21. November 2021 / 16:34 Uhr

Anker Wismar unterliegt effektiven Siedenbollentinern

Anker Wismar unterliegt effektiven Siedenbollentinern

Christian Falkenberg
Ostsee-Zeitung
Patrick Nehls fokussiert, aber glücklos.
Patrick Nehls fokussiert, aber glücklos. © Andreas Kirsch
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Die aufstiegsambitionierten Hansestädter haben mit einem 0:1 (0:1) die erste Auswärtsniederlage kassiert. Auf schwierigem Geläuf schafften es die sonst spielstarken Wismarer nicht, das Abwehrbollwerk der Heimmannschaft zu knacken. Trainer Matthias Fink freut sich daher auf einen Rückkehrer am kommenden Wochenende.

Es hat nicht sollen sein. Große Unterstützung war für den FC Anker Wismar durch einen vom Verein organisierten Fanbus da. Dennoch setzte es am Sonnabend eine 0:1 (0:1)-Niederlage in der Fußball-Verbandsliga beim Aufsteiger SV Siedenbollentin. Eine unnötige, wenn man Matthias Fink nach dem Spiel befragt, hätte man denn auf ihn gehört. "Ich hatte der Mannschaft schon im Vorfeld signalisiert, dass wir hier nicht die Sterne vom Himmel spielen werden. Die Chancen, die wir uns dann herausgespielt haben, wurden kläglich vergeben", resümierte der Wismarer Trainer.

Er geht sogar noch weiter. "Das sind solche Spiele, für die man den Fußball hasst. Man gibt sich nicht auf, bespielt eine Mannschaft, die sich nach der Führung noch weiter zurückzieht, und wird nicht belohnt. Siedenbollentin hat es sich am Ende verdient", betont Fink dennoch.

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Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Der FC Anker, im Vorfeld logischerweise als Favorit in dieses Spiel gegangen, bespielt den Aufsteiger von der ersten Minute an, allerdings "ohne die notwendige, 100%ige Leidenschaft", wie der Ankercoach feststellen musste. So war es in der 32. Minute Lukas Kuhl, der mit seinem Treffer die Weichen auf Sieg stellte. Und auf noch mehr Defensive. Der Mittelfeldspieler erzielte aus 20 Metern mit einem Flachschuss quasi aus dem Nichts heraus die Führung für die Heimmannschaft.

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Der FC Anker Wismar rannte nun gegen ein Abwehrbollwerk an, schaffte es auch in der zweiten Hälfte mit der Brechstange und langen Bällen nicht, den dringend benötigten Ausgleich zu erzielen. Für Fink ist das Fehlen "bestimmter Positionen" nicht oder schwer zu ersetzen. "Wenn die Anführer auf dem Platz fehlen, tut sich die Mannschaft sehr schwer. Für einige Spieler wird der Druck, Tabellenführer zu sein oder Anschluss zur Spitze herstellen zu müssen, einfach zu groß", resümiert ein nachdenklicher Matthias Fink. "Wir durchlaufen aktuell einen Entwicklungsprozess. Ich behaupte nach wie vor, dass wir fußballerisch die beste Mannschaft der Liga sind. Die Leichtigkeit müssen wir wieder reinbekommen".

Ins gleiche Horn stößt Ankers Sportvorstand Danny Pommerenke. "Wir brauchen einfach mal mehr Kontinuität im Team, sofern das überhaupt durch Corona aktuell möglich ist. Durch Verletzte oder angeschlagene Spieler hat es unser Trainer auch nicht immer leicht, seine Stammformation zu finden", schildert Pommerenke.

Mehr Leichtigkeit und Struktur verspricht sich Matthias Fink von seinem Sommerzugang Gordon Grotkopp, der sich im Spiel gegen den FSV Kühlungsborn nach seinem Tor verletzte und erst seit einer Woche wieder im Training ist. "Grotkopp ist ein wichtiger Baustein für uns. Er ist einer unserer wichtigsten Führungsspieler", befindet Fink und blickt voraus: "Gegen Waren wird er wieder zurück sein", verspricht Fink.


FC Anker Wismar: Seide – Ottenbreit (60. Nevermann), Bode, Ehlert, Baaske – Rodrigues, Köhn – Meyer, Nehls (87. Muhlack), Plawan – Raffel.
Tore: 1:0 Kuhl (32.).