28. August 2019 / 15:29 Uhr

Edmund Stoiber: „Zwistigkeiten“ mit Rummenigge führten zum Hoeneß-Aus beim FC Bayern

Edmund Stoiber: „Zwistigkeiten“ mit Rummenigge führten zum Hoeneß-Aus beim FC Bayern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Zwischen den Bayern-Bossen Uli Hoeneß (l.) und Karl-Heinz Rummenigge soll es unter anderem in der Trainerfrage einen Dissens gegeben haben. Das behauptet FCB-Verwaltungsbeirat Edmund Stoiber.
Zwischen den Bayern-Bossen Uli Hoeneß (l.) und Karl-Heinz Rummenigge soll es unter anderem in der Trainerfrage einen Dissens gegeben haben. Das behauptet FCB-Verwaltungsbeirat Edmund Stoiber. © imago images / ActionPictures / Getty
Anzeige

Uli Hoeneß wird am Donnerstag höchstwahrscheinlich seinen Rückzug als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München verkünden. Der ehemalige Ministerpräsident von Bayern und heutige Vorsitzende der Verwaltungs-Beirats beim FCB hat nun über die Gründe des Hoeneß-Aus beim Rekordmeister gesprochen.

Anzeige

Diese Nachricht sorgte für ein großes Raunen im deutschen Fußball: Die Bild hatte Ende Juli über den bevorstehenden Rückzug des Präsidenten und Aufsichtratsvorsitzenden Uli Hoeneß beim FC Bayern München berichtet. „Ich bleibe im Aufsichtsrat. Den Vorsitz gebe ich aber mit dem Amt des Präsidenten zurück, wenn es so weit ist“, bestätigte Hoeneß erst Mitte August am Rande eines Charity-Golfturniers. Damit wird der Bayern-Boss bei der Jahreshauptversammlung im November voraussichtlich nicht erneut kandidieren. Edmund Stoiber, der ehemalige Ministerpräsident von Bayern und heutige Vorsitzende der Verwaltungs-Beirats beim FCB hat nun in einer Medienrunde über die Gründe für das Hoeneß-Aus gesprochen.

Anzeige

50 ehemalige Bayern-Spieler und was aus ihnen wurde

Roque Santa Cruz, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze: Was wurde aus den ehemaligen Spielern vom FC Bayern? Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt 50 Ex-Profis der Münchner – und was sie jetzt machen. Zur Galerie
Roque Santa Cruz, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze: Was wurde aus den ehemaligen Spielern vom FC Bayern? Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Profis der Münchner – und was sie jetzt machen. ©

Hoeneß und Rummenigge traten beim FC Bayern nicht immer als Einheit auf

So habe es laut Stoiber „Zwistigkeiten“ zwischen Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Hoeneß gegeben – „in Sachen Trainer und so weiter“, führte der 77-Jährige am Rande des Empfangs des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder für den Double-Sieger FCB weiter aus. Laut Medienberichten sollen sich Hoeneß und Rummenigge schon bei der Verpflichtung des aktuellen Trainers Niko Kovac nicht einig gewesen sein. So habe der Bayern-Präsident den Rummenigge-Wunschkandidaten Thomas Tuchel zu lange mit einer Rückmeldung warten lassen, bis sich der ehemalige BVB-Coach schließlich für den Posten bei Paris Saint-Germain entschied.

Mehr zum FC Bayern

Hoeneß und Rummenigge traten auch in der vergangenen Saison nicht als Einheit auf, wenn es um Kovac ging. „Es gibt bei Bayern München keine Jobgarantie – für niemanden. Jeder, der bei Bayern München angestellt ist, muss liefern. Wer mit diesem Druck nicht umgehen kann, ist falsch“, ließ Vorstandschef Rummenigge in der Endphase der Saison eine klare Jobgarantie für den späten Double-Gewinner vermissen. Hoeneß stärkte dagegen Kovac immer wieder. So wäre ein zweiter Platz hinter Dortmund kein Desaster gewesen. Zudem sagte der starke Mann der Bayern dem Kicker: „Wenn ich unzufrieden bin, heißt das noch lange nicht, dass wir den Trainer rausschmeißen.“



Stoiber: „Jahreshauptversammlung war ein Schock“ für Hoeneß

Auch die Geschehnisse bei der zurückliegenden Jahreshauptversammlung sollen Hoeneß' in seinem Entschluss bestärkt haben. Dort sah der langjährige FCB-Macher sich mit teils heftigem Gegenwind von Fanseite konfrontiert. So hatte beispielsweise Mitglied Johannes Bachmayr Hoeneß' Methoden gerügt, etwa die Einmischung in das operative Geschäft, das Nachtreten gegen Ex-Spieler wie Juan Bernat. Der Vortrag endete mit dem Satz: „Der FC Bayern ist keine One-Man-Show.“

Hoeneß hat Fankritik „sehr“ getroffen

Stoiber bestätigt Hainer als Hoeneß-Nachfolger beim FC Bayern

Hoeneß trafen diese Vorwürfe schwer. „Die Jahreshauptversammlung war für ihn ein Schock“, sagte der Ex-MP Stoiber nun. Der 67-jährige Hoeneß hatte einen Komplott vermutet: „Es war insgesamt nur eine ganz kleine Gruppe, die da Theater gemacht hat. Das ist man beim FC Bayern nicht gewohnt. So wie das abgelaufen ist, war das nicht akzeptabel. Darüber müssen wir nachdenken.“ Bachmayr im Speziellen sei „wahrscheinlich von außen gesteuert“ gewesen.

Zu seiner eigenen Zukunft äußerte sich Hoeneß im offiziellen Teil des Bayern-Empfangs von Söder nicht. Seine Ämter soll der frühere Adidas-Chef Herbert Hainer übernehmen. Am Mittwoch hielt sich Hainer im Hintergrund. „*Herbert Hainer ist eine Top-Lösung als Nachfolger“, sagte Stoiber der _Bild_. Mit Leidenschaft und seinen unternehmerischen Fähigkeiten ist er in der Lage, diese Lücke zu füllen. Die Idee, ihn als Kandidat für das Amt des Präsidenten vorzuschlagen, kam von Uli Hoeneß selbst.*

Hier abstimmen: Wie bewertest du den Rückzug von Uli Hoeneß beim FC Bayern?

Mehr anzeigen

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!