22. Oktober 2019 / 14:52 Uhr

FC Bad Lausick verschenkt beim SV Tapfer einen Auswärtssieg

FC Bad Lausick verschenkt beim SV Tapfer einen Auswärtssieg

hpw
Leipziger Volkszeitung
Der erste Torschütze Stefan Fliegner schwebt (in einem früheren Landesklassespiel) mit der Lederkugel nach vorn.
Der erste Torschütze Stefan Fliegner schwebt (in einem früheren Landesklassespiel) mit der Lederkugel nach vorn.
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Landesklasse Nord: Die Kurstädter führten beim Aufsteiger in Leipzig scheinbar sicher 2:0, doch mussten in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen.

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Leipzig. Der Meinung des Schiedsrichterbeobachters ist nicht hinzu zufügen: „Ihr verschenkt wohl gern Punkte?“ Tatsächlich hätte der Sieger dieses ersten Pflichtspiels der Kontrahenten FC Bad Lausick heißen müssen, weil die Kurstädter nach einer mit etwas Glück schadlos überstandenen ersten halben Stunde deutlich das Landesklassespiel bestimmten, auch zwei Treffer markierten, es aber versäumten, weitere hochkarätige Möglichkeiten zu verwerten. So mussten sie schließlich mit einem 2:2 die Heimreise antreten, einem Remis, da einer Niederlage glich.

Rund 20 Minuten lang passierte bei idealen Bedingungen fast nichts, dann setzte Kevin Wild mit einem langen Zuspiel den startenden Stefan Fliegner in Szene. Sein Gegenspieler sah hier, wie in den restlichen Minuten, nur die Hacken des Kurstädters, dessen Schuss im rechten Eck einschlug – 0:1. Das weckte nun den Gastgeber, der speziell über den Ex-Markranstädter Noguera auf der linken Seite eine Reihe schneller Angriffe inszenierte. Knapp verzog dieser übers Tor (25.), dann scheitert Gorsler per Kopf an Janko Schötzke (28.), ein Fernschuss Anders verfehlt das FC-Tor nur knapp (32.). Anders tauchte kurz danach sogar allein vor Lausicks Keeper auf, doch Schötzke klärte zur Ecke (35.). Statt des möglichen Ausgleichs hätte es zur Pause auch 0:3 stehen können, denn gleich zweimal fand der Ball den rechts lauernden Schützen des 0:1, doch beide Male setzte Fliegner die Kugel am Pfosten vorbei (37. und 40.).

Lausicks Kapitän ging fast in die Hocke

In diesem Stil ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter. Wieder entwischte Fliegner, brachte den Ball von der rechten Torauslinie zum links mitgelaufenen Andreas Streubel. Dieser hätte nur noch den Fuß hinzuhalten brauchen, doch ein Abwehrbein stand im Weg (51.). Drei Minuten später bereitete Streu selbst das 2:0 der Gäste vor, als er einen Freistoß von der linken Außenbahn über den gesamten Strafraum zu Eric Ziffert schlug. Lausicks Kapitän ging fast in die Hocke, köpfte dennoch den Ball von rechts nach links, wo Nicky Richter wenig Mühe zum Vollenden hatte. Das weckte nun endgültig den Gastgeber, der keinen Einsatz scheute, drei Karten kassierte, alle Entscheidungen des Schieris monierte, aber auch schnell zum Anschlusstreffer kam.

Weitere Spiele in der Landesklasse Nord

Freistoß in die Mitte, trotzt zahlreicher FC-Beine wurde nicht entscheidend geklärt, Schmidt donnerte den Abpraller ins Netz. Nun wollte Tapfer mehr, rückte nach vorn und bot den Gästen die völlig entblößte Spielfeldhälfte an. Was folgte, waren fünf sogenannte hundertprozentige Torchancen der Kurstädter – ohne dass auch nur eine genutzt werden konnte. Für Fliegner wurde das Spiel sogar zum Alptraum, als er erneut von niemandem zu stoppen, in den Strafraum eindrang, sogar noch den Hüter umspielte, dann aber weit übers leere Tor verzog (66.) und kurz danach nur den rechten Pfosten traf (68.). Der Nächste, der sich versuchte, war Streubel, doch sein Kopfball nach Freistoßzuspiel von Michel Kalbitz strich Zentimeter über die Querlatte (75.).

Der Schieri musste pfeifen und pfiff

In der 85. Minute hatten die Gäste Glück, als eine zu kurze Abwehr zu mehreren Nachschüssen führte. Der Schiri zeigte vier Minuten Nachspielzeit an, der Ball landete beim inzwischen eingewechselten Tommy Klotsche, der dribbelte um einen Verteidiger herum und zog aus der Drehung ab. Schwarze im Leipziger Tor lenkte den Ball im Flug über die Latte (90.+1). Bei den anderen Lausicker Möglichkeiten hätte er keine Chance gehabt. Dies traf auch auf den 20-Meter-Versuch Jeremy Dusts zu, denn der Ball zischte knapp übers Eck ins Aus (90.+2).

Die letzte Minute brach an und wie beim 1:2 bekam die FC-Hintermannschaft eine Freistoßeingabe von links im Zentrum nicht geklärt. Schreiend ging ein Leipziger zu Boden, doch noch folgte kein Pfiff. Der weiter nach rechts springende Ball zischte an vier Lausicker Spielern vorbei, von denen zwei den Ball nur hätten wegschlagen müssen. Stattdessen ging im Getümmel erneut ein Leipziger zu Boden. Nun musste der Schiri pfeifen. Da dies alles an der Strafraumgrenze geschah, konnte Anders vom Elfmeterpunkt noch zum 2:2 ausgleichen.

Bad Lausick: Schötzke, Richter, Wild, Wurche (76.Dust), Schmiedel, Walter, Fliegner (83.Klotsche), Dust, Ziffert, Kalbitz, Streubel
Tore: 0:1 Fliegner (21.), 0:2 Richter (54.), 1:2 Schmidt (62.), 2:2 Anders (Foulstrafstoß 90.+4)
Schiedsrichter: P. M. Sachse (Chemnitz)

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