13. Juni 2022 / 21:31 Uhr

Von Roy Makaay bis Arjen Robben: Die Niederländer beim FC Bayern vor Ryan Gravenberch

Von Roy Makaay bis Arjen Robben: Die Niederländer beim FC Bayern vor Ryan Gravenberch

Dennis Ebbecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ryan Gravenberch tritt beim FC Bayern in die Fußstapfen prominenter Landsleute: Arjen Robben, Mark van Bommel, Roy Makaay (v.l.)
Ryan Gravenberch tritt beim FC Bayern in die Fußstapfen prominenter Landsleute: Arjen Robben, Mark van Bommel, Roy Makaay (v.l.) © IMAGO/Sven Simon, Laci Perenyi, Pro Shots, ActionPictures (Montage)
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Der FC Bayern hat zweimal bei Ajax Amsterdam zugeschlagen. Unter den Transfers befindet sich mit Ryan Gravenberch ein vielversprechender Niederländer. Der SPORTBUZZER blickt auf die bisherigen Niederländer beim deutschen Rekordmeister zurück.

Der FC Bayern München geht mit zwei ehemaligen Spielern von Ajax Amsterdam in die neue Saison. Nachdem zunächst der marokkanische Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui einen Vertrag bis 2026 unterschrieben hatte, verpflichteten die Münchener nun auch den niederländischen Nationalspieler Ryan Gravenberch. Der 20-jährige Mittelfeldspieler wechselt für eine kolportierte Ablösesumme in Höhe von 18,5 Millionen Euro an die Säbener Straße. Mit Niederländern hat der deutsche Rekordmeister bis dato zumeist gute Erfahrungen gesammelt, wie ein Blick in die Historie belegt.

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Martin Jol (1978-1979, 10 Pflichtspiele/0 Tore)

Der große Durchbruch in der Bundesliga gelang Martin Jol weder als aktiver Spieler noch als Trainer. Der Sprung Ende der 70er vom FC Den Haag zum großen FC Bayern war für den früheren Mittelfeldspieler zu groß. Nach nur zehn Pflichtspielen in seiner ersten Spielzeit unter Gyula Lorant und Pal Csernai verabschiedete sich Jol wieder in Richtung Heimat (Twente Enschede). Später kehrte der heute 66-Jährige als Trainer nach Deutschland zurück. In der Saison 2008/09 stand der Niederländer als Chef an der Seitenlinie beim Hamburger SV, als die Rothosen zwei Halbfinals (UEFA-Cup und DFB-Pokal) gegen Werder Bremen den Kürzeren zogen.

Jan Wouters (1991-1993, 76 Pflichtspiele/7 Tore)

Anfang der 90er sicherte sich der FCB die Dienste eines Europameisters: Jan Wouters. Der Mittelfeldspieler hatte bei der EM 1988 in Deutschland sämtliche Partien der Elftal bestritten und sich auch bei Ajax einen Namen gemacht. Bei den Bayern kam er allerdings nicht in den Genuss eines Titels. Der Grund: Wouters verließ die Münchener bereits in der Winterpause der Meister-Saison 1993/94 zur PSV Eindhoven. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete er vorrangig als Coach in seinem Heimatland, zuletzt bis 2018 als Co-Trainer von Feyenoord Rotterdam.

Roy Makaay (2003-2007, 182 Pflichtspiele/103 Tore)

Es lohnt sich immer, gegen Bayern Tore zu erzielen - manchmal sogar in doppelter Hinsicht. Nachdem Roy Makaay den Roten mit Deportivo La Coruña in der Champions-League-Saison 2002/03 insgesamt vier Tore eingeschenkt hatte, reagierten die Münchener und verpflichteten den Stürmer für die kommende Spielzeit. Auch in Deutschland stellte Makaay unter Beweis, warum er einst "Das Phantom" genannt wurde. Den Spitznamen erhielt der inzwischen 47-Jährige, weil er häufig unauffällig agierte, ehe er wie aus dem Nichts eiskalt zuschlug. Manchmal schon nach 10,03 Sekunden, wie beim schnellsten Champions-League-Tor aller Zeiten 2007 gegen Real Madrid. Heute fungiert Makaay als Co-Trainer der Glasgow Rangers, die in dieser Saison erst im Finale der Europa League an Eintracht Frankfurt scheiterten.

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Mark van Bommel (2006-2011, 187 Pflichtspiele/65 Tore)

Die einen kritisierten Mark van Bommel für seine sehr robuste Spielweise und sein teils rüpelhaftes Auftreten auf dem Platz, die anderen zogen daraus positive Aspekte. Zu letzterer Kategorie zählte Trainer Ottmar Hitzfeld, der seinen Mittelfeldstar als "Aggressive Leader" adelte. Im Jahr 2006 für rund 6 Millionen Euro vom FC Barcelona nach München gewechselt, verbrachte er fünf größtenteils erfolgreiche Jahre bei den Bayern. In dieser Zeit wurde er zweimal Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. 2010 verlor man das Champions-League-Finale gegen Inter Mailand. Zur vergangenen Saison kehrte van Bommel als Wolfsburg-Coach in die Bundesliga zurück. Nach dem wenig erfolgreichen Intermezzo heuerte der 45-Jährige im Mai bei Belgien-Klub Royal Antwerpen an.

Edson Braafheid (2009-2011, 19 Pflichtspiele/0 Tore)

Als Louis van Gaal 2009 das Traineramt beim FC Bayern übernahm, brachte er aus der holländischen Eredivisie gleich zwei Profis mit, die in Deutschland die wenigsten wirklich kannten: den Kroaten Danijel Pranjic (vom SC Heerenveen) und Edson Braafheid (von Twente Enschede). Von Erfolg gekrönt waren diese Transfers letztlich jedoch nicht. Vor allem Verteidiger Braafheid konnte sich an der Isar nicht durchsetzen und wurde zwischenzeitlich an die TSG Hoffenheim verliehen. Bei den Kraichgauern unterschrieb der zehnfache Nationalspieler 2011 dann auch einen Dreijahresvertrag.

Arjen Robben (2009-2019, 309 Pflichtspiele/144 Tore)

Kein Niederländer spielte so lange beim FC Bayern (zehn Jahre). Kein Niederländer absolvierte mehr Spiele und erzielte mehr Tore in München. Aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit gingen die Meinungen zunächst auseinander, ob Arjen Robben wirklich ein Gewinn für den Klub sein könnte. Für 24 Millionen Euro holten ihn die Bayern von Real Madrid. Heute steht längst fest: Robben ist einer der größten Spieler, die man an der Säbener Straße je gesehen hat. Gemeinsam mit Franck Ribéry bildete er das kongeniale Flügelflitzer-Duo "Robbery". Legendär: sein 2:1-Siegtreffer im CL-Finale 2013 gegen Borussia Dortmund im Londoner Wembley-Stadion.

Joshua Zirkzee (seit 2017/aktuell verliehen an RSC Anderlecht, 17 Pflichtspiele/4 Tore)

Es fing alles so vielversprechend an: Im Oktober 2017 feierte der Ex-Feyenoord-Youngster sein Debüt beim FC Bayern - in der U17-Mannschaft. Gut zwei Jahre später durfte Joshua Zirkzee erstmals bei den Profis unter Hansi Flick auflaufen. Erstaunlich: Mit seinem allerersten Bundesliga-Ballkontakt erzielte der Stürmer gegen den SC Freiburg sein erstes Tor in der Beletage. Langfristig konnte sich Zirkzee gegen die starke Konkurrenz jedoch nicht durchsetzen. Aktuell ist er an die RSC Anderlecht ausgeliehen, wo er zeitweise aufblühte. Berichten zufolge möchte der belgische Klub den Offensivspieler eine weitere Saison ausleihen.

Louis van Gaal (2009-2011, 96 Pflichtspiele als Trainer)

Seine Spieler müssen ihn angeblich siezen und mit den Münchener Medienvertretern geriet Louis van Gaal häufig aneinander. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass 2010 nicht viel zum Triple unter dem "Tulpengeneral" gefehlt hatte. Neben der Meisterschaft und dem Erfolg im DFB-Pokal fehlte nur ein Sieg im Finale der Königsklasse gegen Inter (0:2) zur perfekten Saison. Das Double war für den heute 70-Jährigen jedoch Grund genug, um nach der Spielzeit als "Feierbiest" auf dem Rathausbalkon des Marienplatzes von sich reden zu machen. In diesem Jahr wird van Gaal sein Heimatland zur WM nach Katar führen. Ende Juli 2021 trat er seine dritte Amtszeit als Bondscoach an, nach der WM 2022 wird Ronald Koeman den Posten übernehmen.

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