11. April 2022 / 09:48 Uhr

"Habe viel zu tun": So will Nagelsmann die Bayern-Baustellen vor dem Rückspiel gegen Villarreal schließen

"Habe viel zu tun": So will Nagelsmann die Bayern-Baustellen vor dem Rückspiel gegen Villarreal schließen

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hat kein gutes Spiel seiner Mannschaft gegen Augsburg gesehen: FCB-Trainer Julian Nagelsmann.
Hat kein gutes Spiel seiner Mannschaft gegen Augsburg gesehen: FCB-Trainer Julian Nagelsmann. © IMAGO/ActionPictures
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Auf die Niederlage in der Champions League beim FC Villarreal ließ der FC Bayern einen mühsamen und wenig überzeugenden 1:0-Sieg in der Bundesliga gegen den FC Augsburg folgen. Vor dem Rückspiel gegen die Spanier am kommenden Dienstag ist der Rekordmeister auf Ursachenforschung für die Formkrise. 

Launisch, unberechenbar und sehr wechselhaft. Der FC Bayern spielt im April 2022, wie sich das Wetter in der bayerischen Landeshauptstadt präsentiert. Auf Regen folgt Sonne, dazwischen ein Graupelschauer mit Schnee, kurz danach ist der Himmel wieder strahlend blau. Nach dem Nachtfrost am Wochenende sind für Mitte der Woche sommerliche 22 Grad angekündigt.

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Ob dann die Laune beim Spitzenreiter der Bundesliga richtig heiter sein wird nach dem Viertelfinalrückspiel in der Champions League gegen den FC Villarreal? Die Aufgabe am Dienstag (21 Uhr, Prime Video), das schmeichelhafte 0:1 vom Hinspiel gegen die Spanier noch umzubiegen, ist nach dem Frust am Samstag nicht kleiner geworden. Der zähe, uninspirierte 1:0-Arbeitssieg gegen den FC Augsburg hat zwar den Neun-Punkte-Abstand zu Borussia Dortmund im Titelkampf zementiert, die aktuellen spielerischen Probleme des Bald-wieder-Meisters allerdings verdeutlicht.

Gegen den Abstiegskandidaten half nur die Unachtsamkeit von FCA-Verteidiger Reece Oxford und dessen Handspiel. Den Elfmeter nach VAR-Entscheidung verwandelte Robert Lewandowski. Mehr Bayern fand kaum statt, ein erschreckend schwacher Auftritt – matt, lahm, träge. "Zu wenig Anlaufgeschwindigkeit, zu langsam mit dem Ball, nicht der nötige Elan", kritisierte Trainer Julian Nagelsmann, der nach dem Schlusspfiff die Faust zeigte. Bei so einem Sandwichkick zwischen zwei K.-o.-Spielen in der Champions League (Nagelsmann: "Ein undankbarer Zeitpunkt für ein Bundesliga-Spiel") zählte das nackte Ergebnis, nicht das Erlebnis. Zum Leidwesen der erstmals wieder 75 .000 zugelassenen Fans in der vollen Allianz-Arena. "Es war kein Glamourspiel, aber das ist mir bumsscheißegal", sagte Nagelsmann.

Bayern-Trainer Nagelsmann "nicht sauer" auf Sané

Denn, so der FCB-Coach, man sei "unter Zugzwang". Nicht zuletzt er selbst. Er weiß: "Am Dienstag wird abgerechnet." Und bei einem Ausscheiden gegen einen Verein, der anders als der mögliche Halbfinalgegner FC Liverpool nicht zu Klub-Europas Hautevolee gehört, würde er für seine erste Saison nicht mal die Note Drei bekommen. Gegen Villarreal müsse laut Nagelsmann eine Steigerung um "60, 70 Prozent" her. Sprich: eine wundersame Wandlung. Aus der satten, müden Liga-Raupe soll ein bunter, dynamischer Königsklassen-Schmetterling werden. Doch wie? "Ich habe viel zu tun bis Dienstag, das ist mir bewusst", sagte Nagelsmann. Und zwar? Das Weiterkommen sei eine Frage der Einstellung, nicht zwingend des Coachings.

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"Es beginnt immer mit der Haltung und damit, diese mit Emotionalität zu füllen. Erst dann kommen die Taktik, Technik und Tagesform." Was zu 100 Prozent auf den rätselhaften Auftritt von Leroy Sané zutrifft, der sich bei seiner Auswechslung in der 64. Minute frustriert und grußlos in die Kabine verabschieden wollte, von Nagelsmann noch zum Abklatschen genötigt werden musste. "Ich bin nicht sauer, da müssen wir keine Schlagzeile draus machen", meinte der 34-Jährge, betonte aber, auch ihm sei "aufgefallen, dass der Handshake schon mal anders ausgefallen ist, weniger frus­triert". In einem Formtief wäre Sané "meistens stocksauer", ohne jedoch die Schuld bei anderen zu suchen. Nagelsmann über den Flügelstürmer: "Dass er besser spielen kann als in den letzten zwei Spielen, weiß er – und das wird er auch. Meine volle Unterstützung hat er, meine maximale Sympathie und Empathie auch."

Am Dienstag wird Sané seine Wut auf sich selbst wohl als Joker kanalisieren dürfen. Wenn es um alles geht. "Wir sind alle heiß und werden das Spiel rocken", sagte Kapitän Manuel Neuer, während Leon Goretzka ankündigte: "Da brennt die Hütte, und wir werden ein Spiel abliefern, das Bayern-like ist."

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