14. August 2020 / 22:48 Uhr

FC Bayern wie im Rausch ins Halbfinale: Münchner demütigen den FC Barcelona

FC Bayern wie im Rausch ins Halbfinale: Münchner demütigen den FC Barcelona

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern hat deutlich gegen den FC Barcelona gewonnen und zieht ins Halbfinale der Champions League ein.
Der FC Bayern hat deutlich gegen den FC Barcelona gewonnen und zieht ins Halbfinale der Champions League ein. © dpa
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Der FC Bayern ist mit einer in dieser Form unerwarteten Gala-Vorstellung gegen den FC Barcelona ins Halbfinale der Champions League eingezogen. Das Triple ist nun nur noch zwei Siege entfernt. Lionel Messi & Co. bleiben in dieser Saison hingegen ohne Titel.

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Mit einer phasenweise rauschhaften Vorstellung gegen den FC Barcelona ist der FC Bayern ins Halbfinale der Champions League gestürmt. Die Münchner gewannen gegen Lionel Messi & Co. im Estadio da Luz in Lissabon mit 8:2 (4:1) und treffen in der Vorschlussrunde am kommenden Mittwoch auf Manchester City oder Olympique Lyon, die sich am Samstag gegenüberstehen. Im zweiten Halbfinale duellieren sich am Dienstag RB Leipzig und Paris St. Germain. Sollten beide Bundesliga-Klubs weiterkommen, käme es am 23. August zum ersten deutschen Königsklassen-Endspiel seit 2013.

FC Bayern in der Einzelkritik gegen den FC Barcelona

Der FC Bayern München hat das Topspiel gegen den FC Barcelona deutlich gewonnen. Alle Bayern-Spieler hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Der FC Bayern München hat das Topspiel gegen den FC Barcelona deutlich gewonnen. Alle Bayern-Spieler hier in der Einzelkritik. ©

Gegen Barcelona machten die Bayern den ersten Durchgang zu ihrer ganz persönlichen Gala. Thomas Müller (4. und 31.), Ivan Perisic (22.) und Serge Gnabry (28.) sorgten mit ihren Treffern für eine beruhigende Pausenführung. Selbst das Eigentor von David Alaba zum zwischenzeitlichen 1:1 (7.) war angesichts der hohen Führung kaum mehr als ein winziger Wermutstropfen. Auch nach dem Seitenwechsel konnte Barcelona den deutschen Rekordmeister durch den Treffer von Luis Suarez (57.) nicht mehr wirklich gefährden - zumal Joshua Kimmich (63.), Robert Lewandowski (82.) und Philippe Coutinho (85. und 89.) noch konterten. Die Katalanen schließen die Saison nach der Pleite gegen die Bayern erstmals seit 2007/2008 ohne Titel ab, der ohnehin umstrittene Trainer Quique Setién dürfte kaum noch zu halten sein.

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Die Münchner starteten in den Giganten-Gipfel so, wie sie das Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea (4:1) am vergangenen Samstag beendet hatten: Druckvoll, mit Zug zum Tor - und vor allem treffsicher. Schon nach vier Minuten gab es Grund zum Jubeln. Eingeleitet von Perisic, der den Vorzug vor Kingsley Coman erhalten hatte, kam der Ball über Lewandowski zu Müller und der Ex-Nationalspieler traf aus rund zehn Metern zum 1:0. Ein besonderes Tor für den Offensivallrounder - schließlich hatte er mit Anpfiff der Partie auch noch einen Rekord aufgestellt.

Thomas Müller mit Champions-League-Rekord

Das Spiel gegen die Spanier war für Müller der insgesamt 113. Champions-League-Einsatz seiner Karriere - mehr Spiele in der Königsklasse bestritt kein anderer deutscher Profi. Zuvor hatte sich Müller die Bestmarke mit seinem ehemaligen Teamkollegen Philipp Lahm geteilt. Wirklich lange konnte sich der Weltmeister von 2014 zunächst aber weder über seinen Führungstreffer noch über den Rekord freuen. Denn: Barcelona schlug zurück. Nachdem die Katalanen schon vor Müllers Tor erstmals im Bayern-Strafraum für Gefahr gesorgt hatten, sprang dann auch Zählbares bei den Bemühungen heraus.

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Allerdings profitierte Spaniens Vizemeister dabei von einem Missgeschick Alabas. Der Österreicher, der mit Bayern seit Wochen um einen neuen Vertrag pokert und auch bei anderen Vereinen hoch im Kurs steht, lenkte den Ball bei einem Rettungsversuch ins eigene Tor. Keeper Manuel Neuer war gegen die Bogenlampe seines Teamkollegen chancenlos. Auch in der Folgezeit blieb die Partie temporeich und turbulent. Wobei Barcelona, das in der Startelf auf den französischen Weltmeister Antoine Griezmann verzichtete, zumindest für einige Momente die Oberhand zu gewinnen schien. Doch diese Wahrnehmung hielt nicht lange vor.

Bitterer Abend für Marc-André ter Stegen

Bayern nahm das Heft in die Hand und schlug immer mehr Kurs in Richtung Halbfinale ein. Perisic manifestierte den Eindruck dann auch durch die neuerliche Führung. Der Kroate wurde von Serge Gnabry glänzend in Szene gesetzt und versenkte den Ball wuchtig aus halblinker Position. Danach ließen die Bayern dem Gegner weder Luft, noch Raum, noch Chancen. Leon Goretzka schickte Gnabry per Steilpass und der Nationalspieler erzielte das 3:1 (28.). Marc-André ter Stegen im Barca-Tor konnte einem schon jetzt beinahe leid tun - zumal der ehemalige Gladbacher nach Müllers zweitem Treffer noch ein weiteres Mal vor der Pause hinter sich greifen musste (31.).

Bayern: Noch zwei Siege bis zum Triple

Mit Beginn des zweiten Durchgangs brachte Barcelona dann Griezmann und mühte sich nach Kräften. Nach dem Treffer von Suarez dürften die Katalanen dann zumindest ein wenig Hoffnung geschöpft haben. Doch Bayern antwortete gnadenlos: Nach einer überragenden Einzelleistung von Alphonso Davies schob Kimmich den Ball ins Barca-Tor. Danach trafen Lewandowski und sogar der von Barcelona an die Münchner ausgeliehene Coutinho. Es war der Schlusspunkt unter einer Machtdemonstration - das Triple ist für die Bayern nun nur noch zwei Siege entfernt.