24. Januar 2022 / 08:47 Uhr

Nur 1000 Fans: RB Leipzigs Mintzlaff versteht nicht, "dass Fußball immer für alles herhalten muss"

Nur 1000 Fans: RB Leipzigs Mintzlaff versteht nicht, "dass Fußball immer für alles herhalten muss"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Picture Point / dpa
Oliver Mintzlaff schmeckt die Zuschauerbeschränkung auf 1000 ganz und gar nicht. © Picture Point / dpa
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Am Montag wollen Bund und Länder über den weiteren Kurs in Sachen Corona-Regeln beraten. RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff schickte vorab noch einmal eine verbale Botschaft an die Politik. Vieles sei inzwischen nicht mehr nachvollziehbar, machte er deutlich.

Leipzig. RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff hat vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag noch einmal einen klaren Appell an die Politik gerichtet. „Uns ist schon klar, dass wir noch in einer Pandemie sind“, sagte er am Sonntagabend beim Sender DAZN mit Blick auf die Corona-Maßnahmen in Deutschland. „Aber ich hoffe, dass sich jetzt alle ausreichend Zeit nehmen und das auch mal vernünftig analysieren.“

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"Ohne Probleme" 40 oder 50 Prozent mit 2G plus

Vieles sei für ihn nicht mehr nachvollziehbar, betonte Mintzlaff und sprach unter anderem von den unterschiedlichen Vorgaben erlaubter Zuschauerinnen und Zuschauer in den Stadien. Beim 2:0-Sieg der Leipziger in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg hatten 1000 Fans unter 2G-Plus-Vorgaben in die Red Bull Arena gedurft. „Ich kann auch nicht mehr nachvollziehen, dass der Fußball immer für alles herhalten muss“, befand Mintzlaff: „Das ist für mich ein stückweit Symbolpolitik, die hier veranstaltet wird. Es gibt Opern, die sind voll mit 100 Prozent Auslastung - Indoor.“

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Er hoffe auch, „dass der Bundesgesundheitsminister nicht nur in den TV-Shows ist, sondern, dass er sich natürlich auch die Konzepte hier anschaut, die die Bundesliga vorlegt und dann bin ich davon überzeugt, dass wir mit gesundem Menschenverstand hier auch ohne Probleme mit 2G-Plus 50 Prozent oder 40 Prozent füllen können“, erklärte Mintzlaff. Der von ihm erwähnte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte sich unterdessen am Sonntag mit Bayern Münchens Vorstandsboss Oliver Kahn vor dem Spiel des Rekordmeisters bei Hertha BSC in Berlin getroffen und ausgetauscht. „Ein Rückspiel“ sei auch schon ausgemacht, twitterte Lauterbach.

Öffnungsperspektive aber keine Lockerungen

Mintzlaff verwies unterdessen auf Aussagen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, mehr öffnen zu wollen. „Das wundert uns und freut uns aber. Wir bekommen zumindest auch Signale aus Sachsen, dass man da ein stückweit mitgehen möchte.“ Das erhoffe er sich auch. Denn mit Blick auf die aktuelle Lage bekräftigte Mintzlaff: „Das ist nicht das, wie wir Fußball hier weiter erleben wollen.“

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In der Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Beratungen spielen sofortige Lockerungen für Großveranstaltungen allerdings keine Rolle. Im Text fehlte allerdings explizit ein Bezug zum Sport. Allgemein hieß es: „Bund und Länder werden Öffnungsperspektiven entwickeln für den Moment, zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann.“

Öffnungsperspektiven will auch der Stufenplan bieten, die der Freistaat Sachsen in der vergangenen Woche vorgestellt hatte. Dort ist eine Vollauslastung der großen Stadien mit mehr als 5000 Zuschauerinnen und Zuschauern gleichzeitig aber erst bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 landesweit vorgesehen. Am Montag lag der Wert bei 403,9, Tendenz weiter stark steigend. RB hatte den Plan als "willkürlich" und "bedrohlich geschäftsschädigend" bezeichnet. Karsten Günther, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten SC DHfK Leipzig, bemängelte, dass die Politik die Betroffenen abermals nicht mitgenommen und ihr Wort nicht gehalten habe. Die Initiative "Teamsport Sachsen", zu der beide Clubs gehören, will in dieser Woche einen eigenen Stufenplan vorlegen.

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