdem rassistisch beleidigt.
Nach Krawallen rund um das Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand, bei denen ein Fan starb, muss Inter zukünftig zwei Geisterspiele austragen. Zudem muss ein Spiel ohne Zuschauer in der Nordkurve auskommen. Neapel-Profi Kalidou Koulibaly wurde von Inter-Anhängern außerdem rassistisch beleidigt. © imago/VI Images
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Gewalt und Rassismus belasten erneut den italienischen Fußball. Ein Fan stirbt in Mailand im Krankenhaus. Neapel-Profi Kalidou Koulibaly wird aufgrund seiner Hautfarbe beim Spiel gegen Inter beleidigt.

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Ein 35 Jahre alter Fan von Inter Mailand ist nach Ausschreitungen im Umfeld des Spiels seines Klubs und des SSC Neapel am Donnerstag im Krankenhaus gestorben. Der Mailänder Polizeichef Marcello Cardona sagte, dass die Ermittler glauben, der Fan könnte im Zuge der Auseinandersetzungen von einem Van oder SUV überfahren worden sein.

Der später gestorbene Fan gehörte nach Polizeiangaben zu einer Gruppe, die einen Van mit Neapel-Anhängern mit Schlägern und Stangen angegriffen hatte. Vier Napoli-Fans wurden dabei verletzt. Die Polizei hat drei Personen festgenommen. Die Partie am Mittwochabend beschloss den ersten Serie-A-Spieltag am zweiten Weihnachtsfeiertag seit 1971.

Innenminister: „Man kann nicht sterben, wenn man ins Stadion geht, um ein Fußballspiel zu sehen“

„Man kann nicht sterben, wenn man ins Stadion geht, um ein Fußballspiel zu sehen“, sagte Innenminister Matteo Salvini laut Nachrichtenagentur AP. Er will Vertreter und Fans aller Klubs der beiden höchsten Spielklassen zusammenrufen, um sicherzustellen, dass „der Fußball dazu zurückkehrt, ein Moment der Freude und nicht der Gewalt zu sein. Wir müssen sehen, ob wir das tun können, zu dem andere nicht in der Lage waren.“

Profi Kalidou Koulibaly vom SSC Neapel hat nach seinem Platzverweis bei der Partie anhaltende rassistische Beleidigungen durch das Publikum beklagt. „Ich entschuldige mich für die Niederlage und vor allem dafür, dass ich meine Brüder im Stich gelassen habe“, twitterte der Verteidiger nach der 0:1-Niederlage am Mittwochabend. „Aber ich bin stolz auf meine Hautfarbe, darauf, dass ich ein Senegalese bin, ein Franzose, Neapolitaner: ein Mensch.“

Die Spruchkammer des italienischen Verbandes hat Inter zu zwei Heimspielen vor leeren Rängen verurteilt. In einer weiteren Partie muss die Fankurve im Giuseppe-Meazza-Stadion leer bleiben. Koulibaly wurde nach dem Platzverweis für zwei Spiele gesperrt.

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Fußballer reagieren auf rassistische Vorfälle

Superstar Cristiano Ronaldo von Juventus Turin postete bei Instagram: „Nein zu Rassismus und zu jeder Straftat und Diskriminierung.“ Der frühere Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng (US Sassuolo Calcio) schrieb in den sozialen Medien unter dem Hashtag #NoAlRazzismo: „Ich bin, Sie sind, wir sind alle Koulibaly.“ Vincent Kompany, Kapitän von Manchester City, äußerte sich ebenfalls. Via Twitter schrieb der Ex-HSV-Star: „Koulibaly wird rassistisch im San Siro rassistisch missbraucht, Raheem Sterling an der Stamford Bridge. Das ist inakzeptabel.“

Der Meister-Check der internationalen Ligen

Neapels Trainer Carlo Ancelotti zeigte sich ebenfalls höchst verärgert. Aus seiner Sicht hätten die Beleidigungen schließlich dazu geführt, dass Koulibaly in der 81. Minute vom Platz gestellt wurde. Er hatte nach einer Gelben Karte dem Schiedsrichter applaudiert. „Koulibaly war einfach gereizt“, sagte Ancelotti.

Der frühere Bayern-Coach erklärte, er habe die Unparteiischen während des Spiels mehrmals aufgefordert, die Partie wegen der Beleidigungen zu unterbrechen. „Es gab zwar einige Durchsagen, aber das war nicht genug, sie (die Fans) haben einfach weitergemacht“, sagte Ancelotti nach dem Spiel. „Das nächste Mal hören wir einfach auf zu spielen, auch wenn wir dadurch verlieren.“

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Werden Spiele bald früher abgebrochen?

Verbandspräsident Gabriele Gravina sagte, dass die Ereignisse innerhalb und außerhalb des Stadions „nicht länger zu tolerieren“ seien und dass er die Regeln vereinfachen will, die erlauben, ein Spiel abzubrechen. Seit Jahrzehnten belasten Gewalt und Rassismus den italienischen Fußball.

Inter Mailand hatte das Verfolgerduell mit 1:0 (0:0) gegen den SSC Neapel gewonnen. Joker Lautaro Martínez gelang der Siegtreffer in der Nachspielzeit (90.+1). Der Rückstand des Tabellenzweiten Neapel auf Spitzenreiter Juventus Turin beträgt nun schon neun Punkte, Inter liegt auf Rang drei 14 Zähler hinter dem Rekordmeister.

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