02. Mai 2021 / 18:49 Uhr

Nach Fan-Protesten am Stadion: Premier-League-Spiel von ManUnited gegen Liverpool abgesagt

Nach Fan-Protesten am Stadion: Premier-League-Spiel von ManUnited gegen Liverpool abgesagt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
ManUnited-Fans haben am Sonntag für viel Tumult gesorgt.
ManUnited-Fans haben am Sonntag für viel Tumult gesorgt. © IMAGO/ZUMA Wire
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Die Fan-Proteste gegen die Klub-Eigentümer haben bei Manchester United am Sonntag für großen Wirbel gesorgt. Nach dem Stadion-Sturm und der zwischenzeitlichen Verzögerung des Spiels gegen Liverpool wurde die Partie nun abgesagt.

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Großer Wirbel um Manchester United am Sonntag: Nachdem tausende Fans der "Red Devils" im Rahmen eines Protests gegen die US-amerikanischen Eigentümer am Nachmittag das altehrwürdige Old Trafford gestürmt hatten, konnte die Premier-League-Partie gegen den FC Liverpool nicht wie geplant um 17.30 Uhr angepfiffen werden. Und auch nachdem die Ordnungskräfte und die Polizei das Stadion geräumt hatten und wegen der Corona-Pandemie gründliche Reinigungsarbeiten durchgeführt wurden, wird die Partie "Sicherheitsgründen" nicht mehr am Sonntag stattfinden. Das gaben United und die Premier League in jeweiligen Mitteilungen bekannt. Ein Nachholtermin soll nach weiteren Beratungen bekannt gegeben werden.

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Premier League und ManUnited verurteilen Fan-Ausschreitungen

"Unsere Fans brennen für United und wir akzeptieren das Recht auf freie Meinungsäußerung und friedlichen Protest", hieß es in der Mitteilung von ManUnited. "Allerdings bedauern wir die Störung für die Mannschaft und alle Handlungen, die andere Fans, Angestellte des Vereins und die Polizei in Gefahr gebracht haben. Wir danken der Polizei für ihre Hilfe und werden sie bei möglichen Ermittlungen unterstützen." Auch die Liga verurteilte sämtliche Grenzüberschreitungen: "Wir fühlen mit der Polizei und den Ordnern, die mit einer gefährlichen Situation umgehen mussten, die im Fußball kein Platz haben sollte."

Die Eigentümer von United, die milliardenschwere Glazer-Familie, sind bei den Anhängern des englischen Rekordmeisters schon seit der Übernahme 2005 überaus unbeliebt. Der Konflikt schwelte jüngst aber wieder hoch, als die konkreten Pläne von zwölf europäischen Top-Klubs für eine Super League bekannt wurden. United gehörte zu den Initiatoren des Wettbewerbs, der nach Fan-Protesten in ganz Europa schnell wieder abgeblasen wurde.

Schon in der vergangenen Woche hatten einige wenige United-Fans aus Protest gegen die Glazers das Trainingsgelände in Manchester gestürmt. Die Polizei musste einrücken. Auch durch ein Gespräch mit Trainer Ole Gunnar Solskjaer sollen die Anhänger aber wieder friedlich abgerückt sein. Die Proteste am Sonntag hatten allerdings ein gänzlich neues Ausmaß: Tausende Anhänger des Traditionsklubs kamen am Stadion und am Team-Hotel zusammen und sorgten so für die Absage.

City muss warten: Titel-Entscheidung vertagt

Dadurch, dass die Partie nun nicht stattfinden kann, ist in der Premier League auch die Titel-Entscheidung vertagt: Hätte United gegen Liverpool verloren, stünde Stadtrivale Manchester City nach dem Sieg der Mannschaft von Pep Guardiola gegen Crystal Palace vom Samstag als neuer Meister fest. Die "Sky Blues" stünden mit ihren 80 Punkten vier Spieltage vor Saison-Ende dann uneinholbar vor United (67) an der Liga-Spitze. Nun muss sich City aber wohl bis zum nächsten Samstag gedulden, wenn man den Titel selbst mit einem Sieg gegen Chelsea (18.30 Uhr, Sky) perfekt machen kann.