25. November 2021 / 16:00 Uhr

Fans fragen nach 5:0 in Brügge: „Wer seid ihr und was habt ihr mit RB Leipzig gemacht?“

Fans fragen nach 5:0 in Brügge: „Wer seid ihr und was habt ihr mit RB Leipzig gemacht?“

Erik Wilde
Leipziger Volkszeitung
In Brügge sahen die RB-Fans eine Mannschaft die wie ausgetauscht war.
In Brügge sahen die RB-Fans eine Mannschaft die wie ausgetauscht war. © dpa
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Ist RB Leipzig wirklich mit einer Rumpf-Elf und einem Ersatztrainer in Brügge angetreten? Nach dem 5:0 des Bundesligisten beim FC Brügge, kann man sich diese Frage stellen. Nichtsdestotrotz freuen sich Spieler und Anhänger über Spielverlauf und Ergebnis. Wir haben einige Fanreaktionen zusammengestellt.

Leipzig. Wer am Mittwochabend in Brügge zugegen war oder zu Hause vor dem Fernseher mitfieberte, dürfte sich spätestens nach dem 3:0 von André Silva gefragt haben, ob diese Elf wirklich der „Rest von Leipzig“ sein konnte, der vorher von einzelnen Fans ausgerufen worden war. „Wer seid ihr und was habt ihr mit RB Leipzig gemacht?“, fragte beispielsweise Moritz. Da war gerade eine halbe Stunde gespielt und Brügge gefühlt überhaupt nicht auf dem Feld. In jedem Fall hatte man Grund zur Freude. „Auch in Belgien ist jetzt klar: Der schönste Sport, ist der Rasenballsport!“, frohlockte Rasenlatscher.

Natürlich gab es auch reichlich Anlass zum Frotzeln. „Lieber Gott, bitte lass es keinen Kantersieg unter Achims Führung werden.“, meinte „Aufziehvogel“ auf Twitter und spielte damit auf Interimstrainer Achim Beierlorzer an. „Und Gott sprach: Dieser Tweet soll schlecht altern.“, konterte „Nord Nord Ost“ darauf. „Der wahre Fan“ fragte sich, warum man nicht immer so spielen könne. User „rotebrauseblogger“ dachte an der Stelle schon weiter: „Der Europa League-Titel ist diese Saison vielleicht der kürzeste Weg in die Champions League. We’ll go for it.“

Wenn RB in den letzten CL-Spielen Eines verlernt zu haben schien, dann war es der noch letzte Saison typische Pressing-Fußball. Meist konnten die Leipziger mit Doppelspitze giftig und körperlich agieren, um dann mit pfeilschnellen Angriffen die gegnerische Abwehr auszuhebeln. Auf genau dieses Rezept setzte Marsch-Vertreter Beierlorzer und wurde belohnt. RB ließ Brügge streckenweise keine Luft zum Atmen und war ständig vor, hinter, an und neben dem Ball. „Können wir jetzt bitte immer so spielen?“, fragte BellaBlockB deshalb nicht ganz unberechtigt.

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Endspiel um Europa League-Teilnahme

Was zahlreiche Fans beschäftigte: In Brügge glänzten Kicker, deren Stammplatz sonst abseits des Rasens liegt. „Jetzt mal ernsthaft: Das ist eine Ansage des Teams an den Coach, auch von Personalien die bis jetzt die Bank drücken durften“, so Hank Rearden. Justgroovy twitterte in ähnlicher Richtung: „Brobbeast….waruuuuuuum nicht mehr von ihm? Was ein geiler Typ. An beiden Toren beteiligt. Der muss spielen man.“ Der Stürmer, der im Sommer von Ajax Amsterdam an den Cottaweg gewechselt war, hatte es auch Gordon Shumway angetan: "Dieser Brobbey, ist der neu? Scheint ganz fähig zu sein.

Transfermarkt-User „Oberpfalz97“ stellte nach dem Spiel treffend fest, dass man zumindest die Chance auf die Europa League und damit auf internationale Schadensbegrenzung gewahrt habe. Er sei froh, dass man eine gute Leistung zeigte und meinte, dass man nun am Sonntag Leverkusen schlagen müsse. Auf dem Fanportal rb-fans.de regierte trotz des überzeugenden Ergebnisses die Skepsis, vor allem im Hinblick auf das anstehende Heim-Duell gegen Bayer. User „schmidder“ fand, dass Leverkusen andere Möglichkeiten habe als die Belgier, die am gestrigen Abend im zweiten Abschnitt seiner Ansicht nach häufiger durchbrachen, aber letztendlich „zu schusselig“ im Abschluss agierten. User „Jupp“ schaute bereits Richtung Showdown mit Manchester City nach vorne. Er gehe davon aus, dass Guardiola sein Team im letzten Spiel genauso motiviere wie sonst auch.

Die Skyblues gastieren am 7. Dezember in der Messestadt, vor leeren Tribünen. Für RB wird es das erhoffte Endspiel um die Europa League-Teilnahme, erster Spieltag nach der Winterpause in diesem Wettbewerb ist die Zwischenrunde Mitte Februar, wenn die Gruppendritten der Champions League zunächst zuhause gegen die zweitplatzierten der EL-Gruppenphase antreten. Die Sachsen dürfen sich Hoffnungen machen, dann dabei zu sein. Ob sie diese mit Leben füllen, bleibt abzuwarten.


Mit: Antje Henselin-Rudolph