03. Juli 2021 / 09:31 Uhr

Fauxpas bei der Kleidung: Fans verpassen Dynamo Dresden ein blaues Auge

Fauxpas bei der Kleidung: Fans verpassen Dynamo Dresden ein blaues Auge

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Die blaue Freizeitkleidung des neuen Ausrüsters Umbro, die die Dynamo-Profis tragen, stößt vielen Fans sauer auf.
Die blaue Freizeitkleidung des neuen Ausrüsters Umbro, die die Dynamo-Profis tragen, stößt vielen Fans sauer auf. © Stefan Schramm
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Der Freizeit-Look des neuen Ausrüsters erinnerte die Anhänger wohl zu sehr an andere Clubs. Nun rudert der Verein zurück.

Heilbad Heiligenstadt. Blau sind die Farben unter anderem von Hansa Rostock und dem 1. FC Magdeburg – von Vereinen also, deren Anhänger mit den Fans von Dynamo Dresden seit vielen Jahren ihre Feindschaft pflegen. Auch Dresdner Schmähgesänge thematisieren diese Farbe. Und ausgerechnet blau ist die vom neuen Ausrüster Umbro hergestellte Kleidung der Profis aus Sachsens Landeshauptstadt. Zu viel für ihre Unterstützer, von denen in den vergangenen Tagen einige Sturm liefen gegen das neue Outfit – in dem die Dynamos auch ins Trainingslager nach Thüringen reisten.

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Vereinsfarben: Schwarz und Gelb

Protestplakate beim Testspiel, Unmutsbekundungen im Internet: „Wehret den Anfängen! Klare Kante gegen blaue Vereinskleidung“, twitterte die aktive Fanszene der bekanntermaßen eigentlich Schwarz-Gelben. Dabei handelt es sich lediglich um einen Freizeit-Look, also um keine offizielle Repräsentationskleidung und schon gar nicht um Trikots. Dass die Spieler nicht in anderen Farben aus dem Mannschaftsbus stiegen, liegt schlicht daran, dass der Ausrüster zu diesem frühen Zeitpunkt der Saisonvorbereitung die künftige Repräsentationskleidung noch nicht geliefert hat.

Laut Vereinssatzung sind schwarz und gelb die Vereinsfarben, entsprechend dem Logo auch weinrot und weiß – unter anderem als Farben der Auswärtstrikots genutzt. Auf diesen Rahmen pochen die Fans. Erst in den Jahren nach 2000 stieg das Bewusstsein für die Vereinsgeschichte wieder an, was dazu führte, dass solche Themen heißer diskutiert werden. Als Dynamo Dresden in den 1990er Jahren in der Bundesliga in lilafarbenen Trikots auflief, machte das noch deutlich weniger Leute fuchsig. Heutzutage undenkbar, schließlich ist das die Farbe der sächsischen Konkurrenz aus Aue.

„Haben als Verein einen Fehler gemacht“

Abwehrmann Tim Knipping hat eine klare Meinung zu dem Thema: „Als ich bei uns diesen Pullover drin liegen sah, habe ich sehr dumm aus der Wäsche geguckt. Ich hätte definitiv kein Blau ausgewählt. Da muss ich sagen, dass ich jeden einzelnen Fan absolut verstehen kann. Die Klamotten sind schön von der Form, lassen sich auch wirklich super tragen. Aber wenn Borussia Dortmund in blauen Klamotten auftreten würde, würde es ähnliche Probleme geben.“ Die Westfalen sind ebenfalls traditionell schwarz-gelb, blau ist ihr „Erbfeind“ aus Schalke.

Allerdings hatte es auch wegen Spielkleidung des vorhergehenden Ausrüsters Craft schon mal Ärger geben. Vor drei Jahren prangte bei der Trikotpräsentation ein schlichtes weißes Dynamo-D auf den damaligen schwarzen Torhüter-Jerseys. Dabei ist ebenfalls laut Vereinssatzung dort sowie auf den Hosen lediglich das offizielle Logo zulässig – und keine Abwandlung davon. Damals stiegen die Verkaufszahlen rasant an, das Torwarttrikot blieb im Fanshop-Repertoire. In den Spielen jedoch trug auch der damalige Schlussmann Markus Schubert das korrekte Logo auf der Brust.

Wahrscheinlich ist nun, dass sich die Vereinsführung der Sportgemeinschaft dem Druck der Fans beugen wird. Zumindest dürften sich die Spieler künftig nicht mehr in der blauen Freizeitkleidung öffentlich sehen lassen. „Wir arbeiten an einer Lösung, haben als Verein einen Fehler gemacht“, gibt Dynamos Pressesprecher Henry Buschmann zu. Er kündigte bereits an, dass sich Dynamo Dresden in Kürze in dieser Sache erklären und auch darauf reagieren wird. Dann wird auch zu erfahren sein, ob das blaue Freizeit-Outfit weiter verkauft wird oder direkt in der Mottenkiste landet.