02. November 2019 / 12:27 Uhr

Ex-Assistent verrät: Deshalb scheiterte Carlo Ancelotti beim FC Bayern

Ex-Assistent verrät: Deshalb scheiterte Carlo Ancelotti beim FC Bayern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Carlo Ancelotti war von Juli 2016 bis September 2017 Trainer des FC Bayern.
Carlo Ancelotti war von Juli 2016 bis September 2017 Trainer des FC Bayern. © Getty
Anzeige

Fast 20 Jahre lang arbeitete Giorgio Ciaschini als rechte Hand von Trainer-Legende Carlo Ancelotti. Der 72-Jährige beobachtete den Italiener auch beim FC Bayern München genau, wo Ancelotti im September 2017 letztlich scheiterte.

Anzeige
Anzeige

Carlo Ancelotti ist ohne jeden Zweifel ein Trainer von Welt-Format. Der Italiener feierte große Erfolge beim AC Mailand, Real Madrid, Paris Saint-Germain und dem FC Chelsea, wurde auch mit dem FC Bayern München Deutscher Meister. Dennoch gilt der Coach aus Reggiolo beim deutschen Rekordchampion als ultimativ gescheitert. Nach etwas über einem Jahr wurde der 60-Jährige im September 2017 entlassen - nach einer üblen 0:3-Klatsche bei PSG. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betonte später, er habe mit den Tränen gerungen.

Warum gelang es dem dreimaligen Champions-League-Sieger nicht, den FCB wie seine anderen Mannschaften nach seinen Vorstellungen zu formen? Das blieb lange ein Geheimnis. Nun hat sich ein langjähriger Weggefährte des Neapel-Trainers zu Wort gemeldet und erklärt, warum Ancelotti aus seiner Sicht so ein Misserfolg in München war. Für Giorgio Ciaschini, fast 20 Jahre lang Teil seines Trainerstabes, steht fest: Ancelotti gelang es in seiner kurzen Zeit bei den Bayern nicht, die Denkweise der Münchner komplett zu verinnerlichen.

50 ehemalige Bayern-Spieler und was aus ihnen wurde

Roque Santa Cruz, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze: Was wurde aus den ehemaligen Spielern vom FC Bayern? Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt 50 Ex-Profis der Münchner – und was sie jetzt machen. Zur Galerie
Roque Santa Cruz, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze: Was wurde aus den ehemaligen Spielern vom FC Bayern? Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Profis der Münchner – und was sie jetzt machen. ©
Anzeige

Ancelotti hatte beim FC Bayern "größere Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden"

"Ich hatte den Auftrag, in Ancelottis Münchner Zeit sowohl ihn als auch die Mannschaft zu begutachten und hatte den Eindruck, dass er sich schnell mit den Bedingungen zurechtfand", sagte Ciaschini bei Sport1. "Allerdings war es auch klar, dass es seine Zeit brauchte, bis er die Denkart des Klubs und die der handelnden Personen komplett verinnerlichen würde. Das war in der Kürze der Zeit aber nicht möglich." Das sei der Hauptgrund gewesen, warum Ancelotti wichtige Spieler wie Franck Ribéry oder Mats Hummels gegen sich aufbrachte und am Ende gehen musste.

Mehr vom SPORTBUZZER

Dabei würde sich Ancelotti eigentlich sehr dadurch auszeichnen, sich "total auf seine Umgebung" einzustellen, betonte Ciaschini, der von 1995 bis 2009 mit dem heutigen Trainer des SSC Neapel zusammenarbeitete und den 60-Jährigen wie kaum ein Zweiter kennt. Bei den Bayern sah Ciaschini seinen Ex-Boss als Verwalter und Moderator, der am Ende vielleicht auch daran scheiterte, die deutsche Sprache nur unzureichend zu beherrschen. "Deshalb kann man schon sagen, dass er größere Schwierigkeiten hatte, sich in München zurechtzufinden, als in seinen anderen Stationen im Ausland. Gerade für uns Italiener ist es aber schwer, Deutsch wirklich gut zu sprechen", sagte der 72-Jährige, der für Ancelotti bei Chelsea und Real Madrid als Scout tätig war.

Er sei sich "sicher, dass Carlo immer noch betrübt ist, wie es gelaufen ist", sagte Ciaschini mit Blick auf die Zeit Ancelottis beim FC Bayern. Einen Groll würde Ancelotti nicht mehr gegen den FCB hegen, dafür sein er nicht der Typ. Ciaschinis Haupt-Vorwurf gegen den FCB: "Ich glaube, dass die Führung der Bayern verpasst hatte, den Umbruch einzuleiten und die Mannschaft zu verjüngen..."

Die Bayern-Trainer seit Giovanni Trapattoni

<b>Giovanni Trapattoni</b> (1996-1998): In seinen zwei Jahren bei den Bayern schrieb der Italiener mit den legendären Sätzen Was erlauben Strunz? und Ich habe fertig im März 1998 Geschichte. In seiner ersten Saison konnte Bayern die deutsche Meisterschaft für sich entscheiden, kurz vor Ende von Trapattonis Zeit beim FCB gewannen sie auch den DFB-Pokal. Ab Sommer 1998 trainierte er dann AC Florenz, wurde später außerdem unter anderem noch italienischer Nationaltrainer. Zur Galerie
Giovanni Trapattoni (1996-1998): In seinen zwei Jahren bei den Bayern schrieb der Italiener mit den legendären Sätzen "Was erlauben Strunz?" und "Ich habe fertig" im März 1998 Geschichte. In seiner ersten Saison konnte Bayern die deutsche Meisterschaft für sich entscheiden, kurz vor Ende von Trapattonis Zeit beim FCB gewannen sie auch den DFB-Pokal. Ab Sommer 1998 trainierte er dann AC Florenz, wurde später außerdem unter anderem noch italienischer Nationaltrainer. ©
Hier #GABFAF-Supporter werden

Wir kämpfen für den Amateurfußball! Trage Dich kostenlos ein und Du bekommst unseren exklusiven Newsletter mit allem, was den Amateurfußball in Deutschland bewegt. Außerdem kannst Du jeden Monat 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein gewinnen und entscheidest mit, wofür #GABFAF sich als nächstes einsetzt.

ANZEIGE: 50% auf dein Jako Herbst-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN