29. Oktober 2018 / 17:22 Uhr

Fans der BG Göttingen zeigen wenig Verständnis für Schützenplatz-Sperrung

Fans der BG Göttingen zeigen wenig Verständnis für Schützenplatz-Sperrung

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Grüne Markierungslinien wurden am Sonntagvormittag aufgebracht.
Grüne Markierungslinien wurden am Sonntagvormittag aufgebracht. © Pförtner
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Mehr als einen Monat ist der Schützenplatz gesperrt, das ist für die Besucher der Basketballspiele in der Sparkassen-Arena mit erheblichen Einschränkungen verbunden. Erstmals zu spüren bekamen die Fans des Bundesligisten BG Göttingen die akute Parkplatznot beim Spiel gegen Crailsheim.

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Beim Anblick des eingezäunten, ansonsten aber komplett leer stehenden Platzes, regte sich jede Menge Unmut.

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Mehr als eine Stunde vor dem Start der Partie gegen Crailsheim herrschte auf den Straßen rund um die Halle schon das pure Parkplatz-Chaos, zu diesem Zeitpunkt waren die von den Stadtwerken zur Verfügung gestellten zusätzlichen Stellflächen auf deren Firmengelände längst besetzt. Hinzu kam, dass auch der angrenzende Park-and-Ride-Parkplatz nur zur Hälfte genutzt werden konnte, die andere Hälfte belegten einige wenige Flohmarktstände. Außerdem wurde im Maschpark Fußball gespielt.

Die BG Göttingen schlägt die HAKRO Merlins Crailsheim

Die BG Göttingen schlägt die HAKRO Merlins Crailsheim Zur Galerie
Die BG Göttingen schlägt die HAKRO Merlins Crailsheim © Pförtner

„Grandiose Planung“

Christian Zigenhorn, Mitglied des Fanclubs Veilchen Power, hatte sich zu diesem Zeitpunkt via Facebook schon bei der Göttinger Stadtverwaltung für die „grandiose Planung“ bedankt. Die Reaktionen auf seinen Post ließen nicht lange auf sich warten: „Sauerei! Und der Floh-Trödelmarkt nebenan völlige Fehlplanung! Wer schläft da im Rathaus?“, fragte Hanjo M. Waterkamp. „Abgesehen von dem Riesen Flohmarkt... Unsere Stadt hat’s halt drauf“, kommentierte André Kempka. T Hick Mann ging noch weiter: „Man könnte es auch Sabotage nennen.“ Während Christian Bach mit einem Wort ausdrückte, was viele dachten: „Unfassbar!!!“



Kaum Karenzzeit beim Aufbau

Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) hat den Schützenplatz vom 26. Oktober bis zum 27. November von der Stadt Göttingen gemietet. Dass nach dem Errichten das Zauns am Freitag nichts mehr passiert sei, wies GWG-Projektleiter Patrick Sasse zurück. „Am Sonntagmorgen wurden Markierungen aufgebracht, damit am Montag der Aufbau beginnen konnte.“ Auf dem Schützenplatz entsteht bis zum Sonnabend, 17. November, eine Zeltstadt mit einem etwa 7000 Quadratmeter großen, mit Teppich ausgelegten und entsprechend bestuhlten Veranstaltungszelt sowie 24 Beizelten. Hier wird eine Abendveranstaltung mit 4000 Besuchern ausgerichtet. Besucher aus der Automobilbranche, die die „Profi Service Tage 2018“ in der Lokhalle besuchen, nehmen daran teil. „Unser Terminplan ist sehr eng gesteckt. Wir haben im Vorfeld lediglich einen Tag Karenz eingeplant, falls beispielsweise das Wetter mal für Verzögerungen sorgen sollte“, sagt Sasse. Noch in der Nacht nach der Abendveranstaltung beginnt der Abbau, für den maximal neun Tage (bis zum 26. November) veranschlagt sind. „Auch hier steht und fällt viel mit dem Wetter. Sollte der Platz vorher frei sein und nur noch der Zaun stehen, würde natürlich nichts dagegen sprechen, ihn für das Heimspiel der BG Göttingen am 24. November gegen Bayreuth freizugeben“, sagt Sasse.

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Gespräche im Vorfeld

BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen hat nach dem Heimsieg gegen Crailsheim noch einmal eine intensivere Kommunikation aller Beteiligten vor der Saison gefordert. Man müsse sich einfach mal zusammensetzen und miteinander reden und nicht nur einen Plan verschicken, wann der Schützenplatz gesperrt sei. „Ich erzähle jetzt nicht, welche Ausdrücke ich hinter der verschlossenen Tür meines Büros benutzt habe, als ich von dieser langen Sperrung, die drei unserer Heimspieltage betrifft, gehört habe.“

Stellungnahme der Stadtverwaltung

Die Göttinger Stadtverwaltung meldete sich am Dienstag zu Wort: "Erklärte Absicht der Verwaltung ist es, den P&R-Parkplatz nicht anderweitig zu vergeben, wenn Heimspiele der BG – oder vergleichbare Veranstaltungen – in der Sparkassenarena stattfinden", teilte Sprecher Dominik Kimyon mit.

Das Procedere der Vermietung des Schützenplatzes durch die Stadtverwaltung laufe wie folgt ab: "Der Jahreskalender für das jeweils kommende Jahr wird frühzeitig, spätestens im Herbst des Vorjahres, an die GWG und die GöSF als Betreiber der Sparkassenarena verschickt. Es ist Aufgabe des Betreibers, diese Informationen an ihre Mieter weiterzugeben", so Kimyon. "Dazu kommen laufende unterjährige Absprachen (z.B. bei kurzfristigen Anfragen)."

Die GWG habe nach eigenen Angaben vor der Veröffentlichung einer Presseerklärung zur Sperrung des Schützenplatzes ein Telefongespräch mit der BG geführt, bei dem deutlich auf die Sperrung des Schützenplatzes wegen des langwierigen Aufbaus des Veranstaltungszeltes hingewiesen worden sei, so Kimyon. "Eine Rückfrage der BG bei der Verwaltung gab es jedoch nicht."

Die Genehmigung, den P&R-Parkplatz für einen Flohmarkt zu benutzen, erfolgt nach Angaben des Sprechers im Rahmen einer Sondernutzungserlaubnis durch die Stadtverwaltung. "Im vorliegenden Fall hat es zwar seitens eines Flohmarktbetreibers schon frühzeitig eine Terminanfrage gegeben, die auch grundsätzlich positiv in Aussicht gestellt wurde. Jedoch lag hier zum konkreten Datum bisher weder ein schriftlicher Antrag des Betreibers vor, noch wurde seitens der Bauverwaltung der erforderliche Sondernutzungsbescheid erteilt. Insofern konnte eine Terminkollision hier nicht von vornherein erkannt werden", erklärte Kimyon.

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