08. April 2022 / 09:44 Uhr

Hamann über Wechselfehler-Debatte: Verhalten des FC Bayern "selbstherrlich" und "bodenlos"

Hamann über Wechselfehler-Debatte: Verhalten des FC Bayern "selbstherrlich" und "bodenlos"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der frühere Bayern-Profi Dietmar Hamann (links) spricht über die Folgen des Wechselfehlers des FC Bayern in Freiburg.
Der frühere Bayern-Profi Dietmar Hamann (links) spricht über die Folgen des Wechselfehlers des FC Bayern in Freiburg. © dpa/IMAGO/Moritz Müller (Montage)
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Mit drastischer Kritik am FC Bayern hat sich Dietmar Hamann in die Debatte um den Wechselfehler der Münchner im Bundesliga-Spiel beim SC Freiburg eingeschaltet. Der Ex-Nationalspieler verurteilt das Verhalten des FCB scharf und fordert eine Sanktion.

Mit heftiger Kritik hat der frühere Bayern-Profi Dietmar Hamann auf die Kommunikation der Münchner nach dem viel diskutierten Wechselfehler in Freiburg reagiert. "Keiner von den Bayern hat ein Schuldeingeständnis abgegeben. Dabei haben sie die Tafel mit einer falschen Nummer hochgehalten", sagte Hamann in einem Gespräch mit Spox und Goal. Er wisse nicht, was sich der eingewechselte Marcel Sabitzer gedacht habe.

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"Wenn du reingehst, machst du das natürlich erst, wenn der ausgewechselte Spieler das Feld verlassen hat", sagte Hamann und schimpfte weiter: "Die Krönung war das selbstherrliche Zitat von Michael Gerlinger, der gesagt hat: 'Wir sind überzeugt, dass das DFB-Sportgericht nach den anwendbaren Regelungen nur zu einer Entscheidung kommen kann: Die Wertung unseres 4:1-Sieges bleibt erhalten'. Das ist an Selbstherrlichkeit nicht zu überbieten", meinte der 48-Jährige.

"Das ist schwache Führung. Wenn ich einen Fehler mache, muss ich mir das auch eingestehen. Aber jetzt die Freiburger in die Ecke der Unsportlichkeit zu drängen, ist bodenlos“, sagte Sky-Experte Hamann. Gerlinger ist Bayern-Vizepräsident Sports Business und Competitions. "Es ist nicht nur das Recht der Freiburger, sondern sogar ihre Pflicht, Einspruch einzulegen. Es geht um die Integrität der Liga", betonte Hamann. "Es ist ein Regelverstoß, der geahndet werden muss", meinte der Ex-Nationalspieler: "Ob es verhältnismäßig ist, wenn Bayern die Punkte verlieren sollte, ist wieder eine andere Frage. Aber dass sie sanktioniert werden müssen, ist doch klar."

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Die Münchner hatten am vergangenen Samstag in Freiburg für wenige Sekunden zwölf Spieler auf dem Feld, ehe Referee Christian Dingert das Bundesliga-Spiel beim Stand von 3:1 für die Gäste unterbrach. Zuvor war bei der geplanten Auswechslung von Kingsley Coman die falsche Rückennummer angezeigt worden; die Partie ging mit 4:1 für den FC Bayern aus. Nach dem Protest der Freiburger muss sich nun das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes mit dem Fall befassen.

Auch mit Blick aufs Sportliche hatte Hamann zuletzt kaum ein gutes Haar an den Bayern gelassen und war nach der Champions-League-Niederlage der Münchner beim FC Villarreal deutlich geworden. "Bayern hatte keine Antworten und Mittel parat. Sie waren in allen Belangen unterlegen. Und wenn man in der Champions League auswärts mit Joshua Kimmich und Jamal Musiala im zentralen Mittelfeld spielt, wird es ganz schwer – es war nur wenig Präsenz da", meinte der 48-Jährige im Gespräch mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): "Villarreal hat die Außen gut zugemacht und unheimlich aggressiv agiert. Sie haben mit ganz einfachen Mitteln den Bayern ihre Grenzen aufgezeigt."