08. November 2020 / 15:50 Uhr

Kommentar zur Übermacht des FC Bayern: Warum Hansi Flick ein schlechter Verlierer ist

Kommentar zur Übermacht des FC Bayern: Warum Hansi Flick ein schlechter Verlierer ist

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern ist derzeit unaufhaltsam, kommentiert Patrick Strasser.
Der FC Bayern ist derzeit unaufhaltsam, kommentiert Patrick Strasser. © Getty Images/imago images/Poolfoto (Montage)
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Der FC Bayern eilt weiter von Sieg zu Sieg - auch Borussia Dortmund konnte den Triple-Sieger nicht stoppen. Hansi Flick hat beim Rekordmeister eine Siegquote von 92 Prozent. SPORTBUZZER-Reporter Patrick Strasser sieht den FCB trotz zahlreicher Hürden gefestigt wie selten zuvor.

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Hansi Flick ist ein schlechter Verlierer. Aber aus einem anderen Grund als man meinen könnte: Weil er mit seinem FC Bayern München einfach fast immer gewinnt. Verlieren? Kennt er kaum. Mit dem 3:2 im deutschen Klassiker bei Borussia Dortmund hat der gebürtige Heidelberger nun 45 seiner 49 Spiele in der Verantwortung als Chefcoach gewonnen, in der Königsklasse sämtliche elf Partien, zu denen er angetreten ist. Flick hat eine atemberaubende Siegquote von 92 Prozent.

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Seit etwas mehr als einem Jahr ist der 55-Jährige nun im Amt und unter seiner Leitung fällt sogar die sonst obligatorische Herbst-Krise der Bayern aus. 2019 führte der Herbst-Blues zur Trennung von Niko Kovac, ein Jahr zuvor zu dessen Beinahe-Aus. 2017 flog Carlo Ancelotti im September. Die neue Stärke der Bayern zeigte sich insbesondere beim Duell mit dem BVB, der eine schwierige Woche an der Säbener Straße vorausgegangen war.

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Denn egal, welche Probleme auftauchten, welche „Knüppel“ den Triple-Champions zwischen die Beine geworfen wurden – sie konnten jede Hürde überwinden. Da ist der hausgemachte Zoff um die Vertragsverlängerung von Abwehrchef David Alaba über 2021 hinaus. Vorigen Sonntagabend hatte Präsident Herbert Hainer im TV das Angebot des Vereins zurückgezogen, es folgte ein Hickhack um die Deutungshoheit, wer wann mit wem kommuniziert hatte. Alaba zeigte sich „verletzt und enttäuscht“, Flick war erbost, dass das Thema, ausgerechnet in der Woche vor dem Klassiker beim BVB aufgemacht wurde. Es folgte ein positiver Corona-Befund beim gesetzten Innenverteidiger Niklas Süle und wie vor zwei Wochen im Fall Serge Gnabry das Ärgernis, dass der Nationalspieler im Anschluss zwei Mal negativ getestet wurde. Dennoch musste er in Quarantäne und fehlte beim Spitzenspiel.

27 Tore in sieben Spielen: FC Bayern stellt Bundesliga-Rekord ein

In der Partie gerieten die Bayern dann kurz vor der Pause durch den Treffer von Marco Reus in Rückstand. Zuvor war ein Tor von Robert Lewandowski wegen hauchzarter Abseitsstellung (erst durch den Check des Videoschiedsrichters erkannt) zurückgepiffen worden. Vor der Dortmunder Führung schockte die Flick-Elf die schlimme Verletzung von Joshua Kimmich, der sich bei einer Grätsche gegen Erling Haaland wohl einen Meniskuseinriss zuzog und unter Tränen von Betreuern gestützt in die Kabine gebracht werden musste. Dennoch schlugen die Bayern zurück. Mit dem Freistoßtreffer von Alaba (ausgerechnet!), dem Kopfballtor von Lewandowski (ausgerechnet!) und Leroy Sanés Linksschuss zum 3:1. Dass am Ende ein weiteres Tor von Lewandowski wegen erneuter Abseitsstellung – es wäre das 4:2 gewesen – erneut nach VAR-Check nicht zählen durfte, amüsierte die Bayern fast schon.

Mit dem „mehr als verdienten Sieg“ (Flick) bleiben die Bayern Tabellenführer und haben mit dem 3:2 nun schon 27 Tore erzielt und damit den Bundesliga-Rekord von Borussia Mönchengladbach aus der Saison 1973/74 eingestellt. Wer soll sie noch stoppen?