09. Februar 2019 / 18:29 Uhr

RB Leipzigs Fans sind mit ihrer Geduld am Ende: "Mintzlaff in den Block"

RB Leipzigs Fans sind mit ihrer Geduld am Ende: "Mintzlaff in den Block"

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Auf Transparenten machten die RB-Anhänger ihrem Ärger Luft.
Auf Transparenten machten die RB-Anhänger ihrem Ärger Luft. © Picture Point
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Erst im Internet, dann vor und nun auch im Stadion: Fans von RB Leipzig haben während der Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt deutliche Kritik an der Fanarbeit bei den Roten Bullen geäußert.  

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Leipzig. Die Fans von RB Leipzig haben am Samstag beim Bundesliga-Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt ihrer Wut auf die Vereinsführung Luft gemacht. Auf einem großen Transparent vor Sektor B stand vor und während der Partie: "Wer viel verspricht, vergisst auch viel ... wir müssen reden – Dialog jetzt!" Dazu waren verschiedene kleinere Transparente im Block zu sehen.

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Ein Sprecher der Fans sagte, dass mit der Aktion ein Dialog angestoßen werden solle und fügte hinzu: "Wir können nicht ewig auf den ehrlichen Austausch und den direkten Kontakt zum Verein warten. Wir haben genug von leeren Worthülsen über die Medien." Im Gegensatz zu früheren Meinungsbekundungen habe die Aktion am Samstag unter den verschiedenen Gruppen eine breite Unterstützung erfahren. Dafür spreche auch, dass von dem gemeinsamen Spruchband die Zaunfahnen der einzelnen Fanclubs für ein Spiel verdrängt wurden.

Nach 12 gespielten Minuten wurde ein weiteres Spruchband entrollt. Capo weg, Timm weg! Ist es das, was IHR wollt?, war darauf zu lesen.
Nach 12 gespielten Minuten wurde ein weiteres Spruchband entrollt. "Capo weg, Timm weg! Ist es das, was IHR wollt?", war darauf zu lesen. © Picture Point
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Noch eine Stunde nach Abpfiff verharrten 300 Mitglieder der aktiven Fanszene auf ihren Plätzen, sangen und verlangten nach einem Gespräch mit Vereinsverantwortlichen. Sie skandierten unter anderem "Mintzlaff in den Block". Derweil hat RB für Montag zu einem Treffen mit Vertretern der Fanclubs eingeladen.

Der harte Kern der RB-Fanszene verharrte nach Abpfiff im Block.
Der harte Kern der RB-Fanszene verharrte nach Abpfiff im Block. © Privat

Fans fordern Umstrukturierung der Fanarbeit

Die RB-Anhänger fordern nach eigenen Angaben von ihrem Verein mehr Konstanz bei der Fanbetreuung, eine personelle Aufstockung und eine Kompetenzverschiebung. Die Fanbetreuer müssten mehr Vertrauen bekommen, Entscheidungen treffen können und dürften nicht nur als Dienstbote für die Vereinsspitze benutzt werden, heißt es von einem Sprecher aus dem Block.

Bereits unter der Woche hatten sich mehrere Fangruppen zusammengeschlossen und mit einem Offenen Brief auf sich aufmerksam gemacht, in dem sie die RB-Führung für ihre Fanarbeit kritisierten. Die Gruppe "Colectivo Lipsia" präsentierte zudem vor dem DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg am Mittwoch ein Banner auf der Festwiese vor der Red Bull Arena. "Ermittlungen gegen eigene Fans, Meinungen verbieten, echte Fachkräfte (Enrico, Benjamin, Timm) rauswerfen! Eure Fanarbeit ist, BULLENSTARK'", war darauf zu lesen.

Gepostet von Colectivo Lipsia am Mittwoch, 6. Februar 2019

RB-Boss Mintzlaff lädt Fans ein

Am Mittwoch nahm RB-Boss-Oliver Mintzlaff im SPORTBUZZER zu den Konflikten Stellung: "Wir wissen, dass die Fans ein brutal wichtiger Teil des Vereins sind. Dass man nicht immer einer Meinung ist, ist normal. In der kommenden Woche möchte ich Repräsentanten aller Fanclubs einladen. Wir sind und bleiben im Dialog."

Anstoß für die Kritik der Fans gab unter anderem der Abschied des Fanbeauftragten Timm Merten, der Anfang der Woche seinen Posten geräumt hatte. Merten war erst vor fünf Monaten nach Leipzig gekommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wegen seiner Vorgeschichte als aktiver Fan des Hamburger SV hatte sich der Norddeutsche bei einem Großteil der Leipziger Anhänger Respekt und Vertrauen erarbeitet. Sie attestierten ihm in dem im Netz veröffentlichten Schreiben eine gute und engagierte Arbeit.

Interimsmäßig hat den Posten nun Falk Jänicke übernommen. Der Rechtsanwalt war bisher bei RB im Bereich Operations unter anderem für den Stadionbau zuständig und wurde den Anhängern vor dem Spiel vorgestellt. Die Besetzung stößt bei den Fans noch nicht auf Gegenliebe: "Wir brauchen nicht nur mehr Quantität, sondern auch Qualität auf dieser Position, also Leute die Ahnung von Fanarbeit haben."

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