07. Oktober 2019 / 14:27 Uhr

FC Bayern antwortet im Zoff um Hernández-Abstellung - Boss Karl-Heinz Rummenigge: "Bin irritiert"

FC Bayern antwortet im Zoff um Hernández-Abstellung - Boss Karl-Heinz Rummenigge: "Bin irritiert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat den französischen Verband scharf kritisiert
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat den französischen Verband scharf kritisiert © 2019 Getty Images
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Im Streit um die Abstellung des verletzten Lucas Hernández an den französischen Verband hat der FC Bayern erneut reagiert. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge kritisierte das Verhalten der Franzosen - insbesondere das von Nationaltrainer Didier Deschamps.

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Der Streit um die Abstellung von Lucas Hernandez zwischen dem FC Bayern München und dem französischen Verband spitzt sich zu. Der FC Bayern hatte seinen Rekord-Einkauf eigentlich nicht abstellen wollen, weil der Verteidiger noch verletzt ist. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps pochte aber auf die Abstellungspflicht. Nun hat Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge mit einem Statement auf der Vereinshomepage reagiert: "Ich bin irritiert über das Verhalten des französischen Verbandes", schoss er gegen den amtierenden Weltmeister.

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Weiter erklärte Rummenigge, warum es aus seiner Sicht nicht sinnvoll sei, dass Hernández zur Nationalmannschaft fahre: "Ich möchte darauf hinweisen, dass Lucas Hernández aufgrund seiner Verletzung weder bei unserem Champions-League-Spiel vergangenen Dienstag in London gegen Tottenham Hotspur noch bei unserem Bundesligaspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim am Samstag im Kader des FC Bayern stehen konnte." Beim FC Bayern ist offenbar der Eindruck entstanden, dass Frankreich an der Causa des Verteidigers ein Machtspiel austragen wollte. So schießt Rummenigge direkt gegen Trainer Deschamps: "Auch die zitierte Aussage von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps, wonach Lucas Hernández – so wörtlich – auch bereit sei, ‚mit einem Bein zu spielen‘, hat uns doch sehr überrascht."

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Deschamps hatte den 23-Jährigen entgegen der Erwartungen der Münchener für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele am Freitag gegen Island und drei Tage später gegen die Türkei nominiert. Entgegen der Einwände der Münchener pcht Frankreich auf eine FIFA-Regel, nach der Klubs ihre Profis abstellen müssen, wenn sie berufen werden. Der französische Verband begründete den Schritt damit, dass man Hernandez selbst untersuchen wolle, um einen möglichen Einsatz zu prüfen.

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Franck Ribéry (links) war bis Sommer 2019 bei den Bayern, Willy Sagnol (Mitte) ist bereits seit 2009 nicht mehr aktiv und Lucas Hernández (r) ist seit Sommer 2019 für den deutschen Rekordmeister aktiv. Zur Galerie
Franck Ribéry (links) war bis Sommer 2019 bei den Bayern, Willy Sagnol (Mitte) ist bereits seit 2009 nicht mehr aktiv und Lucas Hernández (r) ist seit Sommer 2019 für den deutschen Rekordmeister aktiv. ©

Dem FC Bayern selbst gehe es aber vor allem um die Gesundheit ihres Spielers: "Von den vier angeforderten französischen Nationalspielern stellen wir die drei gesunden Profis Kingsley Coman, Corentin Tolisso und Benjamin Pavard selbstverständlich statutengemäß ab, aber bei Lucas Hernández hätten wir wegen des großen Risikos mehr Verständnis erwartet, so wie es der DFB gerade bei den verletzungsbedingten Absagen von Toni Kroos, Jonas Hector und anderen praktiziert hat", wies der Bayern-Boss auf das übliche Verhalten bei derartigen Verletzungen hin.

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Sogar der Münchener Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt unterstreicht noch einmal, dass Hernández nicht zum Einsatz kommen dürfe: "Ich trage die Verantwortung für die Gesundheit von Lucas Hernández und ich sage: er kann bei den anstehenden Partien der französischen Nationalmannschaft nicht spielen, von daher macht auch eine Abstellung keinen Sinn."