26. Mai 2022 / 20:26 Uhr

"Fast nirgendwo Unterstützung gespürt": Hertha-Retter Felix Magath rechnet mit Berlin ab

"Fast nirgendwo Unterstützung gespürt": Hertha-Retter Felix Magath rechnet mit Berlin ab

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Retter Felix Magath ist in Berlin nach eigener Aussage nicht genug unterstützt worden.
Hertha-Retter Felix Magath ist in Berlin nach eigener Aussage nicht genug unterstützt worden. © IMAGO/Revierfoto
Anzeige

Hilflos in Berlin? Felix Magath hat in einem Interview mit dem "Kicker" über seine Zeit bei Hertha BSC gesprochen und fehlende Unterstützung im Abstiegskampf bemängelt. Er hätte zudem nie das Gefühl gehabt, dass sich der Klub gegen den Abstieg gewehrt habe.

Das klingt stark nach einer Abrechnung: Interimstrainer Felix Magath hat nach der geglückten Rettungs-Mission bei Hertha BSC fehlende Unterstützung im Klub bemängelt. "Ich habe zufällig meinen Vorgänger Tayfun Korkut, als er Berlin verlassen musste, in der Hotel-Tiefgarage getroffen. Da haben wir kurz geredet", sagte der 68-Jährige dem Kicker. "Tayfun sagte mir, dass es für ihn schwer war, weil er überhaupt keine Hilfe hatte. Und ich kann nur sagen: Ich hatte in den neun Wochen auch das Gefühl, keine Hilfe zu haben." Zudem hätte es bei der Hertha während seiner Amtszeit "kein größtes Problem" gegeben - "es gab nur Probleme", polterte die Trainer-Legende.

Anzeige

Hertha hatte am Montagabend durch ein 2:0 im Relegationsrückspiel beim Hamburger SV den Abstieg in die 2. Bundesliga vermieden. Magath war Mitte März auf Korkut gefolgt. Nach der Relegation hatte er bekräftigt, nicht als Trainer bei den Berlinern zu bleiben. "Meine Aufgabe war, den Klassenerhalt zu schaffen. Das ist mit dem Schlusspfiff so gewesen", sagte der Trainer-Routinier direkt nach dem abgewendeten Abstieg.

Felix Magath: Geschäftsführer Fredi Bobic "einer der Leidtragenden"

Die Mannschaft habe er mit seinem Trainerteam so weit gekriegt, "dass sie zusammenhält", berichtete Magath. Aber "in der Breite" habe er nie das Gefühl gehabt, dass sich der Klub gegen den Abstieg wehre: "Ich habe fast nirgendwo Unterstützung gespürt." Beim VfB Stuttgart 2001 sei eine breite Unterstützung dagewesen. "In Berlin war die Stimmung eher: Paragraph eins - jeder macht seins."

Anzeige

Geschäftsführer Fredi Bobic ist aus Magaths Sicht "einer der Leidtragenden" im Verein: "Er hat Probleme übernommen, die nicht erst seit letzter Woche da sind. Dieser Verein war jetzt das dritte Jahr hintereinander in der Nähe des Abstiegs. Das kam nicht plötzlich, sondern muss ein strukturelles Problem sein." Bobic hatte angekündigt, möglichst schnell einen Nachfolger für Magath vorstellen zu wollen. Die Gespräche seien "sehr, sehr weit", sagte der Manager am Dienstag.

Es ist nicht das erste Mal nach seiner geglückten Rettungs-Mission, dass Magath gegen die Hertha poltert: Schon im Interview mit der Bild zu Wochenanfang hatte Magath den Berlinern dringende Veränderungen empfohlen. "Ich kann ihnen nur raten, die Gelegenheit zu nutzen und zu erkennen, dass die Saison, auch wenn sie sehr glücklich geendet ist, eine schlechte Saison war", sagte der 68-Jährige. "Und es war nicht die erste schlechte Saison, sondern die dritte hintereinander. Das sollte doch endlich der Punkt sein, wo man bereit ist, auch vieles, vielleicht alles zu verändern."