16. Februar 2021 / 22:56 Uhr

Fauser-Doppelpack, 2:1 in Düsseldorf: Grizzlys Wolfsburg bauen Siegesserie aus!

Fauser-Doppelpack, 2:1 in Düsseldorf: Grizzlys Wolfsburg bauen Siegesserie aus!

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Torjubel von Gerrit Fauser (h.) nach dem ersten seiner beiden Tore.
Da kommt Freude auf: Gerrit fauser (h.) traf doppelt, die Grizzlys Wolfsburg landeten mit dem 2:1 n. V. in Düsseldorf den fünften Sieg in Folge. © Mathias M. Lehmann
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Fünfter Sieg in Folge, die Grizzlys Wolfsburg sind in der DEL im Kommen. Der Eishockey-Erstligist gewann am Dienstag mit 2:1 nach Verlängerung bei der Düsseldorfer EG. Gerrit Fauser war der Held des Tages.

Die Grizzlys Wolfsburg marschieren im Eishockey-Oberhaus. Vor kurzem noch tief im Nord-Keller, rollen sie das Feld von hinten auf und bescherten sich einen Rekord: Das 2:1 (0:0, 1:0, 0:1) nach Verlängerung bei der Düsseldorfer EG am Dienstagabend war der fünfte Sieg in Folge - eine so lange Siegesserie gab es unter Coach Pat Cortina noch nicht. Gerrit Fauser schoss die Tore des Tages für den heimischen DEL-Klub, der am Donnerstag die Iserlohn Roosters erwartet.

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Personal

Gegenüber der Sonntag-Partie in Krefeld gab es eine Änderung bei den Wolfsburgern - und die war etwas überraschend. Verteidiger Phil Bruggisser durfte pausieren, dessen Ausländer-Platz übernahm der schnelle Jordan Boucher ein, der zuvor mehrmals überzählig gewesen war. Das war insofern erstaunlich, als dass Bruggisser vor der Saison eigentlich als Top-Verstärkung (die er bislang nicht war) eingeplant worden war und den Grizzlys mit Armin Wurm und Dominik Bittner weiterhin zwei gestandene deutsche Verteidiger fehlen. Jan Nijenhuis fehlte weiter krank, so blieb sogar ein Platz im Line-Up frei. Maxi Adam rückte aus dem Angriff in die Abwehr, unterstützte dort mit Steven Raabe und Janik Möser die Defensiv-Routiniers Ryan Button, Jeff Likens, Julian Melchiori, die in der Abwehr die Hauptlast trugen.

Köln führte klar in Bremerhaven und gewann auch später - mit Beginn der Partie war klar, dass die Grizzlys mit einem glatten Sieg Platz drei von Bremerhaven übernehmen können und den Sprung auf Platz zwei an der DEG (ein Spiel weniger) vorbei in die eigene Hand bekommen. Und so präsentierten sie sich auch - nach einem Warnschuss: Nicolas Jensen (3.) hatten den Puck nach feiner Kombination am Kasten von Strahlmeier vorbei gezimmert. Danach waren die Wolfsburger gegenüber der der zaghaften Vorstellung in Krefeld nicht wiederzuerkennen. Sie übernahmen das Kommando, störten Düsseldorfs Aufbau immer wieder empfindlich, zwangen die DEG zu Fehlern oder nutzten deren Schnitzer zu Umschaltmomenten. Festerling schoss frei im Slot auf Keeper Marco Pantkowski (4.) Mathis Olimb prüfte den DEG-Keeper kurz darauf doppelt. Dann war es Pekka Jormakka. Wolfsburg war Chef am Rhein, Pantkowski hatte dann noch einmal Mühe, als ihn Olimb nach neuerlichem erfolgreichen Störmanöver in Düsseldorfs Aufbau beinahe getunnelt hätte. Düsseldorfs Keeper fand die Scheibe hinter sich gerade noch rechtzeitig.

Düsseldorf nach zwei Dritteln gut bedient

Mit 0:0 ging es ins zweite Drittel, Wolfsburg geriet in Unterzahl, hatte dabei keine Probleme. Ärgerlich dann: Boucher zeigte seinen Speed, fuhr allen davon, mit seinem Querpass scheiterte aber Spencer Machacek an Pantkowski. Dann musste Boucher praktisch im Gegenzug auf die Strafbank - überzogen. Doch auch diese Strafe arbeiten die Grizzlys ab und belohnten sich dann endlich. Pfohl fand Fauser, der traf in seinem zweiten Spiel nach langer Verletzungspause zum 1:0. Die Gäste boten beim Tabellenzweiten eine abgeklärte Vorstellung, sie hätten aber höher in Führung gehen müssen. Matti Järvinen semmelte Max Görtz' Zuspiel (38,) vorbei, kurz danach erwischte ebenfalls aus Nahdistanz Toto Rech die Scheibe nicht richtig. Die Grizzlys wirkten top eingestellt auf die Gastgeber.

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"Ausgeglichenes Spiel, gutes Tor von uns, daran müssen wir anknüpfen, noch 20 Minuten, die ziehen wir knallhart durch", kündigte der erneut überzeugende Steven Raabe - der Jüngste im Kader - im Magentasport-Interview nach 40 Minuten an. Es war klar: Düsseldorf würde kommen müssen. Und die Gastgeber wurden stärker. Victor Svensson (44.) hatte das 1:1 auf dem Schläger, verzog. Die Niedersachsen verwalteten, vertrauten auf ihre seit einigen Wochen stabile Defensive, streuten ab und an aber weiterhin ihre Störversuche ein. Doch Wolfsburgs nicht optimale Chancenverwertung rächte sich noch: Direkt von einem Bully vor DüsseldorfsTor weg konterte Düsseldorf fix, Maxi Kammerer war durch. In der Entstehung zu billig, im Abschluss stark - 1:1. Die Overtime musste entscheiden. Vielleicht hatte den Gästen diesmal auch eine Chance in ihrem zuletzt starken Powerplay gefehlt. In der hektischen Schlussphase gab es nämlich die Strafen gegen Düsseldorfer jeweils gemeinsam mit dem Wolfsburger Kontrahenten. Wolfsburg hatte in der Verlängerung die dicksten Chancen und verdiente sich mit Fausers zweitem Treffer den Sieg endgültig.

Statistik

DEG: Pantkowski - Cumiskey, Jensen; Nowak, Ebner; Geitner, Zanetti - Fischbuch, K. Olimb, Ehl; Flaake, Barta, Alanov; Eder, Carey, Karachun; From. Svensson, Jahnke; Kammerer.


Grizzlys: Strahlmeier - Melchiori, Likens; Button, Möser; Raabe; Adam - Görtz, Järvinen, Furchner; Machacek, Festerling, Boucher; Jormakka, M. Olimb, Rech; Fauser, Pfohl, Hungerecker.

Schiedsrichter: Iwert/Rantala. - Strafminuten: Düsseldorf 4 / Wolfsburg 10.

Tore: 0:1 (29:43) Fauser (Pfohl/Hungerecker), 1:1 (50:06) Kammerer (From), 1:2 (64:42) Fauser (Pfohl).