15. Oktober 2020 / 10:29 Uhr

Mehr als nur Backups? Costa, Choupo-Moting, Roca & Co. vor Bayern-Debüt im Check

Mehr als nur Backups? Costa, Choupo-Moting, Roca & Co. vor Bayern-Debüt im Check

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Neuzugänge Douglas Costa (von links) Eric Maxim Choupo-Moting und Marc Roca sollen für den FC Bayern im Pokal die nächste Runde klar machen.
Die Neuzugänge Douglas Costa (von links) Eric Maxim Choupo-Moting und Marc Roca sollen für den FC Bayern im Pokal die nächste Runde klar machen. © Getty Images/imago images/Lackovic/Montage
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Gespannt ist Bayern-Trainer Hansi Flick am Donnerstagabend besonders auf seine Debütanten. Alexander Nübel, Marc Roca, Eric Maxim Choupo-Moting und Bouna Sarr stehen im DFB-Pokal vor ihrem ersten Pflichtspieleinsatz für die Münchner. Zudem gibt Rückkehrer Douglas Costa sein zweites Debüt als FCB-Profi. Doch welche Chancen besitzen die Neuzugänge langfristig? Der SPORTBUZZER macht den Check.

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Der FC Bayern stimmt sich mit reichlich Debütanten auf turbulente Wochen ein. Das Erstrunden-Spiel am Donnerstagabend gegen den Fünftligisten 1. FC Düren ist die erste von vermutlich 18 Pflichtbegegnungen der Münchner bis kurz vor Weihnachten (20.45 Uhr/So könnt ihr das Spiel live sehen!). Neben Alexander Nübel im Tor dürfen sich auch die vier Last-Minute-Zugänge auf ihren ersten Einsatz bei Trainer Hansi Flick freuen. "Für uns zählt, dass wir weiterkommen. Auch bei den Voraussetzungen haben wir einen guten Kader dafür", sagte Flick. "Ob es Barcelona, Dortmund oder Düren ist - wir nehmen jedes Spiel ernst."

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Marc Roca (Espanyol Barcelona), Eric Maxim Choupo-Moting (vereinslos), Bouna Sarr (Olympique Marseille) und Douglas Costa (Juventus Turin) sind beim Geisterspiel in der Allianz Arena erstmals im Münchner Ensemble 2020 dabei - alle wohl auch direkt in der Startelf. Die deutschen Nationalspieler bekommen eine Pause, nur der gegen die Schweiz nicht eingesetzte Niklas Süle ist laut Flick "eine Option". Auch der Österreicher David Alaba, Polens Torjäger Robert Lewandowski und die französischen Auswahlspieler sind nicht dabei. Wenn die Nationalspieler wieder im Kader stehen, dürfte es für alle Last-Minute-Neuzugänge eng werden. Der SPORTBUZZER schätzt die Chancen von Nübel, Roca, Choupo-Moting, Sarr und Costa ein: Wer taugt zu mehr als zum Lückenfüller?

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Alexander Nübel (zuletzt FC Schalke): Der 24-Jährige muss sich klar mit der Rolle als Nummer zwei hinter Nationalkeeper Manuel Neuer anfreunden. Dem früheren U21-Nationalspieler drohte nach dem Wechsel sogar nur Rang drei. Doch nach dem Abgang von Sven Ulreich zum Hamburger SV ist der Ex-Schalker als Backup gesetzt. Neuer habe für den Einsatz von Nübel im Pokal "Verständnis", sagte Trainer Hansi Flick. Der Bayern-Coach verriet noch nicht, ob der talentierte Torhüter über die ganze Saison im Pokal ran darf. "Ich denke immer nur an das nächste Spiel. Aufgrund der aktuellen Situation haben wir beschlossen, dass Alex morgen spielt. Alles Weitere werden wir danach sehen", so Flick. Es gilt aber als fast ausgeschlossen, da Neuer in den vergangenen Jahren beim FC Bayern im DFB-Pokal nur drei Spiele verletzungsfrei auf der Bank saß - 2011, 2012 und 2015.

Marc Roca (zuletzt Espanyol Barcelona): Die Vertragsunterzeichnung bis zum 30. Juni 2025 zeigt, dass der FC Bayern langfristig mit dem Mittelfeldspieler plant. "Er passt fußballerisch und charakterlich hervorragend in unsere Mannschaft und wird sich bei uns weiterentwickeln", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidžić über den 23-Jährigen. Angeblich kostete er bei der Verpflichtung von Espanyol Barcelona neun Millionen Euro Ablöse. "Es ist eine Chance, viel von den großen und besten Spielern zu lernen", sagte Roca. Der junge Mann nannte als einen bewunderten Lieblingsspieler Xabi Alonso, der einst mit dem FC Liverpool, Real Madrid und dem FC Bayern große Erfolge feierte. "Ich habe mich immer schon orientiert an seiner Spielweise", sagte der frühere spanische U21-Nationalspieler. Kann er ähnlich wie Xabi Alonso die Fäden im Mittelfeld ziehen? Zunächst dürfte kein Weg an Joshua Kimmich und Leon Goretzka vorbeiführen. Doch als Backup ist er ebenso wertvoll wie Corentin Tolisso.

Choupo-Moting über Lewandowski: "Der beste Spieler der Welt"

Eric Maxim Choupo-Moting (zuletzt Paris Saint-Germain): Hamburger SV, 1. FC Nürnberg, FSV Mainz 05 und FC Schalke lauteten die Stationen vor den beiden Auslands-Engagements bei Stoke City und PSG. Jetzt will der 31-Jährige als Backup für Robert Lewandowski beim deutschen Rekordmeister überzeugen. Die Rolle ist damit klar: Lewy gesetzt, Choupo in der Hinterhand. "Ich bin super-happy, hier zu sein", sagte der Angreifer bei der Vorstellung: "Ich freue mich einfach, wieder in der Bundesliga und Deutschland zurück zu sein." Wie in Paris will sich Choupo-Moting auch in München hinter Lewandowski klaglos halten. "Lewandowski ist für mich der beste Spieler der Welt", sagte er: "Aber kein Stürmer kann alle Spiele machen."

Bouna Sarr (zuletzt Olympique Marseille): Weniger bekannt in der Bundesliga ist Sarr. Er setzt aber eine lange Tradition fort. Ob einst Bixente Lizarazu, Willy Sagnol oder jetzt Benjamin Pavard oder auch Lucas Hernández – französische Außenverteidiger haben erfolgreiche Zeiten beim FC Bayern erlebt. Der 28-Jährige soll mehr Spielzeit als sein Backup-Vorgänger Álvaro Odriozola bekommen und dem Dauerbrenner Pavard Pausen verschaffen. "Man hat mich geholt, damit ich eine weitere Option bin. Man hat einfach ein anderes Spielerprofil gesucht - einen Außenbahnspieler, der offensiv ist. Für diese Rolle hat man mich geholt", erklärte der Franzose, der einen Vertrag bis Juni 2024 unterzeichnete - übrigens genauso lange wie Rechtsverteidiger Nummer eins, Pavard.

Costa wieder nur Backup

Douglas Costa (zuletzt Juventus Turin): Von 2015 bis 2017 wirbelte der Flügelspieler bereits für die Münchner. Danach suchte er sein Glück drei Jahre bei Juventus Turin, wo er oft aber nur Ersatz war. "Ich glaube, ich bin in Italien reifer geworden", befand der Flügelspieler. In seiner ersten Münchner Amtszeit erfreute er die Fans mit reichlich Tricksereien, an die Flügelbosse Franck Ribéry und Arjen Robben reichte er aber nicht heran. In 77 Pflichtspielen gelangen ihm 14 Tore, insgesamt war er an beachtlichen 41 Treffern beteiligt. "Douglas ist eine Waffe im Eins gegen Eins", sagte Salihamidzic. Jetzt soll der 31-malige brasilianische Nationalspieler wieder Backup sein. Nach Königstransfer Leroy Sané, Serge Gnabry und Kingsley Coman ist er der vierte Mann für die Bayern-Flügel. Dazu halten die Bayern-Verantwortlichen viel vom 17-jährigen Jamal Musiala, der dort ebenfalls eingesetzt werden soll. "Wir sind da jetzt top besetzt", sagte Salihamidzic.