27. November 2018 / 17:09 Uhr

Jupp Heynckes spricht über die Probleme des FC Bayern - und Nachfolger Niko Kovac

Jupp Heynckes spricht über die Probleme des FC Bayern - und Nachfolger Niko Kovac

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Niko Kovac (l.) steht beim FC Bayern unter Druck. So denkt Vorgänger Jupp Heynckes über den angeschlagenen Trainer.
Niko Kovac (l.) steht beim FC Bayern unter Druck. So denkt Vorgänger Jupp Heynckes über den angeschlagenen Trainer. © imago/Sven Simon
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Der 73-jährige Jupp Heynckes machte beim FC Bayern München im Sommer den Weg frei für Nachfolger Niko Kovac. Wie er über seinen Nachfolger und die Krise des Rekordmeisters denkt, verriet Heynckes nun in einem Interview.

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Ist das Spiel gegen Benfica Lissabon wirklich ein "Endspiel" für Niko Kovac? Der Trainer des FC Bayern München steht beim Rekordmeister vor dem Champions-League-Duell am Dienstagabend (21 Uhr/SPORTBUZZER-Ticker) gehörig unter Druck. Das hat auch Vorgänger Jupp Heynckes erkannt - und sich zu den Problemen von Kovac und den Bayern in einem Interview mit pikanten Aussagen zu Wort gemeldet. An der Säbener Straße türme sich "ein Berg von Problemen auf", sagte der Ex-Coach der Münchner.

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Das 3:3 in der Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf hat Präsident Uli Hoeneß zu einer öffentlichen Standpauke veranlasst. "Wir werden in den nächsten Tagen herausfinden müssen, warum wir einen so schlechten Fußball spielen", grollte der mächtige Boss. "Man auf der Tribüne immer das Gefühl, dass man bei jedem Angriff gefährdet ist, ein Gegentor zu kriegen." Die Kritik geht auch gegen Kovac, der nur noch ein Trainer auf Abruf zu sein scheint. Hätte Hoeneß sich so einen Ausbruch auch bei Kovac-Vorgänger Jupp Heynckes getraut? Unwahrscheinlich.

Nach Aus von Niko Kovac beim FC Bayern: Das sind die Nachfolge-Kandidaten

Niko Kovac ist nicht mehr Bayern-Trainer. Der Rekordmeister muss einen Nachfolger finden. Namen wie die von Co-Trainer Hansi Flick, Ajax-Coach Erik ten Hag und José Mourinho werden gehandelt. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Kandidaten. Zur Galerie
Niko Kovac ist nicht mehr Bayern-Trainer. Der Rekordmeister muss einen Nachfolger finden. Namen wie die von Co-Trainer Hansi Flick, Ajax-Coach Erik ten Hag und José Mourinho werden gehandelt. Der SPORTBUZZER zeigt die Kandidaten. ©

Die Trainer-Legende genießt seinen Ruhestand - fernab von München in Schwalmtal am Niederrhein. Dort besuchte die Westddeutsche Zeitung den 73-Jährigen, der den FCB im Oktober 2017 in ähnlich prekärer Situation nach der Entlassung von Carlo Ancelotti übernahm und in der Bundesliga wieder an die Spitze der Tabelle führte. Eine Position, von der man an der Säbener Straße aktuell nur träumen kann - in der Bundesliga steckt München auf dem fünften Platz fest, hat inzwischen neun Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund. Der Meistertitel ist inzwischen fast zur Illusion geworden.

Heynckes kritisiert Spieler: "Es gibt liebe Jungs beim FC Bayern und Diven"

Dennoch verteidigt Heynckes seinen Nachfolger gegen anhaltende Kritik. "Da kommt ein junger Trainer und will die Welt einreißen", sagt der erfahrene Trainer, der für eine weitere Saison beim Rekordmeister nicht mehr zur Verfügung stand. Sein Resümee: "Niko Kovac hat's nicht einfach in München." Vor allem intern scheinen die Bayern sich das Leben schwer zu machen - von Zoff in der Kabine ist immer wieder die Rede. Während Heynckes derartige Brandherde mit jeder Menge Autorität rasch löschte (etwa im Mai gegen Robert Lewandowski), fällt Kovac das sichtlich schwer.

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Pikante Heynckes-Aussagen machen deutlich, wo die Probleme der Bayern wirklich liegen - nämlich in der Mannschaft. "Es gibt liebe Jungs dort und Diven", sagt Heynckes über seine ehemaligen Spieler und legt damit den Finger in die Wunde. "Dann sind da noch die schweren Verletzungen von wichtigen Spielern. Da türmt sich ein Berg von Problemen auf."

Heynckes genießt Ruhestand: "Es ist einfach wunderbar zu Hause"

Noch einmal den Retter zu spielen, wie sich viele Bayern-Fans sicher wünschen würden, scheidet für Heynckes aus - der seinen Ruhestand in aller Ruhe genießt. „Es ist einfach wunderbar zu Hause, ein wahrer Luxus, morgens in aller Ruhe zu frühstücken und keinen Druck zu haben“, sagte der 73-Jährige, der "gelassen und entspannt" ist wie noch nie.

Ganz anders Kovac: Der 47-Jährige kämpft um seinen Job. „Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich immer ein Kämpfer bin. Mein ganzes Leben bestand darin, mich durchzusetzen. Aufgeben, zurückstecken, die weiße Flagge hissen – das existiert in meinem Wortschatz nicht. Ich kann Ihnen garantieren: Ich werde, egal wo oder wann, nach vorn schauen, immer kämpfen“, sagte Kovac auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Benfica - und klang dabei fast verbissen.

Kovac massiv unter Druck: 'Ich werde immer kämpfen'

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