08. Dezember 2020 / 17:09 Uhr

Liverpool, FC Bayern, PSG & Co: So groß sind die Verletzungssorgen bei Europas Top-Klubs wirklich

Liverpool, FC Bayern, PSG & Co: So groß sind die Verletzungssorgen bei Europas Top-Klubs wirklich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Größere Verletzungssorgen gibt es unter anderem beim FC Liverpool, dem FC Bayern, Paris Saint-Germain und Real Madrid.
Größere Verletzungssorgen gibt es unter anderem beim FC Liverpool, dem FC Bayern, Paris Saint-Germain und Real Madrid. © Getty/imago images/Montage
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Ob in England, Spanien, Frankreich oder der Bundesliga: Die Spitzenklubs Europas haben große Probleme mit Verletzungen. Während PSG-Trainer Thomas Tuchel und Liverpools Chefcoach Jürgen Klopp sich heftig über die Situation beklagen, gaben sich die Verantwortlichen der deutschen Klubs eher gelassen. Ein Blick auf die größten Krisenherde.

Thomas Tuchel spricht davon, Paris Saint-Germain sei "körperlich hingerichtet", sein Liverpooler Kollege Jürgen Klopp attackiert wegen der Verletzungsmisere sogar die TV-Anstalten, am Montag zog Barca-Coach Ronald Koeman nach: "Wir töten unsere Spieler", sagte dieser, nachdem sich Ousmane Dembelé bei der 1:2-Pleite bei Aufsteiger Cadiz verletzte. Auch die deutschen Teilnehmer der Champions League laufen personell auf dem Zahnfleisch. Die nicht zuletzt coronabedingte Mehrbelastung in den vergangenen Wochen hat tiefe Spuren in den Kadern hinterlassen. Der SPORTBUZZER gibt vor den Spielen unter der Woche einen Überblick über die Lage bei Europas Spitzenklubs.

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FC Bayern

Besonders auf einer Position wechselten die Münchner in den vergangenen Spielen häufig durch - im zentralen Mittelfeld. Joshua Kimmich fehlt weiter nach einer Meniskus-Operation, Corentin Tolisso kann nach einer Muskelverhärtung noch nicht wieder eingreifen und zudem verletzte sich im Bundesliga-Spitzenspiel gegen RB Leipzig auch noch Javi Martinez im Adduktorenbereich. Bayern-Trainer Hansi Flick testete zuletzt verschiedene Varianten. Gesetzt ist im Mittelfeldzentrum nur Leon Goretzka. Neben ihm sind Neuzugang Marc Roca und der hochtalentierte Jamal Musiala Alternativen. Es ist gut möglich, dass Flick am Mittwoch gegen Lokomotive Moskau (21 Uhr, Sky) mit Roca und Musiala startet. Neben den Ausfällen in der Zentrale drückte zuletzt auch hinten links der Schuh. Bei Lucas Hernandez soll laut Kicker ein Band im linken Knie gereizt sein. Ein Einsatz gegen Moskau scheint daher ausgeschlossen. Hingegen ist Alphonso Davies erstmals wieder dabei. Der Außenverteidiger hatte sich Ende Oktober beim 5:0 gegen Eintracht Frankfurt am Sprunggelenk verletzt.

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Borussia Dortmund

Der BVB reist mit einem Rumpfkader zum Gruppenfinale der Champions League am Dienstag bei Zenit St. Petersburg (18.55 Uhr, DAZN). Neben Erling Haaland, Thomas Meunier (beide Muskelfaserriss), Reinier (Corona-Infektion) und Marcel Schmelzer (Reha nach Knie-Operation) werden auch Thomas Delaney (Rückenprobleme), Raphael Guerreiro (muskuläre Probleme), Manuel Akanji (Knieprobleme), Mahmoud Dahoud (krank) und Mateu Morey (muskuläre Probleme) fehlen. Über den Fitness-Zustand von Reinier sagte BVB-Trainer Lucien Favre: "Heute morgen war er draußen und hat ein wenig auf dem Fahrrad trainiert. Vielleicht kann er Donnerstag schon wieder bei der Mannschaft sein. Es wird aber noch etwas Zeit brauchen, bis er wieder fit ist."


Paris Saint-Germain

Trainer Thomas Tuchel beklagte sich in den vergangenen Monaten immer wieder über die angespannte Personallage beim französischen Spitzenklub - für den es am Dienstag gegen Istanbul Basaksehir um den Achtelfinaleinzug geht. Die Mannschaft sei "körperlich hingerichtet", haderte Tuchel. Ob Corona-Infektionen (wie im Fall von Superstar Neymar und Angel Di Maria) oder Verletzungsprobleme (wie bei Kylian Mbappé): Es gab seit Saisonbeginn immer wieder Baustellen. Zuletzt mussten auch die beiden Deutschen Thilo Kehrer und Julian Draxler passen, auch wenn zumindest Kehrer zuletzt wieder sein Comeback feierte. "Wir haben viel Arbeit, weil wir mit Spielern agieren, die physisch jenseits von dem sind, was man eigentlich von ihnen erwarten kann. Deshalb hangeln wir uns alle drei Tage von Spiel zu Spiel", so Tuchel, der gegen Istanbul erneut nicht auf Julian Draxler bauen kann. Ausfallen werden ebenso der langzeitverletzte Ex-Münchner Juan Bernat sowie Pablo Sarabia und Mauro Icardi.

FC Liverpool

Die Verletzungskrise des englischen Meisters, die Trainer Jürgen Klopp frühzeitig auf die hohe Belastung zurückführte und sich deshalb nicht zuletzt auch über die TV-Anstalten beklagte, gestaltet sich dramatisch: Die Stamm-Innenverteidiger Virgil van Dijk und Joe Gomez können frühestens im Saison-Endspurt wieder eingreifen, wahrscheinlicher ist zumindest im Fall von Gomez der Ausfall für den Rest der Spielzeit. Linksverteidiger Trent Alexander-Arnold gab beim 4:0 am Wochenende gegen Wolverhampton sein lang ersehntes Comeback nach rund vier Wochen Pause - genau wie Jordan Henderson und der Ex-Leipziger Naby Keita. Klopp, der zwischenzeitlich auch wochenlang Superstar Mo Salah (Corona-Infektion) nicht zur Verfügung stand, muss dagegen weiter auf James Milner, den früheren Münchner Thiago und Alex Oxlade-Chamberlain verzichten. Auch Keeper Alisson Becker steht mit Hüftproblemen weiter nicht bereit. Klopps Wunsch nach einer Wieder-Einführung von fünf statt drei Wechseln in der Premier League stieß indes bisher noch nicht auf fruchtbaren Boden. Am Mittwoch steht das Auswärtsspiel bei Midtjylland (18.55 Uhr) auf dem Programm. Immerhin: Liverpool ist bereits für das Achtelfinale qualifiziert.

FC Barcelona

Barca erreichte am Sonntag eine weitere negative Nachricht aus der medizinischen Abteilung: Ex-BVB-Star Ousmane Dembélé zog sich erneut eine Oberschenkel-Verletzung zu. Der Franzose erlitt laut Vereinsangaben "eine Dehnung des Oberschenkelmuskels im rechten Bein". Über die Ausfalldauer machte der spanische Top-Klub keine genauen Angaben. Bitter für Barca: Dembélé ist neben Ansu Fati, der sich Anfang November einen Meniskusriss zugezogen hatte, der zweite verletzte Offensiv-Star. Doch nicht nur im Angriff der Katalanen ist die personelle Situation angespannt. Mit Gerard Piqué fällt zudem der Abwehrchef aus, der wohl noch bis Ende Februar eine Knieverletzung auskurieren muss. Zudem fehlen aktuell Innenverteidiger Samuel Umtiti (bis Mitte Dezember) und Rechtsverteidiger Sergie Roberto (bis Mitte Januar). Im letzten Gruppenspiel gegen Juventus Turin am Dienstag (21 Uhr) will Barca den ersten Platz in Gruppe G verteidigen.

Real Madrid

Die bitterste Meldung in den vergangenen Wochen war der Muskelfaserriss von Sergio Ramos. Doch im abschließenden Gruppenspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Mittwoch (21 Uhr) steht der Kapitän der Königlichen wieder im Aufgebot. Der 34-Jährige nahm zuletzt wieder am Mannschaftstraining teil und könnte nach fünf verpassten Partien sein Comeback gegen den Bundesliga-Klub geben. Quarantäne-Rückkehrer Luka Jović hat sich bei seiner Rückkehr ins Training indes sofort wieder verletzt, fällt mit Adduktorenproblemen für unbestimmte Zeit aus. Noch nicht nah am Comeback sind Daniel Carvajal (Adduktoren) und Federico Valverde (Riss am Schienbeinknochen), die aktuell noch individuell trainieren. Mit Eden Hazard (Oberschenkelverletzung) kann Real-Trainer Zinedine Zidane hingegen in diesem Jahr nicht mehr planen. Bei Mariano Díaz (muskuläre Probleme) ist der genaue Rückkehrzeitpunkt auch noch unklar.