04. April 2021 / 19:27 Uhr

Fauser macht's in der Verlängerung: Grizzlys Wolfsburg schlagen die Nürnberg Ice Tigers

Fauser macht's in der Verlängerung: Grizzlys Wolfsburg schlagen die Nürnberg Ice Tigers

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sebastian Furchner jubelt, Nürnbergs Oliver Mebus und Ilya Sharipov sind enttäuscht. Hier fiel das 1:0 durch Max Görtz. Am Ende gewann Wolfsburg mit 4:3 n. V.
Sebastian Furchner jubelt, Nürnbergs Oliver Mebus und Ilya Sharipov sind enttäuscht. Hier fiel das 1:0 durch Max Görtz. Am Ende gewann Wolfsburg mit 4:3 n. V. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Dominik Bittner fand in der Verlängerung die Lücke, Gerrit Fauser fälschte ab! Mit 4:3 n.V. besiegten die Grizzlys Wolfsburg am Ostersonntag die Nürnberg Ice Tigers - und rutschten aus den Play-Off-Rängen.

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Die Grizzlys Wolfsburg können im Eishockey-Oberhaus ein wenig aufatmen. Weil sie mal wieder gewannen. Am Sonntag rutschten sie aber dennoch von Platz vier, dem letzten Play-Off-Platz. Sie wurden von der Düsseldorfer EG überholt. Gegen Süd-Schlusslicht Nürnberg ice Tigers gab es trotz 2:0- und 3:2-Führung ein 4:3 (1:0, 1:2, 1:1) nach Verlängerung. Max Görtz, Spender Machacek und Gerrit Fauser (2) trafen.

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Die Iserlohn Roosters befinden sich wegen eines Corona-Falls in Quarantäne, zwei Partien der Sauerländer wurden abgesagt.

Personal

Änderungen am System hatte Coach Pat Cortina ausgeschlossenen, Änderungen in den Sturmfomartionen hatte Manager Charly Fliegauf derweil nach dem 1:2 in Nürnberg am Donnerstag im SPORTBUZZER an Karfreitag angekündigt. Die Änderungen gab es auch, aber sie waren nicht extrem gravierend, ergaben sich fast von allein durch die Rückkehr von Mittelstürmer Garrett Festerling, hatte zuletzt mehrfach ein Verteidiger im Sturm ausgeholfen, so spielten diesmal nur "echte" Stürmer vorn. Das führte auch hinten zu dezenten Veränderungen. Wie zuletzt war Jordan Boucher überzähliger Ausländer.

Bei den Grizzlys absolvierte Jeff Likens sein 750. DEL-Spiel. Kein DEL-Ausländer schaffte in der Geschichte der Liga mehr.

Grizzlys Wolfsburg gegen Nürnberg Ice Tigers am 4. April 2021

Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Nürnberg Ice Tigers am 4. April 2021. Endstand 4:3 n. V. Zur Galerie
Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Nürnberg Ice Tigers am 4. April 2021. Endstand 4:3 n. V. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH, Boris Baschin

Dass er sich trotz Talfahrt (nur zwei Siege aus zehn Spielen) hinter Coach Pat Cortina und dessen defensives System stellte, begründete Fliegauf vor der Partie auch damit, dass es "nicht so einfach" sei, die Misere zu erklären: "Es würde zu denken geben, wenn wir keine Chancen hätten." Die hatten die Grizzlys zuletzt sehr häufig ausgelassen. Fliegaufs Wunsch: "Wir wollen dem Gegner von Beginn an zeigen, dass wir das Spiel mehr gewinnen wollen als er." Diese Entschlossenheit habe ihm zuletzt gefehlt.

Immerhin. Die Grizzlys kamen gut raus, Julian Melchiori scheiterte aus Topposition noch in der ersten Minute an Ilya Sharipov (Nürnbergs zweiter Keeper hatte alle sechs vorherigen Einsätze ohne Sieg beendet). Nürnberg schwächte sich durch ein taktisches und ein unnötiges Foul in einem Zuge selbst, die doppelte Überzahl nutzten die Grizzlys binnen 13 Sekunden zum 1:0. Doch schon davor und und auch danach wirkten die Gastgeber wieder ein wenig passiv, Dustin Strahlmeier musste einige Male zufassen.

Verteidiger Armin Wurm fasste es zur ersten Pause treffend zusammen: "Wir müssen uns im zweiten Drittel steigern. Wir sind bemüht aber jeder kann eine Schippe drauflegen."

Gesagt, getan, kaum hatte das zweite Drittel begonnen, lagen die Grizzlys 2:0 vorn. Likens hatte per Steilpass Mathis Olimb gefunden, dann ging es zu schnell für Nürnberg. Olimb nach links zu Rech, der nach rechts zum Machacek, Tic Tac Toe zum 2:0. Die Freude währte nicht lange: Tyson McLellan fälschte Dane Fox' Schuss aus der Luft ab - nur noch 2:1. Der Stock war hoch, nach Ansicht der Schiris aber nach Videobeweis nicht zu hoch.

In der Folge blieb es aber wieder bei Wolfsburger Bemühen. Die erhofte Wende zum Besseren gab es nicht. Die Grizzlys hatten ihre Chancen, mal fanden sie, wie Phil Hungerecker, in Sharipov ihren Meister, mal hatten sie kein Scheibenglück und dann auch mal wieder nicht die Kälte, die es vor dem Tor auch braucht: Järvinen (38.) zirkelte aus guter Position knapp vorbei. Die Quittung: Nürnbergs Routinier Patrick Reimer fand aus der Position hinter dem Tor den vor dem Kasten sträflich freien Eric Cornel - 2:2.

Die Moral der Gastgeber aber blieb intakt. Sie gingen in Unterzahl ins letzte Drittel - und wieder in Führung. Torschütze Fauser selbst leitete den konter ein, Festerling legte quer, mächtiger Schuss des vorgestürmten Fauser - 3:2.In eigener Überzahl spielten die Grizzlys bald darauf gut - aber weiter glücklos. Auf der anderen Seite verpasste Chris Brown den Ausgleich nur haarscharf. Wieder einmal wurde für die Niedersachsen, die vermehrt auf die Entscheidung drängten, eine Partie zum Ritt auf der Rasierklinge. Sie nutzten zwei Überzahlchancen nicht. Im Abschluss waren die Gäste einen Tick abgebrühter und glücklicher: Reimer tropfte der eine Schuss, den Strahlmeier noch gehalten hatte, genau auf die Kelle - 3:3. Strahlmeier verhinderte schließlich gegen Luke Adam noch das 3:4. Fauser markierte in Überzahl in der Verlängerung das verdiente 4:3, fälschte einen Schuss von Dominik Bittner entscheidend ab.

Gerrit Fauser sagte: "Die Erleichterung ist groß, der Zusatzpunkt war wichtig für uns. Wir haben offensiv wesentlich besser gespielt, müssen das nun kombinieren mit einer ein besseren Defensive."

Grizzlys: Strahlmeier – Likens, Melchiori; Bittner, Möser; Bruggisser, Adam; Wurm – Görtz, Järvinen, Furchner; Machacek, Olimb, Rech; Fauser, Festerling, Jormakka; Busch, Nijenhuis, Hungerecker.

Ice Tigers: Sharipov - Bodnarchuk, Kulda; Mebus, Weber; Gilbert, Trinkberger; Karrer - Schmölz, Adam, Brown; Kechter, Cornel, Reimer; Fox, McLellan, Kislinger; Pollock, Kurth, Lobach.

Schiedsrichter: Iwert/Hinterdobler. Zuschauer: keine. Strafminuten: Wolfsburg 4/ Nürnberg 10.

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Tore: 1:0 (11:15) Görtz (Järvinen/Machacek - 5:3), 2:0 (21:07) Machacek (Rech/Olimb), 2:1 (22:14) McLellan (Fox/Trinkberger), 2:2 (58:51) Cornel (Reimer), 3:2 (41:07) Fauser (Festerling - 4:5), 3:3 (55:08) Reimer (Cornel/Weber), 4:3 (63:20) Fauser (Bittner/Rech - 4:3).