02. Februar 2022 / 09:24 Uhr

Fast viermal um die Erde: LG eXa Leipzig und Thorsten Schindler gewinnen "LVZ-Laufforderung" 

Fast viermal um die Erde: LG eXa Leipzig und Thorsten Schindler gewinnen "LVZ-Laufforderung" 

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Thorsten Schindler (l.) gewinnt die LVZ-Laufforderung. Die LG eXa, die am Sonntag zu einem gemeinsamen Schlussspurt einlud (r.), hat in der Teamwertung die Nase vorn.
Thorsten Schindler (l.) gewinnt die "LVZ-Laufforderung". Die LG eXa, die am Sonntag zu einem gemeinsamen Schlussspurt einlud (r.), hat in der Teamwertung die Nase vorn. © Christian Modla / Privat
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1210 Teilnehmende, 43 Vereine, 16.531 einzelne Läufe, mehr als 150.000 Kilometer - das war die "LVZ-Laufforderung". Zum Abschluss des Wettbewerbs, der sich an Amateursportlerinnen und -sportler in der Stadt und der Region richtete, holt sich die LG eXa Leipzig Platz eins in der Teamwertung. Der Leipziger Thorsten Schindler gewinnt die Einzelwertung.

Leipzig. 150.395,298 absolvierte Kilometer und ganz viel Sportlerglück: Das war die "LVZ-Laufforderung". Der Laufwettbewerb für Jede und Jeden aus Leipzig und der Region ist am Montag zu Ende gegangen. Und übertraf alle Erwartungen. Schließlich umrundeten die 1210 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beinahe viermal komplett die Erde. Ihr gemeinsames Ziel: runter von der Couch, raus aus dem Corona-Lockdown, der den Amateursport wochenlang zum Erliegen gebracht hatte. Dabei ging es nicht um Höchstleistungen (die natürlich trotzdem erbracht wurden), sondern um den Spaß an der Bewegung und ums Team. Denn jede und jeder Teilnehmende, konnte seine (täglichen) Laufergebnisse nicht nur für sich selbst, sondern auch für einen Verein seiner Wahl melden. Insgesamt erreichten uns 16.531 Meldungen, vom kurzen Spaziergang bis zum mehr als 60 Kilometer langen Ultralauf.

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LG eXa rettet Vorsprung ins Ziel

Zum Schluss wurde es noch einmal richtig knapp. Satte 25.924,1 Kilometer absolvierten die Mitglieder der LG eXa und ihre Unterstützer in den vergangenen gut sieben Wochen. Der Verein aus der Messestadt hatte die Rangliste beinahe von Beginn an angeführt. Zwischenzeitlich lagen mehr als 3000 Kilometer zwischen Platz eins und zwei. Am Schlusswochenende der "Laufforderung" musste der Club dann aber doch bangen. Denn die Kanutinnen und Kanuten der SG LVB gaben im sprichwörtlichen Schlusssprint noch einmal alles, motivierten Omas, Opas, Onkel, Tanten, Freundinnen und Freunde zum Mitmachen. Am Ende standen 25.526,6 Kilometer zu Buche. Damit verwies die SG LVB den Dragons Club Leipzig auf Rang drei. Beide hatten sich in den Wochen zuvor einen spannenden Zweikampf geliefert. Die Drachen, ebenso wie ihre Konkurrenz auf dem Wasser zu Hause, warben vor allem via Instagram um Mitmachende, hatten schließlich 23.164,6 Kilometer auf dem Konto.

Mehr zur "Laufforderung"

Wie fleißig beide Clubs bei der Akquise von Unterstützerinnen und Unterstützern waren, zeigt auch ein Blick auf die Zahl der Teilnehmenden. 331 Läuferinnen und Laufer meldeten Ergebnisse für die SG LVB, 202 gingen für die Dragons an den Start. Für die eXa gingen "nur" 117 Leute an den Start. Die absolvierten allerdings überwiegend lange Einzelstrecken.

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Die sportlichen Mühen bleiben natürlich nicht unbelohnt. Für den ersten Platz in der Teamwertung gibt es 1.000 Euro für die Clubkasse. Der Zweite kann sich über 750 Euro freuen, der Dritte über 500 Euro. Die LG eXa hatte bereits zu Beginn der "Laufforderung" angekündigt, das Preisgeld für einen guten Zweck zu spenden.

Keiner war länger unterwegs als Thorsten Schindler

Und in der Einzelwertung? Da hatte am Ende Thorsten Schindler die Nase vorn. Sagenhafte 1287,3 Kilometer spulte er seit Beginn der "Laufforderung" am 11. Dezember ab, meldete insgesamt 67 einzelne Läufe, war als nicht nur einmal täglich unterwegs. Dabei steigerte sich Schindler, der für den LC Auensee startete, immer weiter, vor allem auch in der Schlussphase. Am vergangenen Freitag absolvierte er 50,16 Kilometer in 05:06:55 Stunden. Am Sonntag waren es 42,25 Kilometer in 04:33:03 Stunden. "Am Ende war es eine wahnsinnige körperliche wie vor allem mentale Herausforderung", schrieb der 53-Jährige bei der Meldung seines letzten Ergebnisses.

Im Schlussspurt war der Unermüdliche nicht allein. Begleitet wurde er am Sonntag unter anderem von Christine "Chris" Timmler (LFV Oberholz). Die landet mit 1200,6 Kilometern auf Platz drei der "Laufforderung", sagte im Anschluss: "Ich bin sehr happy, mein persönliches Ziel von 1200 km geschafft zu haben." Neben Schindler war nur noch Ralf Weise von der Laufgruppe des 1 FC Lok Leipzig intensiver unterwegs als sie. Er belegt mit 1257,6 Kilometern Rang zwei. Das Siegertrio erhält Gutscheine für den Leipziger Laufladen im Wert von 150, 100 und 50 Euro.

Über das Gesamtergebnis von Thorsten Schindler freut sich übrigens auch das Leipziger Bündnis gegen Depression. Dem will der Sieger der "Laufforderung" 10 Cent je von ihm absolviertem Kilometer spenden. „Ich war selbst betroffen. Das Laufen hat mir das Leben gerettet“, erklärt der Hobby-Athlet seine Entscheidung.

Profis mischen sich unter Amateure

Auch wenn sich die "LVZ-Laufforderung" an Hobby-Sportlerinnen und -Sportler richtete, war schließlich auch der eine oder andere (Ex-)Profi am Start. So beteiligte sich Kanu-Weltmeister Franz Anton an der Challenge, steuerte rund 211 Kilometer für den Dragons Club bei. Sein ehemaliger Slalomkanu-Partner Jan Benzien (beide holten 2015 den WM-Titel im Zweier-Canadier) trug sich ebenfalls in die Teilnehmerliste ein. Der SC DHfK (Laufsport) freute sich über die Unterstützung der Triathlon-Geschwister Bianca und Rico Bogen.