02. September 2020 / 08:30 Uhr

FAQ zu vermehrten Corona-Fällen: Saisonstart nicht in Gefahr, Flickenteppich droht

FAQ zu vermehrten Corona-Fällen: Saisonstart nicht in Gefahr, Flickenteppich droht

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die neue Normalität: Der BSV Gleidingen informiert auf seiner Webseite über die Corona-Fälle - und am Wochenende soll die neue Saison beginnen.
Die neue Normalität: Der BSV Gleidingen informiert auf seiner Webseite über die Corona-Fälle - und am Wochenende soll die neue Saison beginnen. © imago images/Hanno Bode
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"Pünktlich" zum Saisonstart im kleinen Fußball sorgen erste Corona-Fälle in hannoverschen Mannschaften für Unsicherheit. Wie müssen die Vereine reagieren - und was passiert, wenn immer mehr Spieler und Teams in Quarantäne müssen? Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Am Wochenende startet der Amateurfußball in ganz Niedersachsen in die Saison 2020/21. Dass die anders ablaufen wird als alles, was man kennt, dürfte spätestens seit den Corona-Fällen in Döhren und Gleidingen jedem klar sein.

Wie geht es den Spielern, die positiv auf Covid-19 getestet worden sind?

Den Umständen entsprechend. 25 Döhrener Akteure und ihre beiden Trainer sind seit fünf Tagen in Quarantäne. Ein betroffener Spieler zeigt gar keine Symptome, der nächste berichtet über Merkmale einer Erkältung und ein Akteur hütet mit Fieber das Bett. Die sechs Gleidinger sind dem milderen Krankheitsverlauf zuzuordnen.

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Gibt es weitere Fälle?

Ja. Wie jetzt bekannt wurde, ist auch ein Spieler des TuS Altwarmbüchen positiv getestet worden. Weil er kurz nach seiner Rückkehr aus dem Ausland bei einem Testspiel zum Einsatz kam, sind 25 Akteure und Offizielle des Kreisligisten bis einschließlich Sonntag in Quarantäne. „Auch wenn es unglücklich gelaufen ist“, sagt Spielertrainer Patrick Heldt, „aber diese Situation hättest du nicht verhindern können.“ Glück im Unglück: Der TuS ist zum Auftakt spielfrei.

Der VfL Eintracht hat vier Tage vor dem ersten Covid-19-Fall in Gleidingen ein Testspiel gegen den BSV bestritten. Welche Auswirkungen hat das?

Weil der VfL am Montag, Mittwoch und Donnerstag zwischen 16 und 20 Uhr kostenlose Covid-19-Tests für seine Mitglieder anbietet, hat der Coach einen Ansprechpartner beim Gesundheitsamt. „Eine Ansteckung soll erst nach einem intensiven Gespräch, das länger als zehn Minuten dauert, möglich sein“, berichtet Stephen Kroll.

Seine Spieler fuhren umgezogen zum Spiel, der Kabinentrakt war ohnehin gesperrt. „Die Dame sagte mir: ‚Okay, dann haben sie Glück gehabt.‘ Wenn man sich richtig verhält, kann man eine Quarantäne für die gesamte Mannschaft verhindern“, sagt Kroll.

Was machen Vereine, die selbst betroffen sind?

Erster Ansprechpartner ist das Gesundheitsamt der Region Hannover, das unter der Corona-Hotline (0511) 61643434 zu erreichen ist. „Das Infektionsgeschehen über die Kontaktermittlung nachzuvollziehen ist derzeit unsere Hauptarbeit“, sagt Pressesprecherin Sonja Wendt.

Was sagt der Niedersächsische Fußballverband?

Der Verband hat am 26. August, und damit keinen Tag zu spät, eine „Handlungsempfehlung“ versandt. Er verweist darauf, dass er „lokale Gegebenheiten und Infektionsgeschehen nicht allgemeingültig abbilden kann“. Die empfohlene Informationskette bei Verdachtsfällen: Behörde, Vereinsvorstand, Staffelleiter, Gegner.

Droht der Saisonstart ins Wasser zu fallen?

Nein. Noch sind es Einzelfälle, die aller Voraussicht nach einen Flickenteppich mit Nachholspielen nach sich ziehen werden. Stand jetzt ist die Saison nicht in Gefahr.

Das sind die Bilder der Saison 2019/20 in Hannovers Amateurfußball

Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  Zur Galerie
Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  ©

Ist in den Spielplänen ein Puffer vorhanden?

Durchaus, zumal in der Theorie auf eine einfache Runde zurückgegriffen werden könnte. „Wir fühlen uns grundsätzlich gut aufgestellt“, sagt Spielausschussvorsitzender Thorsten Schuschel. „Es wird sich zeigen, was da in den nächsten Wochen auf uns einprasselt und wie wir darauf reagieren müssen.“

Was ist zu beachten?

Auf die AHA-Regel – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken – kann nicht oft genug verwiesen werden. Klar ist, dass jeder Gastgeber ein Hygienekonzept braucht. Nicht nur auf dem Weg zum Spiel oder bei der Kabinenansprache sollten Masken getragen werden. „Die Fälle sollten ein mahnendes Beispiel für alle sein“, sagt Kroll.