09. November 2019 / 16:33 Uhr

Nach Attacke auf Torwart: Fans von Dynamo Dresden stellen Böllerwerfer

Nach Attacke auf Torwart: Fans von Dynamo Dresden stellen Böllerwerfer

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo-Torwart Kevin Broll versucht, die Dresdner Fans zu beruhigen, während sein Wehener Kollege Lukas Watkowiak nach dem Zwischenfall in der 41. Minute benommen hinter ihm steht.
Dynamo-Torwart Kevin Broll versucht, die Dresdner Fans zu beruhigen, während sein Wehener Kollege Lukas Watkowiak nach dem Zwischenfall in der 41. Minute benommen hinter ihm steht. © Steffen Manig
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Die Polizei hat eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung bestätigt. Knapp hinter dem Keeper des SV Wehen Wiesbaden war während des Gastspiels bei Dynamo Dresden am Freitag ein Böller explodiert.

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Dresden. Der Böllerwerfer aus dem K-Block, der am Freitagabend beim Heimspiel von Dynamo Dresden gegen den SV Wehen Wiesbaden (Endstand 1:0) nach dem Führungstor von Alexander Jeremejeff einen Knallkörper in Richtung Gästekeeper Lukas Watkowiak geschmissen hatte, ist offenbar von anderen Dynamo-Fans gestellt und identifiziert worden. Der Chaot, der mit der Aktion einen Spielabbruch hätte provozieren können, wollte wohl in Richtung J-Block verschwinden, doch andere Anhänger hinderten ihn an der Flucht. Er soll dabei leicht verletzt worden sein und musste sich offenbar beim Deutschen Roten Kreuz behandeln lassen.

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Heimsieg! Dynamo Dresden gewinnt das Kellerduell gegen Wehen Wiesbaden mit 1:0. © Dennis Hetzschold
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Nähere Informationen zum Vorfall lagen der Pressestelle der Dresdner Polizei am Sonnabend noch nicht vor. “Ich kann aber bestätigen, dass eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gestellt worden ist”, sagte Sprecher Hendrik Scholz dem SPORTBUZZER. Beim Verein war am Nachmittag niemand erreichbar. Dynamo hatte aber bereits nach dem Spiel angekündigt, alles unternehmen zu wollen, um den Täter ausfindig und haftbar zu machen. Pressesprecher Henry Buschmann hatte sich im Namen des Vereins für das Vorgehen des Chaoten gegenüber Watkowiak in aller Form entschuldigt. Eine saftige Geldstrafe vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes droht der Sportgemeinschaft dennoch, zumal vor und während des Spieles auch wieder Bengalos von Dynamo-Fans entzündet wurden.

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Lob für Watkowiak

Dem Torwart des SV Wehen Wiesbaden dankte Dynamo für dessen Fairness und Durchhaltevermögen, obwohl der Kanonenschlag hinter ihm extrem laut gewesen war und Watkowiak veranlasste, sich immer wieder ans Ohr zu fassen. “Das wird nie in meinen Kopf gehen, das darf nie passieren”, verurteilte Dynamo-Coach Cristian Fiel den gesundheitsgefährdenden Vorfall. Er war erleichtert, dass Watkowiak ersten Eindrücken zufolge ohne größere Schäden davongekommen ist.

Wehen Wiesbadens Trainer Rüdiger Rehm zollte Watkowiak auch seinen Respekt: “Ich glaube, es gab schon viele andere Torhüter, die in dieser Szene liegen geblieben wären und einen Spielabbruch gefordert hätten.” Der von der bitteren 0:1-Niederlage und der umstrittenen Szene in der 28. Minute, als seinem Team das 1:0 aberkannt worden war, enttäuschte Rehm erklärte, er schätze die Dresdner Fans aus der Vergangenheit und habe nicht gewollt, dass einzelne Geistesgestörte auch noch Einfluss auf den Spielausgang nehmen können. Deswegen habe er seinem Schlussmann gesagt, er solle weiterspielen, wenn er sich dazu in der Lage fühle.

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