01. Oktober 2020 / 21:17 Uhr

Atlético, Real, Lazio, PSG & Co: Wolff Fuss analysiert die deutschen Champions-League-Gruppen

Atlético, Real, Lazio, PSG & Co: Wolff Fuss analysiert die deutschen Champions-League-Gruppen

Wolff-Christoph Fuss
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Luis Suarez, Toni Kroos, Ciro Immobile und Neymar - nur vier Gruppengegner der deutschen Mannschaften in der Champions League.
Luis Suarez, Toni Kroos, Ciro Immobile und Neymar - nur vier Gruppengegner der deutschen Mannschaften in der Champions League. © imago images/Montage
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Vier deutsche Mannschaften in der Champions League - und vier spannende Gruppen für den FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach. Für den SPORTBUZZER hat Wolff Fuss die CL-Gruppen mit deutscher Beteiligung gecheckt.

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Vier deutsche Mannschaften stehen in der Gruppenphase der Champions League - am Donnerstag erfuhren der FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach, gegen welche Gegner es ab dem 20. Oktober auf internationalem Parkett in der Königsklasse geht. SPORTBUZZER-Kolumnist Wolff-Christoph Fuss analysiert die Gruppen mit deutscher Beteiligung!

FC Bayern München (Gruppe A)

Der FC Bayern München hat eine Gruppe erwischt, in der man als Champions-League-Sieger den Ehrgeiz und den Anspruch haben sollte, die nächste Runde zu erreichen. Das Los Atlético Madrid ist fast schon ein Evergreen. Ein sehr schöner Test – für beide Teams, die am Ende den Gruppensieg unter sich ausmachen werden. Alles andere wäre eine dicke Überraschung.

Die Partien gegen den FC Salzburg sind hochinteressante Nachbarschaftsduelle, die es auf diesem Niveau noch nie gab. Ich hoffe sehr, dass Zuschauer dabei sein können – sonst wäre es extrem schade. Wie anspruchsvoll es ist, gegen diesen Gegner antreten zu müssen, wird Jürgen Klopp sicher gern erzählen.

Liverpool hatte vergangene Saison Probleme. Die Münchner können nur hoffen, dass sie gegen Lokomotive Moskau nicht im tiefsten Winter ins ewige Eis müssen, das kann im November oder Dezember durchaus unangenehm werden. Sportlich hat diese Mannschaft aber nicht die Qualität der drei anderen.

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Borussia Mönchengladbach (Gruppe B)

Wow, diese Gruppe zieht einem fast die Schuhe aus! Borussia Mönchengladbach musste den Makel, aus Topf 4 gezogen zu werden, knallhart spüren. Andererseits freut es mich enorm für den Klub, dass man mit Real Madrid und Inter Mailand zwei Gegner gezogen hat, die zeigen, dass man wieder ganz oben im europäischen Fußball angekommen ist. Kein anderer Verein auf der Welt verkörpert das mehr als der Rekordsieger dieses Wettbewerbs. Und auch gegen Boninsegnas Erben schwingt natürlich am Niederrhein ganz, ganz Nostalgie mit.

Ich glaube, dass es für die Borussia gar nicht so schlecht ist, als Außenseiter ins Rennen zu gehen, der sich vom Papier her schon strecken muss, um überhaupt Dritter zu werden. Aber davon sollten sie sich lösen und genießen, dass sie sich mit diesen Teams messen dürfen. Hoffentlich können das auch möglichst viele Fans.

Schachtjor Donezk wird oft unterschätzt, zählt aber schon seit Jahren zu den Stammgästen der Königsklasse – ein sehr undankbarer Gegner.

Borussia Dortmund (Gruppe F)

Bei dieser Gruppe bin ich hin- und hergerissen. Zunächst klingt es so, als sei Borussia Dortmund absoluter Favorit, doch ich bin mir nicht sicher, ob das auch die beste Rolle für das Team von Lucien Favre ist. Eigentlich wünsche ich mir für den BVB immer die Allergrößten, da ich den Eindruck habe, dass man mit den Aufgaben wächst und diese auch in den vergangenen Jahren oft genug bewältigt hat.

Nun besteht die Gefahr darin, dass man denken könnte, diese Gruppe im Vorbeigehen gewinnen zu müssen. Lazio Rom, Zenit St. Petersburg und Club Brügge klingen auf dem Papier nicht nach den ganz großen Namen, bedeuten aber eine maximale Herausforderung.

Vor allem auf das Duell gegen Lazio und den Ex-Dortmunder Ciro Immobile bin ich gespannt. Der ist in der vergangenen Saison gerade der beste Torjäger Europas geworden, das sagt schon einiges aus. Auch die anderen beiden Mannschaften sind weiß Gott keine Laufkundschaft – das wird schwerer für den BVB, als es aussieht.

RB Leipzig (Gruppe H)

Bei dieser Gruppe musste ich erstmal schlucken. Dass du als Halbfinalist der vergangenen Saison so eine Abordnung erwischt, ist schon der Wahnsinn. Normalerweise werden Paris Saint-Germain, RB Leipzig und Manchester United die ersten zwei Plätze unter sich ausmachen – auch wenn alle Istanbul nicht unterschätzen sollten. Die sind nicht nur dabei, um Fotos zu machen.

ManUnited hat sich bislang gut verstärkt und will sowohl national wie auch international wieder dahin zurück, wo man jahrelang war: nach ganz oben. Um im Vergleich zu bestehen, muss RB in Manchester – oder eben in Paris – gewinnen und zu Hause sowieso, das wird ganz sicher keine leichte Aufgabe, um überhaupt ins Achtelfinale zu kommen.

PSG will den Henkelpott nach der Finalniederlage gegen Bayern noch mehr als zuvor, aber da hat RB ja auch noch eine unbezahlte Rechnung aus dem Halbfinale liegen… Auf dieses Duell freue ich mich ganz besonders, auch wegen Thomas Tuchel.