02. August 2020 / 07:34 Uhr

Fan-Rückkehr zur neuen Bundesliga-Saison? Söder lehnt Lockerungen ab: "Sehr schwer vorstellbar"

Fan-Rückkehr zur neuen Bundesliga-Saison? Söder lehnt Lockerungen ab: "Sehr schwer vorstellbar"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25.000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar: CSU-Chef Markus Söder zeigte sich bezüglich einer Fan-Rückkehr zum Start der Bundesliga skeptisch.
"Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25.000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar": CSU-Chef Markus Söder zeigte sich bezüglich einer Fan-Rückkehr zum Start der Bundesliga skeptisch. © imago images/Overstreet
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Die DFL arbeitet intensiv an einem Plan für die Rückkehr von Zuschauern in die Stadien. Am Dienstag beraten die Profiklubs darüber. Für Bayern-Ministerpräsident Markus Söder käme eine Fan-Rückkehr zur neuen Bundesliga-Saison jedoch zu früh. Vorstellbar seien allenfalls weiterhin Geisterspiele. 

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Ein Plan für die Teilzulassung von Zuschauern in der 1. und 2. Bundesliga steht bereits. Am nächsten Dienstag stimmen die 36 Profiklubs über die Eckpunkte dieses Konzepts der DFL ab. Einige Fans kritisieren es schon jetzt scharf, manche Vereine nennen dagegen schon konkrete Zuschauerzahlen. Es scheint nur noch um die Frage zu gehen: Wie viele Anhänger dürfen denn bald wieder in die einzelnen Stadien? Ob diese Frage sich demnächst überhaupt noch stellt, ist aber völlig unklar. Denn die Sorgen um einen Anstieg der Corona-Infektionszahlen nehmen aktuell wieder zu.

Die Entwicklung sei sehr beunruhigend, sagte Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), erst am Dienstag. Aktuell ist die Bundesregierung grundsätzlich offen für eine begrenzte Zulassung von Zuschauern. Wenn entsprechende Konzepte tragfähig seien, sei kein generelles Hemmnis dafür vorhanden, sagte ein Sprecher des für Sport zuständigen Innenministeriums am Mittwoch in Berlin. CSU-Chef Markus Söder ist da hingegen ganz anderer Meinung. "Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt“, sagte der bayerische Ministerpräsident der Bild am Sonntag. "Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen.“

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Vor diesem Hintergrund lehnte Söder auch Fußballspiele mit Zuschauern zum Start der neuen Saison ab: "Ich bezweifle, dass wir im August weitere Lockerungen beschließen können. Daher bin ich auch als Fußballfan sehr skeptisch zum Start der Bundesliga. Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25.000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar.“ Das wäre das falsche Signal und auch der Bevölkerung schwer zu vermitteln, wenn man dafür Unmengen von Testkapazitäten aufbrauchen würde.

DFL-Mitgliederversammlung am Dienstag

Das DFL-Präsidium plant ein Stehplatz- und Alkoholverbot bis zum 31. Oktober sowie bis zum Jahresende den Verzicht auf Gästefans in den Stadien. Und beim Ticketverkauf müssten die Vereine dafür sorgen, dass Infektionsketten gegebenenfalls nachverfolgt werden können. Über ein einheitliches Vorgehen wollen die Vereine bei ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag abstimmen.

Sommerfahrplan der Bundesliga-Klubs: FC Bayern, BVB und Co. in der Vorbereitung

<b>FC Bayern München:</b> <b>Trainingsauftakt:</b> 20. Juli. <b>Trainingslager:</b> derzeit nicht geplant. <b>Testspiele:</b> Olympique Marseille (1:0). <b>Pflichtspiele:</b> Champions-League, Achtelfinale-Rückspiel gegen FC Chelsea (8. August, 21 Uhr); DFB-Pokal, 1. Runde gegen Pokalsieger Mittelrhein (12. September, genauer Termin offen) Zur Galerie
FC Bayern München: Trainingsauftakt: 20. Juli. Trainingslager: derzeit nicht geplant. Testspiele: Olympique Marseille (1:0). Pflichtspiele: Champions-League, Achtelfinale-Rückspiel gegen FC Chelsea (8. August, 21 Uhr); DFB-Pokal, 1. Runde gegen Pokalsieger Mittelrhein (12. September, genauer Termin offen) ©

Bundesliga-Klubs veröffentlichten bereits ihre Fan-Planungen

"Wir gehen in unserer Planung von einer Größe von 20.000 Zuschauern aus, wobei es je nach Auflagen auch 15.000 oder 24.000 werden können“, kündigte Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann im Kicker bereits an. RB Leipzig hatte schon Anfang Juli ein Konzept mit Zuschauern entwickelt und auch die Genehmigung des Gesundheitsamtes vorliegen. Sollte sich die Pandemie-Lage positiv entwickeln, plant RB mit etwa 21.000 Zuschauern. Der BVB würde aktuell lediglich mit 12.000 bis 15.000 Zuschauern rechnen, Werder Bremen hofft auf 15.000 Besucher im Weserstadion. Viele andere Klubs halten sich noch bedeckt.