11. Januar 2021 / 12:31 Uhr

Die richtige Dosis Anti-Bayern-Taktik: Hat Gladbach den Flick-Code geknackt?

Die richtige Dosis Anti-Bayern-Taktik: Hat Gladbach den Flick-Code geknackt?

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Borussia Mönchengladbach um Trainer Marco Rose hat dem FC Bayern seine Grenzen aufgezeigt. 
Borussia Mönchengladbach um Trainer Marco Rose hat dem FC Bayern seine Grenzen aufgezeigt.  © imago/Moritz Müller/Montage
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Der FC Bayern sucht seit mehreren Spieltagen nach seiner zuvor bestechenden Form. Vor allem die Abwehr des Rekordmeisters vor Torhüter Manuel Neuer wackelt bedenklich - wie Borussia Mönchengladbach am Freitagabend eindrucksvoll aufzeigte. Taugt die Taktik von Marco Rose als Blaupause für andere Teams?

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Verloren – in der zweiten Partie des Kalenderjahres zum ersten Mal. Zum Vergleich: Im Superjahr 2020 mit fünf Titeln kassierte der FC Bayern in 48 Pflichtspielen eine einzige Niederlage. Das 2:3 am Freitag bei Borussia Mönchengladbach war besonders schmerzhaft, weil die Münchner nach acht Rückständen in den vorherigen acht Ligaspielen endlich mal in Führung gegangen waren – sogar mit 2:0. Am Ende hatten sie nicht mal einen Punkt im Gepäck. Knapp 24 Stunden später sah die rote Welt immerhin etwas freundlicher aus. Wochenendfazit: verloren – Tabellenführer geblieben.

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Verfolger RB Leipzig hätte mit einem Erfolg über Borussia Dortmund den Abomeister von Rang eins verdrängen können, daraus wurde nichts – 1:3. Auch der Tabellendritte Bayer Leverkusen ließ beim 1:1 gegen Werder Bremen Punkte liegen. Also doch ein fast perfektes Bayern-Wochenende? Von wegen. Es gärt an der Säbener Straße, die Unruhe steigt. Denn wie sagt Ehrenpräsident Uli Hoeneß so gerne? "The trend is your friend". Und der zeigt in die falsche Richtung. Siege sind nicht mehr selbstverständlich, sondern richtig harte Arbeit. Form und Intensität des Bayern-Spiels haben nachgelassen, die Defensivschwächen werden immer eklatanter. Und: Die Gegner haben dazugelernt. Exemplarisch vorgeführt – samt Ankündigung – von Gladbachs Coach Marco Rose.

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"Es ist bekannt, wie Bayern spielt", erklärte der 44-Jährige am Tag vor der Partie, "sie vertrauen auf ihr Spiel. Sie werden wieder hoch stehen, wir werden die Räume bekommen." So war es. Was Rose meinte: Die Viererkette verteidigt sehr offensiv, sehr riskant, ohne Absicherung. Bei Steilpässen oder langen Schlägen über die Kette werden David Alaba, Niklas Süle und Co. in der Rückwärtsbewegung überrumpelt, sind in den Laufduellen unterlegen. Nach diesem Muster fielen die Treffer von Jonas Hofmann, die Gladbach noch vor der Pause den 2:2-Ausgleich bescherten.

Ist der Flick-Code nun geknackt? Haben die Gegner eine Blaupause, wie die zuvor scheinbar unbesiegbaren Triple-Champions zu verwunden sind? Schon Abstiegskandidat Mainz schockte die Bayern vorigen Sonntag mit einer 2:0-Führung in der Allianz Arena (Endstand 5:2 für die Münchner). Nun perfektionierte Gladbach das Gegenmittel, Trainer Rose impfte seinen Spielern die richtige Dosis Anti-Bayern-Taktik ein. "Es hat perfekt funktioniert", sagte er zufrieden, "sie wollten dominant sein, das haben wir genutzt und vieles gut und richtig gemacht."

Bayern-Anführer Joshua Kimmich rechnete entsprechend frustriert vor: "Drei Ballverluste, dreimal hat es geklingelt." Leon Goretzka, Bayerns Bester, schimpfte: "Wir haben den Gegner ganz klar dreimal eingeladen und die haben ihre Chancen genutzt." 24-mal trafen Bayern Gegner nun an den ersten 15 Spieltagen – die Bilanz eines Abstiegskandidaten. Zuletzt war die bayerische Defensive zu diesem Zeitpunkt der Saison 1977/1978 so löchrig – mit Sepp Maier im Kasten.

1981/1982 gab es mal genauso viele Gegentreffer nach 15 Spielen wie jetzt. Welttorhüter Manuel Neuer wartet seit zehn Ligaspielen auf ein Zu-Null. Flick: "Wenn man unser Spiel sieht, ist es ja schon auffällig, wo wir Probleme haben. Das müssen wir einfach verbessern, dass wir gegen den Ball und bei Ballverlusten die Tiefe absichern."