03. April 2020 / 18:36 Uhr

Kommentar: Mit dem Flick-Vertrag sendet der FC Bayern mehrere starke Signale

Kommentar: Mit dem Flick-Vertrag sendet der FC Bayern mehrere starke Signale

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gibt die Richtung des Rekordmeisters vor: Chef-Trainer Hansi Flick.
Gibt die Richtung des Rekordmeisters vor: Chef-Trainer Hansi Flick. © Lars Baron/Getty Images, Montage
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Der FC Bayern sorgte mit der Vertragsverlängerung von Cheftrainer Hansi Flick für einen Paukenschlag. Für SPORTBUZZER-Mitarbeiter Patrick Strasser ist die Personalentscheidung ein starkes Statement des Vereins.

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In den letzten Wochen wurde den Bossen des FC Bayern München immer wieder vorgeworfen, während der Corona-Krise zu passiv und zu untätig aufzutreten in Sachen Vertragsverhandlungen mit potenziellen Neuzugängen oder den Stars wie Thomas Müller, Manuel Neuer und David Alaba, deren Verträge 2021 auslaufen. Doch nun überraschte der Branchenprimus aus München mit einer Personalie, die zuletzt ins Stocken geraten schien: Hansi Flick steigt zum Cheftrainer auf – und das „dauerhaft“ wie es Vorstand Oliver Kahn nannte. Der 55-Jährige, zunächst bis Saisonende (wann immer dies in diesen Zeiten auch sein mag) engagiert, unterschrieb nun einen Vertrag bis 2023. Ein starkes Statement des Vereins nach innen und nach außen – aus mehreren Gründen.

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Es ist ein echtes Bekenntnis zu Flick und seiner Arbeit, die Anfang November nach der Entlassung seines ehemaligen Chefs Niko Kovac begonnen hatte. Flick, dessen Coaching auf dem Platz ebenso wie seine Empathie im Mannschaftskreis sehr gut ankam, bekommt nicht nur für weitere zwei Spielzeiten das Vertrauen, sondern gleich für drei. Damit ist auch klar: Die Bewertung seines Wirkens an der Säbener Straße erfolgt unabhängig vom Ausgang der Saison, die momentan ruht.

Flick führte Bayern zurück an die Spitze der Bundesliga, erreichte das Pokal-Halbfinale und gewann das Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals beim FC Chelsea überzeugend mit 3:0. Doch wie viele Titel – und wann überhaupt? - der ehemalige Bayern-Profi tatsächlich ernten kann, steht in den Sternen.

FC Bayern kann Klarheit bei Transfers schaffen

Das zweite Signal, dass die Münchner Verantwortlichen um Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge damit aussenden, lautet: Jetzt wissen alle Spieler inklusive der potenziellen Neuzugänge, woran sie sind, mit welchem Coach sie es in den kommenden Jahren zu tun haben. So kann man bald Klarheit schaffen bei angedachten Verpflichtungen wie Timo Werner und Kai Havertz, denen ein gutes Verhältnis zu Flick nachgesagt wird.

Die Bayern-Trainer seit Giovanni Trapattoni

<b>Giovanni Trapattoni</b> (1996-1998): In seinen zwei Jahren bei den Bayern schrieb der Italiener mit den legendären Sätzen Was erlauben Strunz? und Ich habe fertig im März 1998 Geschichte. In seiner ersten Saison konnte Bayern die deutsche Meisterschaft für sich entscheiden, kurz vor Ende von Trapattonis Amtszeit beim FCB gewannen sie auch den DFB-Pokal. Ab Sommer 1998 trainierte er dann den AC Florenz, wurde später unter anderem noch italienischer Nationaltrainer. Zur Galerie
Giovanni Trapattoni (1996-1998): In seinen zwei Jahren bei den Bayern schrieb der Italiener mit den legendären Sätzen "Was erlauben Strunz?" und "Ich habe fertig" im März 1998 Geschichte. In seiner ersten Saison konnte Bayern die deutsche Meisterschaft für sich entscheiden, kurz vor Ende von Trapattonis Amtszeit beim FCB gewannen sie auch den DFB-Pokal. Ab Sommer 1998 trainierte er dann den AC Florenz, wurde später unter anderem noch italienischer Nationaltrainer. ©

Bei Leroy Sané dagegen soll Flick, dessen empathisches Zugehen auf die Spieler an Jupp Heynckes erinnert, eher skeptisch sein. Außerdem haben nun die Säulen des Teams (Neuer, Müller, Alaba und sogar Thiago) die Gewissheit, dass ihr Cheftrainer eben derjenige bleibt, den sie so sehr schätzen. Flicks Vertragsverlängerung könnte der entscheidende Dominostein sein. Für eine große Bayern-Zukunft.